2021-04-17

Bewerbung abgegeben

Willkommen zurück, Borussia! Der Sieg heute war nicht nur vom Ergebnis her äußerst charmant - besonders für mich als fast mein ganzes Leben lang von Frankfurt-Fans umgebener gebürtiger Hesse.
Es war auch die Rückkehr der Mannschaft, die uns Marco Rose versprochen hatte, die er für ein Jahr auch auf die Beine gestellt hatte und die irgendwann im Spätherbst zwischen Pflicht und internationaler Kür verloren gegangen war.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Sieg heute verdient war. Ob in der Höhe, darüber kann man diskutieren, aber das juckt mich letztlich auch nicht - schließlich gingen auch schon genug Spiele für die Leistung zu knapp aus. Gladbach hatte das Spiel fast die gesamte Spielzeit über im Griff, die Abwehr frustrierte die Stürmer Silva und Jovic enorm, weil sie ihnen eigentlich überhaupt keine Schnitte ließen. Defensiv hielten die Borussen die Formation sehr breit, sodass vor allem über die Außen kaum schnelle Angriffe durchkamen.   

Außerdem hatte Borussia noch weitere Möglichkeiten, diese vier Tore auch in anderen Situationen nochmal zu erzielen. Und das, ohne die zweieinviertel möglichen Elfmeter, über die ich mich heute zum Glück nicht mehr aufregen muss.

Auf der anderen Seite war es natürlich ein Spiel, das genausogut sehr frustrierend hätte enden können, wenn die Eintracht in der ersten Hälfte ihre Torgelegenheiten durch Jovic und Ilsankers Kopfball, den Tobi Sippel sensationell noch an die Latte lenkte, besser genutzt hätte - und Borussia eben nicht.

Und wenn alle treffsicherer gewesen wären, hätte es bis zum Schluss vielleicht ein Spiel auf des Messers Schneide sein können, mit einem sehr hohen aber knappen Endergebnis.

Was der Ausgang heute nicht war: glücklich. Natürlich spielte es Jonas Hofmann und seinen Kollegen in die Karten, dass das 1:0 ziemlich leicht und früh fiel, und dass Frankfurts Torwart Trapp beim zweiten Tor zuviele Gedanken im Kopf hatte, wie Hofmann den Ball nach innen bringen könnte und den strammen Schuss dann unter den Armen durchflutschen ließ.

Ansonsten waren bei einigen Szenen eher die Gäste im Glück als der VfL. Das galt für ein aus meiner Sicht strafwürdiges Foul von N'dicka an Thuram. Es galt nicht so sehr für ein Handspiel in der zweiten Halbzeit, wo im Fallen die Hand des Frankfurters vor dessen Körper getroffen war, der Schuss aber direkt Richtung Tor ging. 

Am strittigsten war es allerdings bei Ilsankers ungewollter Ballfangaktion in der ersten Hälfte. 

Ja, ich akzeptiere die Interpretation von Schiri Deniz Aytekin, der erst die leichte Ballberührung mit dem Bein und dann auch den relativ körpernah geführten Arm als entlastend wertete. Ich kann damit leben, weil er sich die Szene nochmals am Bildschirm ansah und dann bei seiner ursprünglichen Entscheidung die er in Echtzeit bewertet hatte, blieb.

Ich halte sie trotzdem für falsch und glaube, dass es unter zehn Bundesligaschiedsrichtern keine eindeutige Mehrheitsentscheidung für diese Auslegung gegeben hätte. Es ist völlig fußballwidrig, dass ein Schuss, der im Strafraum direkt aufs Tor geschossen wird, von einem Spieler mittels Berührung beider Arme abgeblockt, kurz sogar gestoppt (also "gefangen") werden kann und dies keinen Elfmeter zur Folge hat.

Es war zum Glück keine Entscheidung, die für dieses Spiel am Ende eine Rolle gespielt hat. Aber das macht die Szene an sich ja nicht unstrittiger. Ansonsten gefiel mit Aytekin wieder gut, die Kommunikation 1A, manchmal vielleicht etwas zu kleinlich bei leichten Schubsern von hinten - da ist die Linie in der Bundesliga ja doch inzwischen oft auch etwas großzüger.  

Unter dem Strich kann man der Rose-Elf heute die wohl beste Leistung seit fast einem halben Jahr bescheinigen - auch weil es kein Gegner aus dem unteren Tabellendrittel war, den man leichter dominieren kann, sondern der Vierte der Liga, der auch immer noch 10 Punkte Vorsprung auf Ginter und Co. hat. 

Mit zunehmender Spielzeit kopierte Gladbach sogar ein wenig das eigentlich von der Eintracht gerne praktizierte Spiel mit vielen langen Bällen hinter die Mittellinie, und überließ dem Gegner am Ende erstaunliche 63 Prozent Spielanteile statt wie so oft selbst die Spielkontrolle zu suchen. Dazu spielte die Fohlenelf - ebenso erstaunlich nur 326 Pässe (Frankfurt 567) und verbuchte eine äußerst mäßige Passquote von 71 Prozent - weil der Spielaufbau erheblich zielstrebiger (und fehleranfälliger) nach vorne ging, was Frankfurt durchaus zur Vorsicht bei eigenen Pressing anhielt und ihnen einiges von ihrer Angriffsschärfe nahm.

Dass dieser Sieg gelang - und auch noch ohne Zittern bis zum Schluss - hatte viel mit Disziplin, Kampf- und Laufbereitschaft zu tun, und es brauchte in einigen Szenen auch den energischen individuellen Einsatz, bei dem sich vor allem Stevie Lainer einmal mehr Bestnoten verdiente, weil er Kostic immer wieder abkochen konnte und auch unter Druck stabil blieb.
Jonas Hofmann lief wieder wie aufgezogen, als hätte er in der Covid-19-Quarantäne seine Reserven noch ausgebaut. Natürlich war er auch nach vorne zusammen mit dem zunehmend befreiter aufspielenden Marcus Thuram der Kreativmotor des VfL, was den Frankfurtern ohne deren Kampfschwein Martin Hinteregger doch deutlich zusetzte und einige Unsicherheiten offenlegte.

Na klar, auch der unauffällige Elvedi und die auffälligen Torschützen Ginter und Bensebaini verdienten heute Extralob, aber es gab keinen, der da wirklich abfiel. BEsonders loben muss man Tobi Sippel aber - nicht nur für zwei, drei fantastische Paraden und sein verdientes Zu-Null-Spiel. Sondern auch für seine sehr kontrollierten und präzisen langen Bälle nach vorne. das ist etwas, was Yann Sommer zuletzt etwas hatte vermissen lassen. Viele lange Schläge des Schweizers landeten postwendend beim Gegner, gerade in Phasen, wo die Mannschaft unter Druck war. Heute war das gefühlt (ich habe nicht mitgezählt) viel effektiver. Top, Tobi!

Was aber das Wichtigste war - die Energieleistung von Berlin vergangene Woche hat im Positiven Spuren hinterlassen. Es stand heute wieder eine Einheit auf dem Platz. Spieler, die füreinander laufen und fighten, die sich helfen, unterstützen - die sich verstehen. Und nicht vergessen: Es fehlten heute mit Kapitän Stindl, Yann Sommer und Chris Kramer nicht irgendwelche Spieler. Aber das war fast nicht zu bemerken, weil andere Spieler diese Lücken exzellent auszufüllen verstanden.

Ob das gute Auftreten heute auch etwas mit der geklärten Trainerfrage in der kommenden Saison zu tun hatte? Mit der Möglichkeit, sich ausgerechnet im ersten Spiel nach der Bekanntgabe von Hütters Wechsel genau diesem 90 Minuten lang in erster Reihe präsentieren und sozusagen bei ihm "bewerben" zu können? Das könnte sein.
Aber in erster Linie ziehen die Spieler (und der Trainerstab) in eigener Sache an einem Strang - weil sie gemerkt haben, dass es aufwärts geht, dass sie sich auch wieder belohnen, wenn sie sich im Spiel etwas zutrauen und nicht nachlassen. Bestes Beispiel: Florian Neuhaus, der heute wieder einige instinktive Weltklasse-Anspiele zeigte, unter anderem den schönen Wechsel auf Jonas Hofmann vor dem 2:0. 

Jetzt gilt es, diese Leistung zu bestätigen. Hoffentlich fällt für das Spiel in Hoffenheim am Mittwoch Jonas Hofmann nach dem K.o.-Schuss von ("ausgerechnet") Amin Younes nicht schon wieder aus. Denn so wie er heute aufgespielt hat - in der Defensive, in der Offensive, aus dem Spiel heraus und bei seinen Standards -, ist er kaum wegzudenken aus der Startelf.

Heute können wir wohl alle gut schlafen. Das war ein großer Schritt hin zu einem versöhnlichen Saisonende. Egal, was Corona oder andere Plagen für uns noch bereit halten.

Bundesliga, 29. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 4:0. Tore für Borussia: 1:0 Ginter, 2:0 Hofmann, 3:0 Bensebaini, 4:0 Wolf.

Saisonspende: Heute gibt's 3 Euro ins Sparschwein. Vier Tore ergeben 2 Euro, dazu endlich mal wieder eine weiße Weste, und das für den frischgebackenen Vater Tobis Sippel. Das ist toll! Ach ja, Gesamtstand: 106,50 Euro.

Zur Erinnerung, darum geht's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Erreichen der K.o-Phase und für jede weitere erreichte CL-Runde: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

2021-04-10

Drama, Baby!

Halbwegs friedlich gehe ich ins Restwochenende - nach einem Unentschieden gegen einen abstiegsgefährdeten Gegner, der auch heute zeigte, warum er so weit unten in der Tabelle steht.

Am Ende nehme ich den Punkt gern mit und will zufrieden sein, obwohl ich auch der Meinung bin, dass nur Borussia heute ein logischer Sieger der Partie gewesen wäre. Und Lars Stindl und Co. es auch verdient gehabt hätten - durch irgendein krummes Ding, sei es ein zweiter Elfmeter oder auch ein Neuhaus-Schuss in den Winkel nach dessen kurioser Ballmitnahme ein paar Minuten vor Schluss. Ja verdammt: Gladbach wäre auch mal dran gewesen, ein Spiel, in dem vieles gegen die Rose-Elf lief, auf mehr als glückliche Weise zu gewinnen 

Passt das jetzt zusammen? Ich glaube: Ja.

Aus neutraler Sicht war das heute im Olympiastadion wirklich ein packendes Spiel, das viel Unterhaltung bot, inklusive einer gehörigen Portion Drama. Aus Gladbacher Sicht wurde es früh zum Alptraum, dann zum Prüfstein. Und wenn wir Glück haben, wurde es zu einer Reifeprüfung, aus der die Mannschaft am Ende mehr Kraft zieht als vielleicht aus den Siegen gegen Schalke und Freiburg zusammen.

Denn im Gegensatz zum Sky-Reporter Michael Born kann ich einschätzen, welcher Mannschaft man heute zu einer guten Leistung gratulieren muss. Es ist nicht die Hertha, die der "Fachmann" am Mikro dazu beglückwünschte, dass sie sich stark verbessert gezeigt und gegen Gladbach auf 60 Prozent Ballbesitz gekommen war. Wer nicht ganz blöd ist, weiß, dass diese Zahl gar nicht so großartig ist, wenn man 77 Minuten in Überzahl gespielt hat - ein Fakt, den Born das ganze Spiel über ausgeblendet zu haben schien, so begeistert war er von der "Leistungssteigerung" der doch nominell auch ziemlich hochkarätig aufgestellten Berliner Elf. Egal, daran will ich mich gar nicht weiter hochziehen. 

Aber letztlich kann man daran auch - ein bisschen wenigstens - ablesen, dass heute die Mannschaft in Unterzahl ihre nach 13 Minuten grundlegend geänderte Aufgabe zur vollen Zufriedenheit gelöst hat. 

Fast das ganze Spiel war Borussia in Unterzahl, lag dann zurück, drehte den Rückstand noch vor der Pause und war in Halbzeit eins sogar phasenweise noch in der Lage, den Gegner gut zu bespielen, den der Platzverweis gegen Yann Sommer scheinbar mehr durcheinander gebracht hatte als die dezimierte Mannschaft.
Das lag auch ein bisschen an der taktischen Ausrichtung der Berliner, die eigentlich auf Konterspiel eingestellt waren und nun in die Spielmacherrolle gedrängt waren, was ihnen merklich Probleme machte. In Halbzeit eins war der VfL jedenfalls die zielstrebigere, in jedem Fall aber effektivere Mannschaft.

Zur Pause reagierte Pal Dardai und brachte mit Plattenhardt, Piatek und Radonjic gleich drei neue Spieler, die der veränderten Spielarchitektur Rechnung trugen. Daraus Kapital zu schlagen, gelang aber nur in den ersten Minuten nach der Pause, als Cordoba auch deshalb das schnelle 2:2 gelang, weil die Abseitslinienlotterie diesmal mal wieder zu Ungunsten von Borussia ausging.

Danach aber verteidigten Kramer, Ginter und Co. die Berliner Versuche, das von Tobias Sippel hervorragend gehütete Tor in Gefahr zu bringen, richtig gut weg, sodass irgendwann fast nur noch planlos Flanken in den Strafraum des VfL geschlagen wurden, die heute aber meist recht einfach geklärt werden konnten. Mit ablaufender Spielzeit hatte ich jedenfalls immer weniger die Befürchtung, dass das Spiel verloren gehen würde. Ich hoffte im Gegenteil eher darauf, dass auf der anderen Seite noch irgeneine Murmelei zum Gladbacher Sieg gelingen würde. 

Fast hätte das auch geklappt - ja klappen müssen. Und damit bin ich beim Thema Schiedsrichterentscheidungen. Auch hier nicht so emotional wie sonst, auch wenn ich mich während des Spiels natürlich gehörig aufgeregt habe. Patrick Ittrich hat für mich heute keinen besonders guten Tag gehabt, er lag aus meiner Sicht bei einer Reihe von Zweikampfentscheidungen diskutabel falsch. Die wichtigste Szene hat aber nicht er zu verantworten, sondern der VAR Robert Hartmann in Köln. Es geht um die eine richtig gute Chance in der 72. Minute, als Klünter und Thuram im Strafraum den Ball verpassten und ins Straucheln kamen. Thuram rutschte mit dem Gegner zusammen Richtung Tor und versuchte da schon, mit dem langen Bein Halt zu bekommen, rutschte aber über Klünters Bein und Arm weiter nach hinten weg und kam schließlich mit seinem einen Fuß zwischen Körper und Arm des Verteidigers. Soweit ist alles noch ok.
Doch in dem letzten Moment, als der Gladbacher Stürmer sein Bein aus dieser Position wieder nach vorne nehmen wollte, um aufzustehen und dem Ball hinterherzugehen, klemmte sein Gegner den Fuß erst etwas ein, so dass dieser nicht loskam und zog dann seine Hand und Thurams Bein noch etwas hoch, sodass dieser vollends auf dem Bauch landete. 

Für mich führt da beim besten Willen an einem Foulpfiff nichts vorbei. Dass Ittrich das in Realgeschwindigkeit anders wahrnahm, akzeptiere ich. Aber dass der VAR, der die Superzeitlupe zur Verfügung hat, um Vergehen nachzuweisen, das nicht sieht oder nicht so wertet, macht mich fassungslos. Klar, man kann das anders interpretieren. Und dann wird im Zweifel wieder das so berühmte wie  unsinnige "das reicht eben nicht für einen Elfer" bemüht.
Aber wenn man diese absichtliche Bewegung des Verteidigers wahrnimmt, ist es - leicht oder nicht - eine strafwürdige Aktion und ein klarer Elfmeter. Es fällt mir schwer, zu akzeptieren, dass auch hier wieder einmal ein wie auch immer geartetes "Ermessen" entschieden hat, das aus meiner Sicht sportwidrig ist.

Und dieses Sportwidrige zog sich heute durch einige Szenen. Das fängt mit dem Fakt an, dass heute der bekannt unsportliche Sportkamerad Ascacibar auf dem Platz stehen, um sich treten, ein abgefälschtes Tor erzielen und den Schuss vor dem zweiten Tor abfeuern durfte, obwohl er sich in der Woche zuvor ungestraft betont krass unsportlich verhalten hatte, als er gut vernehmbar an der Seitenlinie seinen Gegenspieler mit dem A........-Wort tituliert hatte. Aber: geschenkt.

Es geht weiter damit, dass Yann Sommer für ein Foul in einer klar ballorientierten Aktion (bei der der Gegner - by the way - keine Ballkontrolle und auch keine klare Torchance hatte) mit Rot vom Platz fliegt. Und auf der anderen Seite der Sportkamerad Seefuik für eine veritable Körperverletzung nur Gelb sieht. Damit will ich nichts gegen den Platzverweis von Sommer sagen - alle paar hundert Spiele geht so eine Klärungsaktion halt mal schief. Dass Cordoba den Kontakt am Schienbein gern annahm, statt erfolglos einem ins Aus fliegenden Ball hinterherzulaufen, ist auch ok. Auch gegen die Entscheidung Rot statt Gelb ist letztlich wenig zu argumentieren, die Regeln sind eben so.
Doch im Vergleich zu einem Spieler, der mit drei Meter Anlauf in einen
Ramy Bensebaini reinspringt, der ihn nicht kommen sieht und ihm so mit der angelegten Schulter gegen den Kopf rammt, dass das Opfer unkontrolliert mit dem Gesicht auf dem Rasen aufschlägt, ist Sommers Vergehen schon ein fast niedliches.
Ich habe wirklich in diesem Moment Angst um Ramy bekommen, der seinen Sturz in diesem Moment nicht aus eigener Kraft abfedern konnte. Ein Wunder, dass da nicht mehr passiert ist, und gut, dass er so lange weiterspielen konnte - nachdem schon der andere Linksverteidiger Oscar Wendt der Sommer-Aktion zum Opfer gefallen war.
Aber ganz ehrlich, selbst im rauhen Eishockeysport versteht man bei solchen Angriffen auf den Körper eines Gegners, der auf den Check nicht gefasst ist, keinen Spaß. Zum Vergleich: Wer einen Gegner so unkontrolliert in die Bande checkt, geht beim Eishockey mit einer Spieldauersiziplinarstrafe duschen. Es wäre nicht schlecht, wenn man da im Fußball auch mal drüber nachdenken würde - noch mehr, wenn ein Gegner dadurch verletzt ausgewechselt werden müsste. 

Auch wenn ich keineswegs zufrieden bin mit der Performance des Schiedsrichters - immerhin schickt er zu allem Überfluss mit einer ziemlich ungerechtfertigten (5.) Gelben Karte nun auch Chris Kramer am kommenden Wochenende gegen Frankfurt in die Zwangspause - Patrick Ittrich hat dennoch alles, was einen guten Schiri ausmachen kann, zumindest im Umgang mit Spielern und Trainern.
Positiv habe ich zum Beispiel kurz vor Schluss notiert, wie souverän er mit einem kleinen Ausraster von Marco Rose umging. Er sprach ihn ruhig an, auch mit Humor, sinngemäß: dass sie beide ja nicht gerade einen einfachen Job gehabt hätten heute und es sich jetzt nicht noch schwerer machen müssten. Kein übertriebene Schulmeisterei mit theatralisch gezogener Verwarnung für einen natürlich in der Schlussphase hoch emotionalen Trainer, sondern eine sachliche Art, zu beruhigen - so sollte es öfter sein. Vielleicht bin ich deshalb auch etwas gnädiger mit meinem Gesamturteil. 

Ein irres Spiel, ein 2:2. Es sollte heute wohl so sein. Und auf jeden Fall haben wir einiges durch- und erlebt. Es war einfach ganz schön viel drin - eben: "Drama, Baby!"

Bundesliga, 28. Spieltag: Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach 2:2. Tore für Borussia: 1:1 Plea, 1:2 Stindl (FEM, Thuram).

Saisonspende: Ein weiterer Punkt aufs Borussenkonto, und einen Euro für zwei Tore - ergibt sechs Spieltage vor Schluss eine Summe von 103,50 Euro.

Zur Erinnerung, darum geht's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Erreichen der K.o-Phase und für jede weitere erreichte CL-Runde: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.