2021-11-27

Ein teurer Fehlpass

Na, Prost Mahlzeit. Die zweite Derbyniederlage hintereinander, und zum zweiten Mal ist es doppelt ärgerlich, weil dieses (an sich seltene) Erfolgserlebnis des Gegners völlig überflüssig war. Das galt vor einem Dreiviertel Jahr, als eine zu lasche Rose-Elf knapp gegen einen fast ebenso schwachen, aber aufgeputschten Gegner verlor. Und es gilt heute, obwohl der Gegner diesmal eine ganz andere fußballerische Qualität auf den Platz zu bringen in der Lage war.

Heute endet das Spiel trotz erheblich besserer Leistung des VfL sogar 1:4 - die höchste Derbyniederlage seit 1996, wie es hieß (mit solchen Statistiken befasse ich mich selbstredend sonst gar nicht). Das ist einerseits deutlich zu hoch, weil das Spiel insgesamt vorne wie hinten relativ ausgeglichen war.
Der Unterschied zwischen beiden Teams war in den entscheidenden Situationen nicht groß. Es gab zwei Aluminumtreffer auf der einen Seite, die ins Tor gingen, zwei auf der anderen Seite, die wieder ins Feld zurück sprangen. Ein Abseitstor, das knapp weggepfiffen wurde, auf der anderen Seite war es einmal genauso knapp eben kein Abseits. Auf der einen Seite spielt Neuhaus dem Gegner den Ball so in die Füße, dass ein Tor daraus fällt. Auf der anderen Seite fehlt Plea ein Schritt, um einen verunglückten Kölner Rückpass zu erlaufen und ein Tor zu erzielen. Auch ansonsten waren die guten Torchancen auf beiden Seiten in etwa ausgeglichen. Aber das erklärt es nicht allein.

Denn man kann - andererseits - den Gastgebern kaum absprechen, dass sich sich diesen Sieg verdient haben. Sie liefen deutlich mehr, waren in den Zweikämpfen oft cleverer und besetzten nach der eher schwachen Anfangsphase die Räume im Mittelfeld einfach besser und kamen so zu vielen Ballgewinnen, zu Umschaltsituationen und beschäftigten die Borussen damit mehr, als es sein sollte. 

Damit hinderten sie letztlich das Gladbacher Mittelfeld erfolgreich daran, eine spielerische Dominanz im eigenen Ballbesitz aufzuziehen, wie ihnen das in der Anfangsviertelstunde ansprechend gelungen war. Da schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es im Tor von FC-Torhüter Marvin Schwäbe klingeln würde.

Doch dann gab es einen - unerklärlichen - Bruch im Spiel des VfL, und bis zum Ausgleich gewann Köln mehr und mehr das Heft des Handelns, die Hütter-Truppe musste mehr reragieren, als sie selbst agieren konnte. Trotzdem kamen ansehnliche Chancen heraus. Doch dass eher der gegnerische Führungstreffer kommen würde, deutete sich lange an.

Koné und Zakaria wurden aggressiv und zunehmend effektiver gepresst, genauso wie die Dreierkette, die, davon beeindruckt, dann auch nur noch selten den Passweg nach vorne fand (oder suchte) und stattdessen immer wieder zu Quer- und Rückpässen griff, mit denen sich die Mannschaft aber weitgehend seiner offensiven Stärken beraubt. Und selbst dort, beim sicheren Zirkulieren des Balles in der Abwehrkette, waren heute erstaunlich viele Unsicherheiten zu sehen - wenn man es im Fall von Bensebaini nicht sogar schlampig oder aufreizend arrogant nennen will, wie er sich teilweise mit Ball in Zweikämpfen präsentierte.

Es dauerte ironischerweise tatsächlich bis zum Kölner Führungstreffer, bis sich die Borussen im Spiel nach vorne wieder so bissig und zielstrebig zeigten, dass sie den Gegner richtig in Verlegenheit bringen konnten. Als ob ausgerechnet ein Gegentor und der Zwang, mehr machen zu müssen, einige Bremsen löste. Der Ausgleich war schön herausgespielt und verdient, danach schien das Momentum auf Gladbacher Seite zu sein, Köln hatte echte Schwierigkeiten, sich der beherzteren Angriffe der Gäste zu erwehren. Und in diese Phase hinein setzte Florian Neuhaus seinen Bock-Pass, der zum 2:1 führte und eigentlich schon der K.o. war, selbst wenn Borussia danach noch nennenswerte Torchancen erspielte.

Natürlich ist so was eine Katastrophe für das Spiel, für das damit den Bach runtergehende Derby. Und für den Spieler. Gerade eingewechselt, so einen Fehlpass zu fabrizieren, zumal, wenn man ohnehin unter besonderer Beobachtung steht. Das ist ein Tiefschlag.
Neuhaus weiß natürlich selbst, was er da für einen Geißbock geschossen und wie er seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen hat. Es darf eigentlich nicht passieren, passiert aber doch immer wieder - weil da Menschen spielen und keine Computer.

In der Szene konnte man ahnen, dass er zwei Dinge im Kopf hatte, als er den Ball spielte: den langen Ball nach vorne und auch den sich aus der Abwehr lösenden Gladbacher, für den das Zuspiel aber viel zu kurz geraten war.
Aber solche Szenen ziehen sich bei Flo auch schon durch das gesamte Jahr. Denoch muss man bei aller berechtigter Kritik aufpassen, dass man ihn nicht weiter in eine Negativspirale reinredet oder ihn von außen aufs Unflätigste beschimpft, wie das in den sozialen Medien leider heute auch schon wieder ausgiebig passiert ist.
Was er fußballerisch kann, wissen wir alle. Bisher hat er in seinen Aktionen auf dem Platz - auch wenn die daneben gingen - selbst zumindest noch immer Selbstvertrauen ausgestrahlt. Wenn das aber flöten geht, hilft das keinem. Nicht ihm, nicht dem Team und auch nicht, falls jemand ihn aus seinem Vertrag herauskaufen und Borussia damit einen vernünftigen finanziellen Spielraum in Coronazeiten verschaffen würde. Im Moment ist daran ohnehin kaum zu denken.

Doch es geht an dieser Stelle nicht nur um Flo Neuhaus, denn aus verschiedensten Gründen haben die Auswechslungen zum wiederholten Mal nicht funktioniert. Hütter wechselt oft spät und oft nicht sein gesamtes Kontingent. Und wenn er es tut, dann verfehlt es oft seine Wirkung. Der Power-Boost bleibt aus. Thuram und Lainer konnten heute keine Impulse setzen, was nicht verwundert, sie sind noch lange nicht wieder bei 100 Prozent. Neuhaus hatten wir schon. Das bedeutet, einzig Luca Netz hielt von den frischen Spielern halbwegs die Qualität des heute aber auch etwas überspielt wirkenden Joe Scally.

Es ist zu hoffen, dass sich die Verletztenliste bald weiter reduziert und die Genesenen sich schnell wieder in Topform bringen können. Denn ein Spiel wie gegen kampfstarke Kölner erwartet die Mannschaft auch in den restlichen Spielen bis zur Winterpause: gegen Freiburg, Leipzig, Frankfurt und Hoffenheim.  

So, für heute reicht es mir. Es gab zwar schon Derbypleiten, die mich deutlich mehr aufgeregt haben. Aber das Spiel heute hat einmal mehr gezeigt: die Unsicherheit bleibt. Wir können weiterhin nicht einschätzen, wie der Weg der Borussia mittelfristig weitergeht. Das Team kann die besten Mannschaften auseinandernehmen und es kann auch gegen grottenschlechte locker verlieren. Und auch dazwischen gibt es viel Streuung. Bei Spielen auf Augenhöhe - wie heute - hängt es von vielen Kleinigkeiten, manchmal Zufällen ab. Das haben Stindl und Co. zuletzt zwar oft gut hinbekommen. Insofern ist das heute ein Rückschlag, aber sicher kein Untergang. Denn dass das Pendel sich in engen Spielen nicht immer zu unserer Seite neigt, ist ja auch klar. 

Doch ob der Werkzeugkasten von Adi Hütter derzeit ausreicht, um die Stabilität in die Leistungen zu bringen, die es braucht, um Anschluss an die oberen Tabellenplätze zu halten, wenn man sich mal rangekämpft hat, das wissen wir nicht. Borussia bleibt eine Wundertüte. Das heute war ein blaues Wunder. Hoffentlich eins mit weiterem Lerneffekt für alle.  

P.S. Dass der Schiedsrichter heute auch ein rot-weißes Leibchen hätte tragen können, so einseitig, wie er die Regeln für Köln auslegte, ist noch eine andere Geschichte. Aber an Robert Schröder lag es nicht, dass das Spiel verloren ging. Und ich habe deshalb auch keine Lust, mich heute damit noch groß aufzuhalten. Ärgerlich war es dennoch.    

Bundesliga, 13. Spieltag: 1. FC K*** - Borussia Mönchengladbach 4:1. Tor für Borussia: 1:1 Hofmann.

Saisonspende: Eine bittere Klatsche und nur ein Euro Spende dazu: Neuer Zwischenstand sind 68 Euro.

Folgendes gilt für die Saison 2021/22: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal: 1 Euro. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Deutsche Meisterschaft: 121 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

2021-11-20

Kleeblattrupfen im Park

Ein Pflichtspiel mal ganz entspannt angucken zu können, das ist auch mal schön. Das konnte man als Borussen-Fan heute gegen Greuther Fürth allen Unkenrufen zum Trotz - schließlich wartete das Schlusslicht noch auf den ersten Sieg und angesichts des unter Fußball-Fans gefürchteten "Ausgerechnet"-Moments ließ sich schon fatalistischerweise argwöhnen, dass sich dies unter Beteiligung des Führter Kapitäns und früherem Favre-Schüler Branimir Hrgota "ausgerechnet" heute im Borussia Park ändern könnte.

Dass dem nicht so war, lag an einer konzentrierten Leistung der Hütter-Elf, einem nicht wettbewerbsfähigen Gegner und einem anderen "Ausgerechnet"-Moment. Denn es war nach Jonas Hofmanns frühem Führungstor der geistesgegenwärtige Florian Neuhaus, der den Fehlpass des Gästetorwarts Funk auf direktem Weg auf die Reise Richtung und schließlich ins Fürther Tor schickte - und so seinen diversen Bundesliga-Treffern aus größerer Torentfernung ein weiteres kurioses hinzufügte. Mit diesem 2:0 war frühzeitig genug die Sicherheit gegeben, dass man sich um diese drei Punkte nicht mehr allzuviel sorgen musste.

Ja, es war "ausgerechnet" Flo Neuhaus, der sich zuletzt von Adi Hütter hintan gestellt fühlte und sich ein wenig zu öffentlich über fehlende Rückendeckung des Vereins beklagte, obwohl ihn doch objektiv gesehen vor allem klare Leistungsgründe auf die Ersatzbank gebracht hatten.

Dieser Florian Neuhaus bekam nach einem klärenden Gespräch mit Adi Hütter und Max Eberl heute seine Chance im Mittelfeld, aber das eigentlich auch nur, weil Geburtstagskind Denis Zakaria angesichts des chronischen Innenverteidigermangels zurück in die Dreierabwehrkette gezogen worden war. Was Zak einmal mehr glänzend erledigte, denn der Schweizer war heute mit Abstand der beste Verteidiger, auch, weil die in der Länderspielpause weitgereisten Joe Scally und Ramy Bensebaini doch oft ungewohnt fahrig agierten.

Doch zurück zu Neuhaus. Der hatte in der Anfangsphase mit einem schlampigen Dribbling schon wieder einen gefährlichen Gegenangriff und gehöriges Raunen im Stadion und vor den Fernsehern eingeleitet, und auch sonst die eine oder andere Unsicherheit gezeigt, als ihm das Geschenk des gegnerischen Torwarts in die richtige Spur hievte. Im Anschluss fing sich Neuhaus und nutzte die Spielzeit, um sich zu stabilisieren. Das ist gut, für die Mannschaft, für Neuhaus, für alle bei Borussia. Doch wenn man ehrlich ist, kam die Spielvereinigung mit dem Kleeblatt im Wappen dafür heute - für ihn und seine Mannschaft - allerdings auch gerade goldrichtig. 

Zwar forderte sie den Gegner durchaus mit beherztem Anlaufen und einer mutigen und auch ballfordernden Spielanlage und stellte sich nicht stur hinten rein wie der Rest der spielerisch unterlegenen Teams in der Liga. Doch weder waren die Franken in der Offensive durchschlagskräftig genug, um die Gladbacher Defensive ernsthaft zu stressen. Noch waren sie auf der anderen Seite in der Defensive mental und in den Zweikämpfen gut genug, um den Druck der VfL-Offensive ohne grobe Schnitzer zu überstehen. 

Hier waren Lars Stindls Mannen heute klar Herr im Haus, sie konnten jederzeit Tempo und Spiel bestimmen. Wäre Borussia in der Chancenausnutzung konsequent gewesen, hätte es für den Gegner heute sehr übel ausgehen können. Mit dem 4:0 waren die Fürther am Ende noch gut bedient, zumal sie selbst überhaupt nur zweimal berichtenswert aufs Tor von Yann Sommer schossen.

Dennoch zeigten vereinzelte Angriffe der Gäste auch wieder auf, wie Borussia zu knacken wäre. Ein stärkerer Gegner hätte die Räume in der Rückwärtsbewegung heute möglicherweise besser genutzt.
Doch das ist am Ende egal. Borussia spielte mit einer vor allem durch die Verletzungen von Elvedi, Beyer, Jantschke und Kramer erzwungenen Alternativ-Aufstellung, die es ohne diese Ausfälle so nicht geben würde. Und dafür war das völlig in Ordnung, nein: sehr ansprechend. Zakaria top, Patrick Herrmann als Außenspieler vor der Dreierkette unheimlich fleißig und laufstark, allerdings vor dem Tor auch abschlussschwach - wie seit vielen Monaten schon.

Dafür konnte man auch einen Neuhaus wieder heranführen, wenngleich auch heute auf dem Feld zu sehen war, dass ihm Koné und Zakaria auf der Position weiter voraus sind. Stindl und Plea stabilisieren sich weiter, wobei der Capitano mit drei Assists vielleicht heute der heimliche Spieler des Tages war - auch wenn dieser Titel natürlich dem wie aufgedreht spielenden Doppeltorschützen Jonas Hofmann gebührt, der wieder einmal überall auf dem Feld zu finden war und derzeit die Fäden im Spiel zieht wie kein anderer. Und es gab Gelegenheit, Conor Noß zum Debüt und Torben Müsel zu ein paar weiteren Bundesligaminuten zu verhelfen sowie Marcus Thuram und Laszlo Benes zu etwas Spielpraxis. Einzig Hannes Wolf blieb einmal mehr außen vor, auch beim Stand von 4:0 - bemerkenswert. Warum Jonas Hofmann, der im Spiel dreimal übelst auf die Knochen bekommen hatte, in so einem früh entschiedenen Spiel nicht früher zur Schonung und zum Eigenschutz ausgewechselt wurde, erschloss sich mir da ehrlich gesagt nicht so recht.

Keine Frage, dieser Sieg tut allen gut. Aber er darf auch nicht überbewertet werden. Gerade in der Woche vor dem Derby, bei dem es darauf ankommen wird, um jeden Zentimeter Geißbockrasen zu KÄMPFEN. So leicht wie heute wird es den Borussen sicher kein Gegner mehr machen.

P.S. Ganz ohne Aufreger ging es für mich heute natürlich trotzdem nicht ab. Die Leistung von Schiri Benjamin Brand fand ich nach recht souveränem Beginn mit zunehmender Spielzeit immer schwächer. Was schade war, weil sich dies vor allem nach zwei Entscheidungen merklich verstärkte, bei denen er aus meiner Sicht völlig richtig gehandelt hatte, aber vom VAR beinahe aufs falsche Gleis geführt wurde. 

Einmal geht es um das vermeintliche Foul von Zakaria an Leweling, das geschlagene drei Minuten vom VAR und dann noch vom Schiri im Stadion überprüft wurde. In dieser Szene gab es zwar einen Kontakt, weit nachdem der Stürmer den Ball unbedrängt in die Mitte flanken konnte, aber das war schlicht und einfach kein strafbarer Kontakt, der zu einem Elfmeter hätte führen dürfen. 

Die zweite Szene war die Balleroberung von Lars Stindl im Mittelfeld vor dem 4:0. Da kam sein Gegenspieler zu Fall, nachdem Stindl seinen Fuß zwischen Ball und den Fuß des Gegners gebracht und diesen dabei wohl auch leicht gestreift hatte. Ich bin wirklich ein Freund davon, solche Balleroberungen im Mittelfeld genau unter die Lupe zu nehmen und im Zweifel zurückzupfeifen, weil oft vor dem Ballgewinn von hinten Beine gestellt werden oder geschubst wird. Das war hier eindeutig nicht der Fall, und das hatte Brand auch in Echtzeit so bewertet. Dabei blieb es auch nach dem obligatorischen VAR-Check nach der Torerzielung. Doch schien Brand im Anschluss an diese beiden Szenen, die nur wenige Minuten auseinander lagen, seine Linie zu verlieren. 

Warum die Aufregung in einem solchen, klar gewonnenen Spiel? Gerade, weil uns Woche für Woche aufs Neue erzählt wird, wie und warum sich ein VAR nicht oder doch oder zwingend oder vielleicht besser melden sollte oder darf, sind wir hier besonders aufmerksam. Und wir verfolgen das ja vor allem deshalb als Fans alles so kritisch, weil es Woche für Woche dabei unglückliche Verkettungen des VAR-(Nicht-)Handelns gibt, ebenso offensichtliche Fehler oder "Systemversagen". 

Einige der meistgenutzten Begründungen oder Rechtfertigungen für fehlende Signale aus dem Kölner Keller sind dabei die, dass nur klare Fehlentscheidungen oder fehlende Wahrnehmungen des Schiris auf dem Feld korrigiert werden sollen. Wenn man das zum Maßstab nimmt, werde ich bei besagter "Elfmeter"-Szene und im Vergleich dazu bei zwei Szenen des heutigen Spiels Leverkusen-Bochum, die ich zufällig gesehen habe, langsam irre. 

In Leverkusen übersah der Schiri ein glasklares Foul der Gastgeber im Strafraum und gab außerdem nur Gelb statt Rot für einen (unglücklichen) Tritt mit durchgestrecktem Bein und offener Sohle gegen das Knie eines Bochumers. Beides Szenen, die zwingend hätten den VAR auf den Plan rufen müssen. Doch Fehlanzeige. Dagegen meldete sich in Gladbach der übereifrige VAR bei einer Situation, in der es weder sachlich noch nach den Regeln geboten war. Und da bin ich Benjamin Brand dann heute auch wirklich dankbar, dass er sich aus Köln nicht hat verunsichern lassen. Denn er hatte sowohl den Zweikampf mit Zakaria und den von Stindl vor dem 4:0 für sich bewertet und dies aus meiner Sicht völlig korrekt - mindestens aber regelgerecht.      

Bundesliga, 12. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Spielvereinigung Greuther Fürth 4:0. Tore für Borussia: 1:0 Hofmann, 2:0 Neuhaus, 3:0 Plea, 4:0 Hofmann.

Saisonspende: Vier Tore und ein Zu-Null bringt weitere 5 Euro. Neuer Zwischenstand: 67 Euro.

Folgendes gilt für die Saison 2021/22: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal: 1 Euro. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Deutsche Meisterschaft: 121 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.