2021-09-18

Im alten Trott

Einmal mehr Augsburg. Es ist Borussia gegen den FCA ja noch nie leichtgefallen, Punkte zu holen. Es waren gute und überlegene Leistungen dabei, wie letzte Saison. Es waren Grottenkicks dabei oder solch wenig mitreißenden Mittelklassepartien wie heute. 

Dass die Gastgeber auch heute wieder das bessere Ende für sich hatten, war am Ende aufgrund der Chancen nicht unverdient. Aber es war aus Gladbacher Sicht überflüssig wie lange nicht.

Dieses Augsburg war bei weitem die schwächste Mannschaft aus den bisherigen Duellen der beiden Vereine. Wenig Selbstvertrauen, bei jeder schnellen Kombination des Gegners überfordert, im Konterspiel im Zweifel überhastet oder ungenau.

Hätte Borussia heute nur ein bisschen gespielt wie in der zweiten Halbzeit gegen Bielefeld, es hätte nichts anbrennen dürfen.

Dass das Spiel dennoch verloren wurde, lag an den gleichen Dingen, die auch schon in den Spielen zuvor (mit Ausnahme des Bayern-Spiels) zu kritisieren waren. Es wirkt fast so, als hätte Adi Hütter das Launische von der Diva aus Frankfurt mitgebracht.

Punkt 1: Individuelle Fehler entscheiden Spiele. Immer wieder. Es ist egal, ob es jetzt Elvedi war, der vor dem 0:1 gepatzt hat. Es wurden auch vorher schon teils krasse Aussetzer im letzten Moment noch repariert – und nicht jeder Schiri hätte wohl die Szene zwischen Neuhaus und Vargas abgepfiffen. Aber es ist auch klar: Wenn man vorne nicht trifft, kann jede Ungenauigkeit hinten die Entscheidung gegen einen sein.

Punkt 2: Die Strafraumbesetzung war zwar auch heute besser als noch ganz zu Beginn der Saison. Das nützt allerdings nichts, wenn jede Flanke weit über den Strafraum segelt oder hängenbleibt. Die Standards waren eine Katastrophe – auch weil bis zu Benes‘ später Einwechslung kein einziger Spezialist in der Fohlenelf stand. Herrmanns gute Vorlagen aus der Vorwoche nahmen sich angesichts seiner heutigen Versuche fast schon wie Zufallsprodukte aus. Es ist fraglich, warum hier nicht ein stärkerer Fokus drauf liegt, wo man doch sieht, dass auch aufgrund der Ausfälle derzeit nur wenig Durchschlagskraft im Angriff kreiert werden kann.

Immerhin: Hätte der tolle Angriff beim Abseitstor doch gegolten, hätte der Gegner das Spiel wohl genausowenig
noch drehen können wie es der VfL heute vermochte.

Und das führt zum Hauptpunkt, dem Punkt 3:
Borussia verplempert zu viel vom Spiel, weil sie zu schnell zu zufrieden mit dem sicheren Ballkreisen in der eigenen Hälfte ist. Jeder Gegner, der entschlossen auf einen ballführenden Spieler zuläuft, erreicht, was er will – den Quer- oder Rückpass, mit dem sich auch der Gegner wohlfühlt, weil er dann bequem ohne Lücken verschieben kann. 

Das sorgt oft dafür, dass selbst ein Einwurf auf Höhe des gegnerischen Strafraums binnen kürzester Zeit wieder bei Yann Sommer landet. Gegen die Bayern war zu sehen, dass die Mannschaft es anders kann. Da war der Wille erkennbar, auch auf engstem Raum nach vorne zu kombinieren und den Gegner damit in die Unordnung zu zwingen. So knackt man auch biedere Gegner wie Bielefeld oder Augsburg. Aber man muss präzise und schnell spielen. Und mutig. Das alles zusammen bekommt die Hütter-Elf zu selten auf die Reihe.

Das fehlte nicht nur heute, man konnte das zähe Ballgeschiebe auch in der Vorsaison unter Rose oft beobachten. Aber es zog sich heute wieder durch das gesamte Spiel. Das sieht statistisch im Ballbesitz dann hübsch aus, bringt aber nichts ein. 

Im Gegenteil: Man öffnet so Tür und Tor dafür, dass am Ende ein individueller Fehler den Unterschied machen kann, obwohl man das Spiel vorher sicher in der Hand hatte.

Punkt 4: Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Wie immer gibt es einen Strauß an Dingen, die man dafür verantwortlich machen kann. Fakt ist: Es liegt offenbar mehr als uns lieb ist auch an den fehlenden Spielern. Thuram, Hofmann in der Offensive, aber auch Bensebaini und vor allem Lainer mit ihrer aggressiven Art und den tiefen Vorstößen sind offenbar die Bindeglieder, die einem Stindl oder Neuhaus derzeit fehlen. Manchmal lässt sich das kompensieren wie gegen Bielefeld. Aber starke Einzelaktionen klappen eben nicht jede Woche und gegen jeden Gegner, wie auch Denis Zakaria heute einmal mehr aufgezeigt bekam.

Auch wenn sich die Nachrücker wirklich alle Mühe geben, und man etwa einem Joe Scally sowieso nichts vorwerfen kann: Es reicht derzeit insgesamt nicht, um eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel souverän zu bespielen und vor allem glatt zu besiegen.

Das ist der Grund, warum Borussia derzeit selbst nicht unverdient zu diesen Teams zählt, und es sich jetzt, nach dem 5. Spieltag, bereits abzeichnet, dass es eine sehr komplizierte Saison werden wird.

Ich bin gespannt auf die Reaktion und die Ideen des Trainerteams. Denn die habe ich heute trotz offensichtlicher Probleme auf dem Rasen nicht wirklich ausmachen können.

Ein Lob will ich dennoch loswerden, auch wenn es keinem Gladbacher gilt. Schiedsrichter Badstübner war für mich heute der beste Mann auf dem Platz. Er pfiff zwar äußerst großzügig, lag aber bei allen kniffligen Entscheidungen richtig oder fällte nachvollziehbare Entscheidungen. Vor allem aber ließ er zu keiner Zeit Hektik aufkommen, war klar und ruhig in der Gestik. Allein das zu frühe Abpfeifen der Nachspielzeit störte mich, wobei dies an diesem Nachmittag wohl auch keinen Gladbacher Ausgleich mehr verhinderte. Das war ein durchweg souveräner Auftritt.

Bundesliga, 5. Spieltag: FC Augsburg – Borussia Mönchengladbach 1:0.

2021-09-13

Auf der Rasierklinge

Da ich im Moment nur über eingeschränkte technische Möglichkeiten verfüge, kommt mein Bericht zum ersten Saisonsieg diesmal in etwas improvisierter Form.


Es war teilweise ein Spiel zum Verzweifeln, phasenweise aber auch begeisternd, was der überragende Kapitän Lars Stindl und seine Jungs vor wieder einmal ansehnlicher Kulisse auf den Rasen brachten. Alles irgendwie zwischen Genie und Wahnsinn, manchmal Weltklasse, dann aber leider auch wieder mal eher unterklassig.

Egal: Ein klarer Aufwärtstrend war erkennbar, vor allem im Spiel nach vorne, und bei dem dazugehörigen „Stressen“ des Gegners, um diesen zu Fehlern zu zwingen. Da gab es schon viel Gutes zu sehen. 
Die kämpferische Einstellung war top, die herausgespielten Abschlüsse, nicht nur die am Ende erfolgreichen, bewiesen, welches spielerische Potenzial auch in dieser – erneut ja nicht in Idealbesetzung aufgestellten Mannschaft – schlummert.

Doch so erfreulich das war: Es gibt auch die schlampige, unerklärlich fehlerhafte Seite der Medaille. Natürlich, es sind junge Spieler dabei, die Fehler machen und Fehler machen dürfen. Doch das, was Borussia in den Spielen zuvor und gestern fast wieder um die Früchte der Arbeit gebracht hatte, hat leider oft den Ausgangspunkt bei arrivierten Spielern, die teils schon mehrere Jahre bei Borussia zusammenspielen.

Sei es der unfassbare Fauxpas von Hofmann und Plea, einen 2-gegen-den-Torwart-Konter mit einem Pass ins Abseits zu vernichten.
Seien es leichte Ballverluste, die jeden Gegner zu Kontern einladen, und die anschließende Konfusion in der Rückwärtsbewegung, bei denen der Gegner förmlich beim Toreschießen begleitet wird. 

So ein leichtes Gegentor wie beim 1:1 nach fatalem Neuhaus-Fehlpass, zumal noch in den letzten Sekunden der Nachspielzeit, das darf man sich gegen keinen Gegner leisten. Aber mit Borussias Ambitionen muss man vor allem in der Lage sein, sich von einem spielerisch unterlegenen Gegner wie Bielefeld nicht immer wieder so billig unter Druck setzen zu lassen. 

Drei aggressive Forechecker in der Gladbacher Hälfte reichten gestern, um den Spielaufbau in der Anfangsphase im Keim zu Ersticken, Ginter und Co nervös zu machen, sodass die Gäste ihr Spiel spielen konnten. Zwar bekam die Hütter-Elf das Spiel später viel besser in den Griff, doch schlechte Chancenverwertung und die Anfälligkeit gegen klare Konter verhinderte, dass sich die Borussen mal beruhigend absetzen und zu einem ruhigeren, gepflegteren Spiel kommen konnten.

Die Tore fielen – nach sehenswerten, aber engen Spielzügen– jeweils goldrichtig, aber auch mit jeder Menge Dusel. Klar: Wenn es gut geht, wird man gefeiert und wer trifft, hat Recht. Aber mit welcher Risikobereitschaft Zakaria zum Beispiel vor dem 3:1 in ein Harakiri-Dribbling tief in der eigenen Hälfte ging, das er nur mit etwas Glück gewann, das zeigt den derzeit oft zu beobachtenden Ritt auf der Rasierklinge, den das Team – natürlich mit den besten Absichten – abliefert.

Aber wer ehrlich ist, weiß, dass so ein Spiel im Normalfall schnell ernüchternd enden kann. Und Bielefeld hatte gestern wahrlich genügend erstklassige Gelegenheiten, das Spiel zu gewinnen und für Katzenjammer am Borussia Park zu sorgen.

Wir sind alle erleichtert, dass es anders kam, und ich nehme gern vor allem die guten Erkenntnisse mit in die Woche. Denn es muss ja auch berücksichtigt werden, dass erneut keine eingespielte Mannschaft auf dem Platz stand, wieder zwei verletzungsbedingte Wechsel verhinderten, dass über 90 Minuten mal konstant eine einzige taktische Aufstellung gespielt werden konnte. Und dass im Moment nicht die Zeit für großartige Spielkultur, sondern für durchbeißen und punkten ist.

Ich sehe die Mannschaft trotz aller gestern wieder offensichtlichen Schwierigkeiten auf dem richtigen Weg. Für den braucht es aber auf jeden Fall Geduld und starke Nerven. Und die müssen wir einfach jetzt im eigenen Interesse „zur Verfügung

Bundesliga, Saison 21/22, 4. Spieltag: Borussia Mönchengladbach – Arminia Bielefeld 3:1. Tore für Borussia: 1:0 Stindl, 2:1 Stindl, 3:1 Zakaria.

2021-08-29

Nicht grundlos da unten

 Mit einem Punkt aus drei Spielen als Tabellen-15. in die erste Länderspielpause: Das ist eine Bilanz, die man angesichts des unangenehmen Anfangsprogramms mit Spielen gegen Bayern München und Auswärtspartien in Leverkusen und bei Union durchaus befürchten, ja sogar als nicht so ganz unrealistisch betrachten konnte.

Denn dass ein neuer Trainer nicht vom ersten Spieltag an die Maßstäbe ganz neu setzen kann, das versteht sich von selbst. Dass die Verletzungen - die vielen Spieler, die deswegen fehlen oder noch keinen Spielrhythmus haben - und die ungeklärten Situationen rund um mögliche Transfers ein weiteres Hindernis in der Neuausrichtung der Mannschaft nach der unerquicklichen Rose-Spätphase sein würden, leuchtet auch jedem ein. Also muss man einkalkulieren, dass vieles noch nicht rund läuft. So weit, so verständlich.

Jeder weiß aber auch, dass es nicht so unglücklich laufen muss. Gegen die Bayern wären drei Punkte nicht unverdient gewesen, dort wurden sie ein Stück weit von außen (Schiri/VAR) verhindert.

Dass die Spiele gegen Bayer und die Eisernen verloren wurden, lag aber bei allen Randgeräuschen zu allererst an der eigenen Leistung unserer Rautenträger. 

Egal. Haken wir Leverkusen ab, schauen wir auf heute. Und da zeigte sich einmal mehr das unerklärlich fahrige Gesicht dieses doch inzwischen über mehrere Jahre ganz gut zusammengehaltenen und eingespielten Kaders. Ja, die jungen und vergleichsweise unerfahrenen Scally und Beyer standen heute auf dem Platz, und letzterer leitete den unerfreulichen Verlauf des Nachmittags mit seinem Fehlpass auch ein. Doch ihm ist als allerletztes ein Vorwurf zu machen, wenn neben ihm die erfahreneren Nebenleute wie Bensebaini, Stindl, Hofmann, Neuhaus dem Gegner die Bälle reihenweise in die Beine spielen. Stindls Missverständnis mit Wolf führte zum 0:2, das Abwehrverhalten bei beiden Toren war unterirdisch, auch weil es wieder einmal nicht gelang, rechtzeitig ein taktisches Foul zu ziehen oder in Überzahl gegen zwei Gegner im Strafraum den Überblick zu behalten. 

In der zweiten Hälfte war es wie gegen Leverkusen ein kurzes engagiertes Aufflackern nach der Pause, und danach viel Leerlauf, Ratlosigkeit und unpräzises Spiel gegen einen in die eigene Hälfte zurückgezogenen laufstarken Gegner. Es sah eigentlich nie danach aus, als würde heute noch ein Tor für Borussia fallen wollen, genauso wie vor einer Woche. Und es wäre unverdient gewesen, wenn nach dem in der Nachspielzeit endlich erzwungenen Anschlusstreffer von Jonas Hofmann auch noch das mögliche 2:2 gefallen wäre. Doch Patrick Herrmann vergab die Topchance einmal mehr ziemlich unsouverän und legte damit ein weiteres Problem des VfL offen: Solange Alassane Plea und Lars Stindl im Angriff zu viel gleichzeitig machen müssen, weil ihre Nebenleute weder als Vorbereiter noch als torgefährliche Alternativen zur Verfügung stehen, bleibt Borussia vorne viel zu leicht ausrechenbar.

Es fehlen - noch eine Weile - die Läufe von Thuram und Embolo, die Vorstöße von Lainer und natürlich auch die Gefährlichkeit, die ein Ramy Bensebaini in Bestform ausstrahlen kann. Alle anderen sind ja bemüht, aber weder Bennetts noch Herrmann noch irgendein anderer haben den Zug zum Tor, den es braucht, um im Zweifel dann auch anderen Räume in der Hälfte des Gegners zu öffnen.

Dass es hätte anders laufen können, zeigte die Anfangsphase, in der Gladbach das Spiel sicher im Griff hatte, mit vielen Direktpässen agierte und auch passabel durchs Mittelfeld kam. Das ist ein vernünftiger Weg, denn die Spieler für dieses schnelle Direktspiel sind da. Dennoch scheiterte die Hütter-Elf, übrigens wie in Leverkusen, immer wieder dann mit schlecht getimten Bällen, wenn es in die Spitze gehen sollte. Nicht zuletzt resultierten aus solchen fahrigen Zuspielen auch die gefährlichen Konter, die am Anfang beider Niederlagen standen.

Es ist, wie es ist. Und es sieht leider so aus, als hätte die Mannschaft noch sehr viel von der Endphase der letzten Saison in den Beinen und noch nicht genug von der Überzeugung für Hütters aufwändiges, intensives und körperbetontes Spiel in den Adern, die sie im Spiel gegen den Rekordmeister noch gezeigt hatte.

Wie gesagt: Man kann nicht erwarten, dass alles schon perfekt sitzt - das war ja auch bei den Gegnern bisher nicht so. Aber dass die entscheidenden Fehler der Rückrunde - mangelnde Kompaktheit im Defensivspiel  nach Ballverlusten und die fehlende Variabilität im Spiel nach vorne alias Plan B - weiterhin die beherrschenden Probleme sind, enttäuscht schon.

Denn Union reagierte heute taktisch auf die gute Anfangsphase der Fohlen, indem sie Stindl und Neuhaus sehr eng - fast in Manndeckung - nahmen und dafür eher Chris Kramer freiließen und so zum unfreiwilligen Gladbacher Spielmacher machten, was dieser überhaupt nicht zu nutzen wusste. Die taktische Antwort der Borussen blieb ohne Wumms. Denis Zakaria brachte zwar an Kramers Stelle nach der Pause deutlich Belebung, aber auch die Umstellung auf eine Dreierkette mit Bensebaini und dem oft absinkenden Zakaria als verkappten Aufbauspielern brachte gegen die massive Defensive von Union nur ganz wenig schnelle und durchdachte Angriffe hervor. Es dauerte meist zu lange, bis die eigene Hälfte überwunden war - auch weil lange Bälle gegen die Union-Defensive und dem Gladbacher Personal im Angriff wenig erfolgversprechend waren und beim anlaufen der Union-Stürmer immer wieder der sichere Passweg nach hinten gewählt wurde. 

Fazit: Es fehlt an vielem, und Borussia steht nach drei Spielen nicht ohne Grund da, wo man steht. Die Balance zwischen den Mannschaftsteilen ist noch nicht gefunden. Die Aggressivität, mit der man Gegner zu Fehlern zwingen kann, wird nicht als Mannschaftsverbund und bisher nur punktuell umgesetzt, Angriffspressing war heute zum Beispiel gar nicht zu sehen. 

Und die Zielstrebigkeit und Handlungsschnelligkeit - bis hin zum häufigeren Schuss aufs Tor, wenn es mal Sinn ergibt - lässt auch zu wünschen übrig. Für all das gibt es die oben genannten Gründe und mildernden Umstände. Es ist derzeit nicht einfach (aber genausowenig für die anderen Teams), ganz sicher. Das darf aber nicht als Entschuldigung dafür hergenommen werden. Adi Hütter und sein Team haben einen Rucksack voller Aufgaben, damit sie in zwei Wochen mit hoffentlich ein paar Spielern mehr, die sich über diese Tage wieder in Form bringen können, deutlich besser auftreten können. Bis dahin nehmen wir den Fehlstart in der Liga so an, wie man ihn - noch - nehmen kann: mit Fassung.

Exkurs: Am Schiedsrichter lag es heute nicht. Aber die selbstherrliche Arroganz, mit der Schiedsrichter Felix Brych gefühlt jede zweite (meist auch noch sehr klare) Aktion - egal ob Ausball oder Foul - falsch entschied, die ist gleichermaßen beeindruckend wie zur Weißglut treibend. Es hätte wahrscheinlich nichts genutzt: Aber auch heute beendete er das Spiel deutlich zu früh. Das Tor in der Nachspielzeit wurde allein eineinhalb Minuten gecheckt, danach ließ sich Luthe noch einmal eine gute halbe Minute Zeit mit einem Abstoß, und blieb, obwohl er dafür von Brych schon in der 46. Minute ermahnt worden war, natürlich ohne Verwarnung. Brych pfiff dann eine Minute nach Ende der angezeigten Mindestnachspielzeit von drei Minuten ab - gerade, als Borussia sich nach Ballgewinn für einen vielleicht letzten Angriff der Mittellinie näherte.

Dass kurz vor Schluss auch noch ein langer Ball auf Herrmann sofort als vermeintliches Abseits zurückgepfiffen wurde, obwohl es eine Zentimeterentscheidung gewesen wäre und doch die klare Maßgabe gilt, solche Angriffe durchlaufen zu lassen, das passte ins Bild. Aber das nur der Vollständigkeit halber. Wichtiger ist das, was die Mannschaft verbessern kann und muss.   

Bundesliga 2021/21, 3. Spieltag: FC Union Berlin - Borussia Mönchengladbach 2:1. Tor für Borussia: 2:1 Hofmann.


Saisonspende: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, Nach dem leeren Abend in Leverkusen gibt es heute durch Hofmanns Tor immerhin einen Euro dazu. Spendenstand nun: 4 Euro.

Folgendes gilt für die Saison 2021/22: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal: 1 Euro. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Deutsche Meisterschaft: 121 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

2021-08-22

Abend zum Vergessen

Wenn einem rein gar nichts gelingt und man noch stundenlang hätte weiterspielen können, ohne ins Tor zu treffen. Wenn auf der anderen Seite gefühlt jeder Schuss ein Treffer ist und man nur hinterher rennt. Wenn ein Spiel mal so läuft, spricht man gemeinhin von einem gebrauchten Tag. Kein Wunder also, dass diese Vokabel auch nach dem ernüchternden 0:4 in Leverkusen die wohl meistgebrauchte war.

Doch damit ist das Spiel nicht allein zu erklären. Fangen wir bei der Leistung der Hütter-Elf an. Die war nicht ausreichend, das ist klar. Ein Torwart, der in einigen Szenen nicht die gewohnte Sicherheit ausstrahlte, um es vorsichtig zu formulieren. Man könnte auch sagen, dass er bei zwei Gegentoren schlecht aussah, auch wenn man ihm da keinen groben Fehler unterstellen muss. 

Ein Kapitän, der zwar gewohnt vorneweg ging, was die kämpferische Einstellung und die Leistungsbereitschaft anging. Der aber auch vom Elfmeterpunkt die Chance hatte, dem Spiel eine andere Wendung zu geben und dabei recht kläglich scheiterte - ebenfalls sehr ungewohnt für den sonst nervenstarken Lars Stindl.

Der Rest ist mehr oder weniger kollektiv fehlerhafte Verteidigung bzw. individuelle Fehler, die sich nicht reparieren ließen, nicht nur bei den Gegentreffern - und das gleichzeitige Auslassen einiger guter eigener Chancen.


Das allein reicht heutzutage schon, um in der Bundesliga ein Spiel klar und verdient zu verlieren. Das kann in der Findungsphase in einer neuen Saison mit einem neuen Trainer auch mal passieren. Und natürlich muss man da auch als Trainerteam als erstes ansetzen. 


Doch es gab gerade in diesem Spiel noch mehr spielentscheidende Einflüsse. Die sind die eigentlich Unentschuldbaren, aber sie sind für Borussia kaum zu beeinflussen. Was diese Niederlage noch ärgerlicher macht, als sie ohnehin schon ist.


Reden wir Klartext: Denis Aytekin, inzwischen weithin geschätzter Schiedsrichter, hatte, obwohl er keine ganz groben Fehler machte, heute nicht seinen besten Tag - genauso wie die Gladbacher. Er pfiff gewohnt wenig, ließ sehr viel laufen. So weit, so gut. Doch dabei entging ihm, dass die aggressive Zweikampfführung, mit der vor allem die Bayer-Akteure den Gegner durchaus erfolgreich bearbeiteten, in vielen Fällen über das normale Maß hinaus ging. Mit Konsequenzen. Denn es war (zu) oft rohes, rücksichtsloses Spiel dabei. 

Das bekam zuerst Marcus Thuram zu spüren, dem Tah ziemlich heftig in den Körper sprang, ihm dabei klar auf den Fuß trat und ihn zugleich außen am Knie traf, was Tikus wenig später zum Aufgeben zwang. 

Aytekin pfiff das Foul zwar, verzichtete aber hier wie in einigen anderen Szenen auf die notwendige Konsequenz. 

Tah bekam kein Gelb, und das Spiel eskalierte weiter, mit dem negativen Höhepunkt, der Szene, die zum Elfmeter führte. Bakker streifte mit einem Fuß zwar zuerst den Ball, stoppte den Gladbacher, der schon an ihm vorbei war, aber dann brutal mit einer "Schere". Er klemmte das linke Bein ein und traf ihn mit dem nachgezogenen rechten Fuß. Mit offener Sohle trat der Stevie Lainer auf der Strafraumlinie in die Hacke, und so wie es aussieht, brach er ihm im Ablauf dieser Szene den Knöchel. 

Aytekin hatte eine gute Sicht von der Seite auf die Szene, er gab Bakker die gelbe Karte. Möglicherweise auf dem Feld ohne Wiederholungen auch nachvollziehbar. Doch wo blieb in diesem Moment der VAR Tobias Welz? Eine klarere Rote Karte kann man sich kaum vorstellen als bei Ansicht dieser Bilder. Bei zweiten Tritt hatte Bakker keine Chance auf den Ball, seine Aktion war kontrolliert zu Ende geführt. Er wollte Lainer sicher nicht absichtlich verletzen, aber er nahm es einfach in Kauf. 


Nach dem VAR-Ärger in der Vorwoche war dies der zweite spielentscheidende grobe Fehler im Kölner Keller, nach dem es mir als VAR-Befürworter langsam auch schwerfällt, noch Argumente für ihn zu finden.


Nun könnte man lange darüber diskutieren, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Leverkusen danach zu zehnt hätte weiterspielen müssen. Doch das ist Spekulation. Fakt ist: Borussia verschenkte den Elfmeter und kam trotz einer ganz guten Phase nach der Pause mit einigen guten Gelegenheiten nicht zum Torerfolg. Der VfL war heute auch ohne die widrigen Umstände einfach nicht gut genug. Dass der K.o. zum 0:3 durch einen abgefälschten Ball von Bensebaini möglich wurde, sagt aber eigentlich alles über den schlechten Stern aus, unter dem dieses Spiel offenbar stand. 


Die drei verlorenen Punkte sind für mich dabei verschmerzbar. Viel schlimmer sind die Verletzungen von Lainer, Thuram, Plea und Bensebaini nach einem ebenfalls schon dunkelgelben Foul von Diaby in der Nachspielzeit. Sie könnten - je nach Schwere - deutlich länger nachhallen  als das 0:4.


Bundesliga 2021/21, 2. Spieltag: Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 4:0.

2021-08-14

Sauber, sog i!

 Football's back in the Park!

Das war ein wirklich toller Auftakt in die Saison: Stimmungsmäßig selbst am Fernseher ein lange nicht dagewesener Genuss und sportlich ein hoffnungsvoller Startschuss nach den doch eher drögen Rose-Abschiedsmonaten. Und insgesamt war es auch ein richtig flottes, ungewohnt offenes Spiel zweier Teams in der Findungsphase zu Beginn der Saison.

Sicher, es war wohl noch nie so leicht wie heute, die Bayern zu schlagen. So viele leichte Fehler habe ich beim Rekordmeister wirklich lange nicht mehr gesehen. Die Chancen auf weitere Tore waren da, mehr als einmal, gerade in den ersten zehn Minuten und in der Schlussphase der Partie. Sie wurden wieder einmal nicht genutzt, leider. Es gibt also genug Dinge, über die man sich ärgern könnte, weil es deswegen am Ende eben nicht drei Punkte, sondern nur einer war. 

Aber am Ende ist auch das 1:1 für beide Teams verdient, denn es hätte genausogut - wie so oft - in Richtung der Bayern kippen können, vor allem in der Druckphase nach der starken Gladbacher Anfangsviertelstunde und zu Beginn der zweiten Halbzeit. Selbst der letzte Angriffsball der Gäste, den Kimmich relativ kläglich aus guter Position neben das Tor setzte, hätte noch für ein unglückliches und unverdientes Ende sorgen können. 

Aber es passt zu dem Eindruck, den Adi Hütter vermittelt und der sich auch im erfolgreichen Pokalspiel gezeigt hat: Kramer und Co. sind bereit, alles reinzuwerfen, auch die Wege zu gehen, die richtig weh tun, und das auch noch in der letzten Minute der Nachspielzeit. Das ist in der Tat etwas, das alle Hütter-Teams ausgezeichnet hat, und das scheint er auch hier in der kurzen Zeit schon gut vermittelt zu haben. 

Es liegen daher Welten zwischen dem letzten kläglichen Auftritt in München, der ja noch nicht so lange her ist, und dem Spiel heute, in dem die Borussia dem Gegner von der ersten Minute an signalisiert hat, dass sie nicht klein bei geben wird. 

Das sieht man an dem unverwüstlichen Stevie Lainer, dem Wühler Stindl, aber auch an Chris Kramer und Flo Neuhaus, die ja als Kilometerfresser bekannt sind, aber dennoch heute mit Krämpfen an ihre Grenzen kamen. Man sieht es aber auch an Joe Scally, der nach seinem guten Debüt in Kaiserslautern heute noch zwei Schippen drauflegte, nahezu fehlerlos auftrat und damit Sané vor allem in der ersten Halbzeit zum Statisten degradierte. Scally bewegt sich in der Mannschaft, als wäre er schon jahrelang dabei. Besonders auffällig, dass er mit dem Ein-Kontakt-Fußball, mit dem sich die Mannschaft immer wieder aus engen Situationen an der Seitenlinie befreit, hervorragend zurecht kommt. Seine Pässe sind präzise, seine Ballannahme sauber, da ist in kurzer Zeit eine echte Alternative auf dieser Position herangewachsen. Eindrucksvoll.

Erfreulich finde ich auch die Entwicklung bei Hannes Wolf. Auch heute hatte er einige ärgerlich-unpräzise Zuspiele drin, die möglicherweise gute Chancen verschenkten. Aber er eroberte wieder viele Bälle, schloss Räume, ging konsequent selber verlorenen Bällen hinterher - und gewann einige auch prompt zurück. Da zeigt eine Formkurve klar nach oben. Aber das gilt es für ihn nun zu bestätigen, bevor seine Konkurrenten um den Stammplatz alle wieder bei vollen Kräften sind.

Patrick Herrmann wiederum hätte sich in seinem 300. Spiel früh belohnen müssen, doch wie schon in Kaiserslautern wählte er die falsche Lösung und vertändelte seine Schusschancen. Davon abgesehen ist sein Einsatz vorbildlich.
Fleißig, schnell und mit gutem ersten Kontakt am Ball: Auch Keanan Bennetts ließ erneut sein Können aufblitzen. Vielleicht hat er beim nächsten Mal dann noch das Selbstvertrauen, genauso zielstrebig in die Box zu ziehen oder mal draufzuhalten, wie er an der Außenlinie agiert. Vielleicht erobert er sich ja doch noch seinen Platz im Kader, nach den letzten beiden Kurzeinsätzen würde ich das nicht ausschließen.

Aus einer absolut überzeugenden Mannschaft muss trotzdem natürlich heute Yann Sommer hervorgehoben werden. Wäre er nicht gewesen, mit seinen unglaublichen Reflexen bei Schüssen aus zwei bis fünf Metern - wir müssten uns keine Gedanken über vorenthaltene Elfmeter und vergebene Chancen machen. Das war wahnsinnig stark vom Schweizer.

So gesehen muss man ihm ja schon fast die Schuld für die Aufregung in den Schlussminuten geben. ;-)

Da war dann noch mal ordentlich was los, und ein weiteres Kapitel Gladbach und die Schiedsrichter wurde geschrieben. Es gab: zwei klare Fouls an Marcus Thuram, zweimal großzügig übersehen vom Feldschiedsrichter Marco Fritz und nicht beanstandet vom Kölner Keller in Person von Christian Dingert. Es ist wie so oft, dass offenbar an Gladbach neue Regeln ausprobiert werden. Oder waren es alte? Wer weiß das schon.

In Szene eins greift Upamecano mit dem Arm an Thurams Schulter und trifft ihn gleichzeitig unten am Fuß, sodass Thuram unkontrolliert hinfällt und den Pass kurz vor dem Tor nicht bekommen und verwandeln kann. Eigentlich eine klare Sache, und da Fritz die Szene wohl nicht komplett im Blick hatte, eigentlich auch die klare Möglichkeit des VAR, ein Review zu empfehlen. Was die beiden Schiris besprochen haben, weiß ich natürlich nicht, doch Fritz entschied auf Weiterspielen, ohne sich die Szene selbst nochmal anzuschauen. 

Zwei Minuten später setzt sich Thuram gegen Upamecano durch, kreuzt vor ihm am Fünfer, sodass der Münchner hinter Thuram keine Chance mehr hat, den Ball zu spielen. Dennoch gibt es drei klare Kontakte, die Thuram beinträchtigen und zu Fall bringen, bevor er aufs Tor schießen kann. Vergangene Saison gab es mehrere Elfmeter in ganz ähnlicher Art für Thuram. Hier aber ließ sich Fritz auf gar keine Diskussion ein. Schon während Thuram fiel, winkte er energisch "Weiterspielen", hatte also keinerlei Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung, die die Fernsehbilder aber nicht recht stützen können. 

Es ist für mich einmal mehr absolut unverständlich, warum ein Schiedsrichter die technischen Hilfsmittel nicht nutzt, um so eine Szene sicher aufzulösen. Oder warum ihn der VAR nicht mutig darauf hinweist, dass er falsch liegen könnte. Es soll ja ab dieser Saison weniger Elfmeterpfiffe geben, wenn es der Stürmer merklich auf den Kontakt mit dem Gegner abgesehen hat. Diese Linie finde ich richtig. Aber um zu beurteilen, ob es sich wirklich so verhält, sollte man die Videobilder nutzen. Sonst endet doch wieder alles in Diskussionen um "zu wenig" oder "gerade so genug Kontakt" für einen Elfmeter.

Mein Verdacht hier: Gerade in Szene 2 unterstellte Fritz, dass sich Thuram nur fallen ließ, um nach der vorhergehenden Szene eine Konzessionsentscheidung zu erzwingen. Thuram ließ sich aber gerade nicht leichtfertig fallen, er wurde gefoult. Und so krönte der Feldschiedsrichter seine insgesamt schon sehr dürftige Leistung mit zwei glatten, möglicherweise spielbeeinflussenden Fehlentscheidungen. 

Fritz pfiff in einem hart umkämpften Spiel mit etwa 250 teils knackigen Zweikämpfen insgesamt nur zehn Fouls und gefiel sich darin, so gut wie alles laufenzulassen, im übrigen durchaus auf beiden Seiten. Besonders auffällig ein (unabsichtlicher), aber heftiger Tritt von Lewandowski auf den Knöchel von Scally, der zwingend mit Gelb hätte geahndet werden müssen. Es gab nach der Verletzungsunterbrechung aber: Einwurf für die Bayern. Ebenso überraschend, dass es mehrfach klar falsche Entscheidungen bei Ecke/Abstoß oder bei Einwürfen gab.
Angesichts dieser "Leistung" und den beiden verweigerten Elfmetern war die Kirsche auf der Torte dann die Gelbe Karte, die er dem etwas zu heftig protestierenden Adi Hütter in der Schlussphase zeigte, in seiner unnachahmlich selbstherrlichen Art natürlich. Es sind solche Gelegenheiten, die uns sicher noch oft wehmütig an jemanden wie Manuel Gräfe denken lassen.

Aber egal, es hilft nichts: Verpfiffen ist verpfiffen und wird nicht "zurückgegiven". Die Hütter-Elf hatte genug Chancen, die Sache auch anders zu regeln, das Remis geht in Ordnung, zumal angesichts der noch immer angespannten Personalsituation. 

Und was vielleicht das Wichtigste ist: Mit der Art und Weise, wie die Mannschaft heute und am vergangenen Montag aufgetreten ist, geht ein Ruck durch alle: Wer so kämpft und spielt, hat uns Fans sofort wieder bedingungslos auf seiner Seite. Und holt sich natürlich auch Selbstvertrauen auf dem Platz für die nächsten Aufgaben. Dieser Anfang ist gemacht, der Gladbacher Spirit war heute auch am TV schon wieder spürbar - das freut mich total und macht Hoffnung auf eine gute und sehenswerte Saison.  


Bundesliga 2020/21, 1. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München 1:1. Tor für Borussia: 1:0 Plea.

Saisonspende: Mit dem Tor von Alassane Plea kommt heute ein Euro dazu. Mehr war drin, aber dies verhinderten die Borussen mit ihrer Schwäche vor dem gegnerischen Tor und das grandiose Elfmeterverweigerungsgespann Marco Fritz/Christian Dingert. Dennoch: Spendenstand 3 Euro - für den Anfang nicht schlecht.

Folgendes gilt für die Saison 2021/22: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal: 1 Euro. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Deutsche Meisterschaft: 121 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.


2021-08-10

Solide Arbeit

Das war doch ein anständiger Auftakt. Mit einer arg dezimierten Mannschaft ohne echten Stürmer und kaum Alternativen auf der Bank, setzte sich der VfL am Ende verdient gegen einen ziemlich aufgedrehten Drittligisten durch. Ohne Gegentor, auch ohne mehr als zwei große Chancen des Gegners zuzulassen, und dafür mit sehr vielen eigenen Topchancen. Das ist gut - nach einer etwas verkorksten Vorbereitung und nahezu ohne ernste Testspiele. Also kann ich auch mit einem knappen Ergebnis und etwas Zittern leben.

Es hätte natürlich auch schief gehen können, ganz klar. Aber ich hatte trotz der Lauterer Druckphasen eigentlich nie das Gefühl, dass das Spiel verloren gehen könnte. Es war nervig, dass Patrick Herrmann und Co. wieder einmal nicht gelang, sich gegen einen aufgerückten pressenden Gegner besser zu befreien und den entscheidenden Konter zu setzen. Stattdessen waren vor allem Richtung Schlussphase viele Abschläge von Yann Sommer leichte Beute des Gegners und brachten außer etwas Zeitspiel auch keine Entlastung mehr. 

Aber die Tatsache, dass die Hütter-Elf die Härte des Gegners gut annahm und sich kämpferisch ebenso solide zeigte und zudem die meisten Chancen gut herauskombiniert wurden, zeigt, dass da Hoffnung auf schnelle Besserung besteht.
Und ganz ehrlich: Meine größte Angst war sowieso die vor einer seltsamen Entscheidung von Schiri Harm Osmers, die ohne VAR im Rücken dann auch nicht mehr reparierbar gewesen wäre. Insgesamt lieferte der Unparteiische aber eine vernünftige Leistung ab, auch wenn er in manchem Zweikampf deutlich daneben lag. Gut regelte er die kleineren Rudelbildungen, vor allem nach dem heftigen Foul an Stindl. Dafür übersahen die Assistenten mehrmals Abseitsstellungen, was zum Glück aber auch ohne Konsequenzen blieb.

Erste Fingerzeige für die nächsten Spiele lieferte die Partie aber auf jeden Fall. Allerdings nicht im Angriff. Lars Stindl ist unverzichtbar und gesetzt - gerade auch durch solch giftigen Aktionen wie gegen den foulspielenden Klingenburg. Der Kapitän wird aber dann bald wieder in der etwas zurückgezogenen Position zum Einsatz kommen, wenn Plea und Thuram wieder voll dabei sind. Patrick Herrmann und Hannes Wolf zeigten richtig guten, bissigen Einsatz als Balleroberer. Im letzten Drittel sind sie allerdings nach wie vor fahrlässig ungefährlich. Zu viele falsche Entscheidungen bei Schüssen oder letzten Pässen, da ist noch viel Luft nach oben. Wir werden - zum Glück - bald wieder eine echte Sturmbesetzung sehen. Was nicht heißt, dass deshalb für Wolf oder Herrmann kein Platz mehr in der Startelf sein kann.

Hinten steigerten sich Elvedi und Ginter nach etwas trägem Beginn deutlich und waren letztlich souverän in der zweiten Hälfte. Stevie Lainer aufgedreht wie immer, auch topfit bis in die Schlussminuten, als man seinem Gegenpart auf der linken Seite dann langsam die nachlassenden Kräfte anmerkte. Dennoch überzeugte mich der US-Boy Joe Scally mit seinen kraftvollen Läufen, einem "erwachsenen" Zweikampfverhalten und seiner Aufmerksamkeit und Handlungsschnelligkeit in allen Situationen, defensiv wie offensiv. Der wird sich durchsetzen.
Allerdings: Er hatte gegen den bundesligaerfahrenen Jean Zimmer auf seiner Seite schon ab und an ein paar Schwierigkeiten. Das ist normal, aber es zeigt auch, dass er gegen stärkere Gegner (noch) an seine Grenzen stoßen kann. Aber die Zeit wird er bekommen. Sind Bensebaini und Lainer fit, wird er erstmal ins zweite Glied zurücktreten müssen - aber er zeigte, dass man sich jetzt schon auf ihn verlassen kann.

Gleiches gilt für Laszlo Benes, der als Verbindungsspieler sehr fokussiert wirkte, hervorragende Pässe und Standarsituationen aus dem Fuß zauberte, aber immer wieder auch noch die eine oder andere überhastete Aktion drin hat.
"Unsichtbarster Spieler des Spiels" war für mich Chris Kramer - er war überall und saugte viele Bälle förmlich im Mittelfeld weg und stoppte so früh gute Angriffsansätze der Lauterer. Kramer ist derzeit wohl sicherster Stammspieler im Mittelfeld.

Licht und Schatten dagegen beim EM-Fahrer Florian Neuhaus. Sehr hochwertige Ideen, so Richtung Champions-League, aber nicht immer so gut ausgeführt und auch nicht immer geeignetes Mittel gegen eng und aggressiv pressende Gegenspieler. Mit zunehmender Spielzeit bekam er die Balance besser hin und zeigte - wie alle anderen auch - knackiges Zweikampfverhalten; auch ein Punkt, der fürs Erreichen der nächsten Runde gestern wichtig war.

Bleiben ein paar Worte zu Keanan Bennetts. Der schnelle, talentierte Jugendliche ist erwachsen geworden - körperlich, aber auch mental. Ein paar gute Aktionen hatte er nach seiner Einwechslung, ein, zwei Mal war er zu zögerlich, traute sich den Abschluss oder das nächste Dribbling nicht zu. Einmal pfiff ihm Osmers eine vielversprechende Aktion an der Seitenlinie wegen eines zweifelhaften Handspiels weg. Da ist unzweifelhaft Potenzial. Doch was ihm fehlt, ist Selbstvertrauen durch Spielpraxis. Die wird er bei Borussia wohl absehbar nicht in ausreichendem Maß bekommen, was schade ist. Dass er bei einem kleineren Verein den Durchbruch schaffen kann, glaube ich aber schon nach den jüngsten Eindrücken. Mal sehen, wie beide Seiten die Wochen der Saisonvorbereitung nun bewerten.

DFB-Pokal, 1. Runde: 1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach 0:1. Tor für Borussia: 0:1 Lars Stindl.

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So, wie versprochen noch die Details zu meiner Saisonspende: Auch in dieser Saison werde ich meinen kleinen Spenden-Wettbewerb aufrechterhalten, zum Vorjahr habe ich alles (auch in Ermangelung internationaler Herausforderungen) leicht angepasst. Folgendes gilt für die Saison 2021/22:

Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal: 1 Euro. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Deutsche Meisterschaft: 121 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

Mit dem 1:0-Sieg sind in der Erstrundenpartie im DFB-Pokal somit gleich die ersten beiden Euro (1 Tor, zu Null gespielt) aufs Konto gekommen.

2021-08-09

Unvollständig

Ein paar Stunden nur noch bis zum ersten Pflichtspiel von Borussia in der neuen Saison auf dem Betzenberg. Und jetzt erst fange ich an, meine Eindrücke über die Vorbereitung aufzuschreiben. Was stimmt nicht mit mir?

Nein, es kribbelt immer noch nicht bei mir, die Vorfreude auf das neue Spieljahr ist gedämpft, kein Anzeichen auf das übliche Hinfiebern, dem ersten Anstoß entgegen. Das ist komisch, aber für mich aufgrund der letzten Wochen und Monate auch nicht überraschend. Und hoffentlich gibt sich das, wenn nachher der Ball wieder rollt...

Aber: So sehr ich allen den Stadionbesuch wünsche, die sich in diesen Tagen wieder einmal auf den lange vermissten Anreiseweg zum Borussia Park oder in ein anderes Stadion machen. Ich halte es angesichts der Pandemie-Lage nach wie vor für nicht richtig. Es ist nichts, was ich hier näher diskutieren muss oder möchte. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich - trotz zweifacher Impfung - weiterhin erst dann einen Stadionbesuch in Erwägung ziehen möchte, wenn dies wieder für eine volle Stadionkapazität möglich und sicher ist.

Im Moment steigen die Inzidenzen wieder deutlich an, und das liegt in erster Linie an den Lockerungen in vielen Bereichen, die besonders für die sommerliche Wahlkampfzeit vorhersagbar waren, aber sich in den kommenden Wochen auch vorhersehbar auswirken und später wohl zu neuen Problemen - und Einschränkungen - führen werden. Zumindest, bis die Impfquote so gut ist, dass das Virus besser beherrschbar wird.

Ich habe im Sommer mit Befremden gesehen, wie die großen Sportverbände ihre internationalen Großveranstaltungen - Fußball-EM und Olympia - ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen haben. Auch diese Spiele haben mich nur am Rande interessiert. Ich registriere die hohe Zahl von Corona-Infektionen unter den Bundesligaspielern, die - wie wir Normalos - natürlich auch wieder mal vernünftig urlauben wollten und nach diesen zwei Ausnahmesaisons auch jede Erholung und Zerstreuung brauchten und verdient hatten.
Das alles liegt für mich aber zugleich wie ein negativer Nebel auch über der Vorbereitung zur neuen Saison - und verdirbt mir die Vorfreude. Ob sie mit den ersten Spielen wiederkommt? Wir werden sehen.

Der andere Grund für meine Zurückhaltung auf meinem Blog ist ja eigentlich auch klar. Bis vergangenen Freitag gab es keine Spielerzugänge oder -abgänge, die eine Einordnung meinerseits erfordert hätten. Die Vorbereitung selbst lief - sagen wir: holprig.

Und selbst mit dem inzwischen feststehenden Wechsel von Linksverteidiger Luca Netz von der Hertha zum VfL und dem wohl in den nächsten Tagen folgenden Transfer des ecuadorianischen Verteidigers William Pacho (sprich "Patscho") ist dieses Thema natürlich noch lange nicht abgeschlossen.
Beide Neuzugänge sind sehr jung und versprechen viel. Doch um beurteilen zu können, ob sie sofort helfen können, muss man sie erst etwas länger beobachten können.

Um beurteilen zu können, was man Adi Hütter und seinem Team in dieser Saison insgesamt zutrauen kann, ist es jedenfalls noch immer zu früh. Die Tests waren kaum aussagekräftig, bis zuletzt wurde - auch aufgrund der fehlenden EM-Fahrer und der Verletzungsmisere in den vergangenen Wochen - viel durchgewechselt. Junge Spieler bekamen ordentlich Spielzeit, doch bis auf Conor Noß, Rocco Reitz und Joe Scally, die dem Profikader sichtbar am nächsten sind, werden sie wohl auf absehbare Zeit wieder in der U23 oder U19 verschwinden. 

Die Tatsache, dass Rocco Reitz dann vergangene Woche für ein Jahr nach Belgien ausgeliehen wurde, beantwortet zumindest mal die Frage nach der Besetzung der Zentrale im Mittelfeld. Chris Kramer, Manu Koné und Laszlo Benes stehen dafür bereit, Denis Zakaria präferiert nach Aussagen von Max Eberl einen Wechsel in diesem Sommer, vielkeicht tut sich da ja schon diese Woche etwas.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass Flo Neuhaus sich wohl endgültig für eine weitere Saison bei Borussia entschieden haben muss, denn sonst hätte Borussia Reitz sicher nicht abgegeben. Zumal der talentierte Famana Quizera - ohnehin eher offensiver als auf der Sechs einzustufen - in der Vorbereitung für mich nicht die Duftmarken setzen konnte, die man sich von ihm erhofft hatte. Da gefiel mir Conor Noß deutlich besser.

Natürlich: Es kann sich bis zum Transferschluss noch viel tun, auch auf der Abgangsseite. Dann aber sollte Borussia in der Lage sein, mit diesem Geld einen vernünftigen Ersatz zu verpflichten. Und diese Zugänge wird es auch nur dann geben, wenn ein Stammspieler - Ginter, Thuram, Plea, Hofmann, Bensebaini - Borussia verlässt. Bisher sieht es danach nicht aus. Die Transfers von Koné, Netz und - wenn es klappt - Pacho dagegen sind auch so finanzierbar. Koné ist als potenzieller Nachfolger von Zakaria/Neuhaus schon sehr früh verpflichtet worden. Das Geld sollte noch aus der Champions-League-Saison gestemmt worden sein. Netz und Pacho kommen nicht umsonst, aber doch für überschaubare Millionenbeträge. Im Gegenzug sind durch Lang, Wendt und Traoré (relativ teure) Kaderplätze frei geworden, die diese Kosten zumindest abfedern werden.

Wenn alles so bliebe, könnte ich mit diesem Kader jedenfalls gut leben. Er ist konkurrenzfähig, und im Gegensatz zu den Saisons davor haben auch die echten und die Möchtegern-Konkurrenten um die europäischen Startplätze nicht so irre investiert, dass einem angst und bange werden müsste.
Im Gegenteil: Kaderplanung und Saisonvorbereitung scheinen bei allen Teams genauso schleppend zu verlaufen wie bei Borussia.
Wer also gut aus den Startlöchern kommt, kann sich schon einen möglicherweise entscheidenden Vorteil für diese Saison verschaffen. Insofern ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, in der Liga gegen Kaliber wie den FC Bayern und Bayer Leverkusen zu starten, die beide auch noch keine Bäume ausgerissen haben. Aber das ist Zukunftsmusik. 

Heute ist erstmal gefährliche Fußballromantik angesagt. Live-Spiel im frei empfangbaren Fernsehen, der ehrwürdige Betzenberg (in meiner Erinnerung selten ein gutes Pflaster für Borussia, doch die Statistik gegen den FCK sieht insgesamt sogar positiv aus) und ein unberechenbarer Drittligist, der schon ein paar Spiele weiter ist als der Favorit.
Da bin ich froh, wenn alles gut über die Bühne geht. Eine Blamage, wie sie Frankfurt 50 Kilometer vom Betze entfernt gestern erlebt hat, würde ich da nicht ausschließen. Und deshalb liegt mir Schadenfreude über Hütters Ex auch fern - zumindest vor dem Spiel.

Apropos Adi Hütter. Vorschusslorbeeren gibt's nicht mehr, dank Marco Rose, den ich aber ansonsten schon abgehakt habe - bis auf den einen oder anderen Spruch, der auch künftig noch - ganz "lässig" - auf seine Kosten gehen wird. Doch mein Eindruck des neuen Übungsleiters ist bislang eigentlich sehr positiv. Er ist verbindlich, gut vorbereitet, geht ruhig und sachlich in die Aufgabe hinein und scheint auch eine gute Ansprache für die Spieler (und bisher für die Medien) gefunden zu haben.

Wie schnell es ihm gelingen wird, die beste Lösung für das vorhandene Spielermaterial zu finden (und nicht umgekehrt) - etwas, was Chris Kramer im Borussia-Podcast ja betonte (möglicherweise im Unterschied zum Vorgängertrainer), das ist natürlich bis zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.
Doch er wird dazu erstmal genug Ruhe im Umfeld haben, davon bin ich überzeugt. Obwohl, bei einer Pleite heute Abend... Na ja, auch dann müsste man ihm in dieser Saison wohl noch deutlich mehr Zeit geben, das umzusetzen, was er vorhat.

Bleibt der einzige Misston im Verein: Die seltsam mehrdeutige Zurückstufung von Uwe Kamps als Chef im Torwartteam, die man wohl auch im Zusammenhang mit dem Abgang des erst vor nicht allzulanger Zeit geholten und hochgelobten Steffen Krebs nach Stuttgart lesen muss. Auf dem einen Mannschaftsfoto war Uwe Kamps noch dabei, auf dem anderen nicht, dazu die stille Entfernung aus dem Staff/Trainerteam auf der Vereins-Homepage und die wenig erhellenden Aussagen von Uwe und Max über eine Suche nach einem guten Platz im Verein für das Urgestein. Es hätte glatter laufen können. Für mich ist Uwe Kamps eins meiner Jugend-Idole, und es wäre schade, wenn eine so lange und gute Zusammenarbeit bei Borussia nicht einvernehmlich oder mit Gesichtsverlust der einen oder anderen Seite enden würde. Aber ich bin zu weit weg, um die Hintergründe einschätzen und bewerten zu können. Deshalb tue ich es an dieser Stelle auch nicht. Und vertraue darauf, dass der mit bereits drei namhaften Stationen im Lebenslauf ausgestattete, aber auch noch sehr junge neue Torwarttrainer Fabian Otte unsere Jungs gut in Form gebracht hat und im täglichen Training "bei Laune" hält.

So, genug geschwatzt. Eins fehlt ja noch: Ja, ich lobe auch in der neuen Saison wieder eine Saisonspende aus. Aber die Übersicht dazu kommt erst im nächsten Text 😜. Hoffentlich dann auch schon mit den ersten Euros, die von Adis Jungs bis dahin eingespielt worden sind.

2021-07-02

Neues, Altes, mehr oder weniger

So, die Europameisterschaft hat sich erledigt - zumindest für die, die glauben, man dürfe als Deutscher immer nur zum eigenen Team halten. Was nichts anderes als Quatsch ist. Wer Fußball wirklich mag, freut sich auch über herausragende Leistungen anderer Teams und kann ihnen genau deshalb auch die Daumen drücken. Das habe ich bei vielen Turnieren so gehalten, auch weil es eigentlich immer sympathischere Teams gab als die jeweilige Bayern-plus-Auswahl mit dem Adler auf der Brust.

Ich habe die Spiele dieser EM ehrlich gesagt nicht konsequent boykottiert, was eigentlich der richtige Weg gewesen wäre, angesichts der Verantwortungslosigkeit der Uefa (und leider ihrer Handlanger in den Regierungen der Mitveranstalter), die die Teams und Fans in dieser Zeit durch ganz Europa und in diverse autoritär regierte Länder jagt, um ein überflüssiges Turnier durchzupeitschen und dabei Geld, Geld, Geld zu scheffeln. 

Die Folgen dieser Unverantwortlichkeit werden sich sicher in den nächsten Wochen und Monaten noch bitter in den Corona-Statistiken niederschlagen. Aber da trägt auch die Politik der Teilnehmerländer ein gerüttelt Maß an Mitschuld.

Aber gut, zum Sportlichen: Ich habe eine ganze Reihe der Spiele gar nicht gesehen, viele nur teilweise und mit gebremster Aufmerksamkeit. Gepackt hat mich dann aber doch das dramatische Doppel am Montag mit der Schweizer und der kroatischen Aufholjagd. Dass die Schweiz auch heute gegen Spanien so nah dran war und dann doch knapp scheiterte, hatte dann aber schon wieder etwas fatal Borussiahaftes.

Was die deutsche Elf angeht: Ich bin eigentlich sogar froh, dass diese Ansammlung talentierter, aber nicht wirklich zusammenspielender Fußballstars frühzeitig die Segel gestrichen hat. Es fehlte einfach der Spirit, die Ausstrahlung von Gemeinsamkeit, vom Ziehen an einem Strang, das die Schweiz, Dänemark oder auch Italien bisher durchs Turnier getragen hat.

Mit dem Aus in Wembley hat sich zum Glück aber auch endlich das Kapitel Löw geschlossen, das für Borussia-Spieler genauso unerquicklich war wie viele Kapitel anderer DFB-Trainer zuvor. Es weist allerdings auch nichts darauf hin, dass sich an der Nichtberücksichtigung von Gladbacher Spielern unter Hansi Flick etwas ändern wird.

Von daher ist es gut, wenn sich ein Spieler wie Lars Stindl auch entschieden hat, nach der Nichtberücksichtigung für die EM dann auch nicht für Olympia zur Verfügung zu stehen und stattdessen als Kapitän seiner Mannschaft in der gesamten Vorbereitung zur Verfügung zu stehen. Und so komme ich langsam zu dem, was wirklich zählt - unsere Borussia.

Die trainiert ab morgen wieder, unter einem neuen Trainer und mit einer ungewissen Zahl von Spielern in ihrem Kader, die den Verein noch bis zum Ende der Transferperiode verlassen könnten. 

Es wird sicher noch einiges passieren bis zum ersten Spieltag am 13. August, wenn der Meister im Borussia Park vorspielt. Aber das wird in den nächsten drei, vier Wochen erst richtig heiß werden. Das ist auch ein Grund, warum ich auf meine sonst übliche Wer-kommt-wer-geht-Spekulationsgeschichte bisher verzichtet habe. 

Es ist einfach zu vieles unklar. Wieviel Geld wird Borussia brauchen, um die Einnahmeverluste des vergangenen Spieljahres und der kommmenden Monate auszugleichen? Gibt es wirklich Angebote, bei denen man Topspieler verkaufen müsste? Und gibt es bei Ginter und Zakaria noch die Chance auf eine Vertragsverlängerung oder müssen sie im Sommer abgegeben werden, um nicht nächste Saison einen ablösefreien Wechsel zu riskieren? 

Was Zugänge angeht: Hier hat Max Eberl ja frühzeitig klargestellt, dass nur investiert werden kann, wenn Geld reinkommt, sprich: andere Spieler gehen.

Also gilt: Ich könnte lange darüber philosophieren, ob Thuram, Plea, Neuhaus, Zakaria, Hofmann, Enbolo, Ginter oder wer auch immer bis zum Saisonstart noch die Biege machen. 

Ich könnte überlegen, ob dafür Marvin Friedrich, Niklas Dorsch, Kacper Kozlowski, Malang Sarr, Christos Tzolis oder doch Luka Jovic, Josh Sargent (der im übrigen besser ist als er oft gemacht wird) oder gar Granit Xhaka kommen könnten und vor allem, ob sie ein akzeptabler Ersatz wären. Mache ich aber nicht. Dafür bleibt noch Zeit, wenn es so weit sein sollte.

Wichtiger ist: Borussia und vor allem Max Eberl scheinen auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, auf Abgänge gut reagieren zu können und mit dem neuen Trainer auf einer Wellenlänge zu sein, was in diesen Zeiten möglich und vernünftig ist und was nicht. Das bedeutet, dass wir auch die Ziele nicht zu hoch hängen können, besser gesagt: nicht von vornherein zu viel erwarten dürfen. 

Aber Adi Hütter scheint ja offenen Auges in diese Aufgabe gestartet zu sein, die auch vorsieht, die Durchlässigkeit für Talente aus den eigenen Reihen wieder zu verbessern. 

Auf diesen angekündigten Weg freue ich mich ehrlich gesagt, mehr vielleicht als auf eine weitere Saison des "Weiter so", bei der man nicht darüber nachdenkt, wie man auch die eigene Nachwuchsabteilung stärken kann, die in den vergangenen Jahren sicher nicht schlecht gearbeitet hat, aber doch wenig erfolgreich darin war (oder sein konnte), junge Spieler in die Profimannschaft zu integrieren.

Dennoch werde ich mich zunächst ein wenig zurücklehnen und will mich erstmal neu überzeugen lassen. Natürlich: Adi Hütter hat bei seinem ersten Auftritt auf der Pressekonferenz heute einen guten Eindruck hinterlassen.
Sein Pech: Das hatte Marco Rose seinerzeit - sehr überzeugend - auch getan. Das Vertrauen, das dem Ex-Trainer geschenkt wurde und richtiggehend zuflog, muss sich der Neue durch die Vorkommnisse des letzten halben Jahres erst neu verdienen. 

Dass er das drauf hat, glaube ich. Aber ich will erst etwas davon sehen, bevor ich mich wieder mit voller Fanseele hergebe. Denn das letzte Jahr mit leeren Stadien und der damit verbundenen zunehmenden Entfremdung vom "Erlebnis Fußball" ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen - an euch ja sicher auch nicht. Dazu kommt die ganze ungesunde Entwicklung rund um das Geschäft Profifußball, die mich immer öfter daran zweifeln lässt, ob es sich wirklich lohnt, soviel Zeit und Kraft in den nur noch mit riesigen Geldsummen am Laufen zu haltenden "Fußballzirkus" und in dieses Hobby zu stecken.

Denn genau das ist dieser Blog nach wie vor für mich - ein Hobby. Und jetzt wird es "ernst". Ich habe jetzt über einige Jahre hinweg Woche für Woche meine Sicht auf den VfL beschrieben, Spieltag für Spieltag so schnell es ging von der Seele geschrieben, was aus meiner Sicht geschrieben werden musste - auch in englischen Wochen, manchmal noch nachts nach der Rückkehr aus dem Stadion oder nach meinem Spätdienst.

Die gute Resonanz auf meine Texte hat mich bestärkt, immer weiterzumachen. Aber ungeachtet dessen habe ich gemerkt, dass ich mich von dem Spiel, von dem Drumherum mehr und mehr innerlich distanziere. Nicht so, dass ich von einem auf den anderen Tag aufhören wollte. Aber doch so, dass ich, zumindest vorübergehend, weniger Aufwand treiben möchte und muss und auch manches überdenken werde, um nicht in einer Schreibroutine zu enden, die am Ende nur langweilt.

Ich werde also demnächst hier weniger und (oder) seltener schreiben, auch, um mir wieder mehr Freiraum für andere Dinge zu verschaffen. Wie das dann hier genau aussehen wird, muss sich einspielen. Ich wollte Euch nur schon mal darauf vorbereitet haben. Für den schnellen Spruch zum Spiel oder kürzere Kommentare nutze ich im übrigen jetzt schon oft Twitter, da bin ich unter @indenwinkelBMG zu finden. Und der Rest ergibt sich. Denn ich weiß jetzt schon, dass mich immer wieder etwas reizen wird, meinen Senf dazu abzugeben. Und dann werde ich das auch weiterhin tun. 

Also lasst uns die Saisonvorbereitung beobachten, hoffen und bangen, dass die Mannschaft ein guter Haufen wird und es mit Adi Hütter erfolgreich weiter gehen wird. Und vielleicht wird es ja auch ein Spieljahr zum Genießen - wer weiß das schon...

 

2021-06-06

Saisonspende Ende: Erspielt und abgeliefert

Wie im letzten Spiel-Nachbericht angekündigt, will ich Euch noch über die Verwendung meiner Saisonspende informieren. Leider haben mich sowohl Tony Jantschke als auch Marco Rose und Max Eberl ein wenig im Stich gelassen und nicht das gemacht, wofür ich etwas ausgelobt hatte. 

Aber dafür sind andere ganz ordentlich in die Bresche gesprungen. 142,50 Euro sind bis zum Ende des 34. Spieltages zusammengekommen. Ich verzichte darauf, hier nochmal alles einzeln aufzulisten, da ich ja nach jedem Spieltag sorgfältig addiert (und hoffentlich dabei auch keinen Fehler gemacht) habe.

Da ich für Tore und Vorlagen unserer Borussen im DFB-Team auch jeweils einen Euro ausgelobt habe, aber mit der Spende nicht bis Ende der EM warten wollte, habe ich präventiv noch auf 150 Euro aufgerundet. Bleiben Ginter, Neuhaus und Hofmann drunter, bleibt es bei den 150 Euro. Übertreffen sie diese Marke, nehme ich den Betrag in die neue Saison mit.

Zu verteilen gibt es damit nun noch 100 Euro, da ich die ersten 50 Euro bereits bei Erreichen dieser Marke im vergangenen Jahr überwiesen hatte. Mehr darüber hier Saisonspende 1.Teil und hier Saisonspende 1.Teil (Belege).

Für den Restbetrag habe ich mir vier weitere Organisationen ausgesucht, die ich mit jeweils 25 Euro unterstütze. Zwei davon auch aus persönlichen Gründen, weil ich ebenfalls schon auf ihre Hilfe zurückgreifen konnte. Mehr über die Organisatoren (und meine Überweisungsbelege) hier:

Hospiznetz Marburg 

Portal "Hass melden"

Sea-Watch

Borussia-Stiftung  

 


So, damit ist diese Saison dann wirklich abgeschlossen. Erholt euch gut davon. Und dann mal sehen, was das Spieljahr 2021/22 bringen wird.

Zur Erinnerung, darum ging's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Erreichen der K.o-Phase und für jede weitere erreichte CL-Runde: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

2021-05-27

Haken dran!

Hätte besser laufen können? Hätte besser laufen können. Weltuntergang? Nein. Borussia bleibt Borussia, auch wenn das Abschiedsjahr von Marco Rose bei der einzig lässigen Borussia nicht so verlief, wie es hätte verlaufen sollen und können.
Es könnte gut sein, dass manchem dieser Text nicht kritisch genug ist, gegenüber dem Fast-Ex-Trainer, vielleicht auch gegenüber der Vereinsführung und Max Eberl. Aber das macht ja nichts. (Über-)kritische Würdigungen und Abrechnungen haben ja schon genug andere  geschrieben. Meine Anmerkungen sind am Ende ja auch nur ein Teil der ganzen Geschichte.

Auch wenn viele an der Arbeit des Trainers und seiner Bilanz jetzt auch rückwirkend kein gutes Haar mehr lassen wollen: Es war nicht alles schlecht. Und da ich ein harmonischer Mensch bin, mag ich bei den Verwünschungen nicht mitmachen, die doch erstaunlich viele Fans in sozialen Medien dem Trainer nachrufen. Ja, die Entscheidung pro BVB hat mich nachhaltig getroffen und mein Vertrauen in den Cheftrainer erschüttert. Aber das heißt nicht, dass man deswegen die Contenance verlieren muss. 

Denn ich glaube nach wie vor, dass Marco Rose und seine Assistenten hier zwei Jahre lang - bis zuletzt - vollen Einsatz nach bestem Wissen und Gewissen gebracht haben und deshalb nicht vom Hof gejagt gehören, als hätten sie versucht, den Verein kaputtzumachen. Die Frage, ob es mit einer sofortigen Trennung und einem Interimstrainer besser gelaufen wäre, interessiert mich auch nicht weiter. Schließlich ist die Entscheidung des Vereins eine andere gewesen, es ist müßig, sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen, ob und wie und überhaupt.  

Roses Arbeit und die Gesamtperformance des Teams haben nicht dazu gereicht, dass der VfL genausogut dasteht wie vor zwei Jahren zum Abschied von Dieter Hecking. Das ist Fakt. Wobei nicht zu vergessen ist, dass auch schon zwei weitere "einstellige" Jahre in der Liga, zumal ein Jahr mit der CL-Qualifikation, die Position des Vereins in der Liga weiter gefestigt haben.
Aber das Spieljahr - angesichts des Potenzials in der Mannschaft - so unbefriedigend zu beenden, ist sicher nicht das Ziel des Trainerteams gewesen.
Ich werde also auch keiner von denen sein, die Rose auspfeifen, wenn er mal wieder im Borussia Park gastiert. Seine Zeit endet, und ich gehe inzwischen professionell damit um. Der Groll ist nicht vergessen, das Unverständnis für seine Entscheidung (und vor allem dessen Zeitpunkt) auch nicht. Aber ich finde es wichtiger, was ab jetzt passiert - nicht, was war. Dennoch schaue ich hier noch ein letztes Mal auf die Saison zurück.

Ja, dieses Spieljahr endet äußerst enttäuschend. Darin sind sich wahrscheinlich alle einig. Intern wird dies sicher auch im Verein so gesehen, selbst wenn dies öffentlich von Max Eberl immer wieder abgeschwächt oder relativiert wurde. Es wäre aber zu einfach, jetzt alle Schuld dafür dem Trainer und seinem Team in die Schuhe zu schieben. Zumal auch die Unzufriedenheit über einen 8. Platz noch Jammern auf hohem Niveau ist.

Vor allem bringt es Borussia ja auch mit Blick auf die kommende Saison nicht weiter. Eine ehrliche Analyse wird auch anderswo als auf der Trainerposition Verbesserungsbedarf aufzeigen. Und ich bin sicher, dass dies intern auch genauso geschieht - wie in den Jahren zuvor, wo in der Regel die richtigen Schlüsse gezogen wurden, um Verein und Manschaft weiterzuentwickeln.

Denn natürlich hat das Team um Marco Rose Fehler gemacht. In wichtigen Spielen ging der Matchplan völlig in die Hose oder wurde ein funktionierendes Team durch Umstellungen vercoacht, die nicht gegriffen haben. Und vor allem in den letzten drei Monaten der Saison war von der Handschrift und der positiven Energie des Trainers, die uns in der Vorsaison noch überzeugt hatte, zumindest nach außen kaum noch etwas zu erkennen. Das hat Gründe, die sicher auch zu einem sehr großen Teil an der Diskussion um Marco Rose selbst liegen.

Seine Absetzbewegungen in Richtung Dortmund zu einem unerklärlich frühen Zeitpunkt und der kommunikative Umgang damit waren ungeschickt und nicht hilfreich, wobei auch hier die Mechanismen des sogenannten Sportjournalismus ihren Anteil daran hatten, dass sich Verein und Trainer über viele Wochen in einer unangenehmen Situation befanden und eigentlich nichts hätten "richtig" machen können.
Nach wie vor bin ich überzeugt davon, dass die ersten Infos über einen Rose-Wechsel und später auch die um Adi Hütter aus einer bestimmten Richtung durchgestochen worden sind. Profitiert hat jedenfalls von der Unruhe in Gladbach und Frankfurt vor allem ein Konkurrent. Beweisen kann ich das natürlich nicht, aber es ist für mich eine (vielleicht die einzige) logische Erklärung.

Unabhängig davon - und von den besonderen Umständen der Corona-Geister-Saison - muss sich aus meiner Sicht die Mannschaft den Hauptteil der Schuld zuschreiben lassen. Die Spieler waren es, die 29 Punkte nach Führung abgegeben haben. Die eigentlich unverlierbare Spiel noch aus der Hand gegeben haben. Nicht, weil der Trainer ihnen gesagt hat, sie sollen nach Führung erstmal eine ruhige Kugel schieben. Sondern, weil sie selbst entschieden, den Ball zu kontrollieren, in den eigenen Reihen zu halten und zu wenig Druck nach vorne zu entwickeln, um auf die endgültige Entscheidung in einem solchen Spiel zu setzen.  

Damit wurden immer wieder auch schwächere – schon fast hergespielte - Gegner wieder aufgebaut, weil sie plötzlich selbst in Ballbesitz kamen, ungestört eigene Angriffe aufziehen konnten, in der eigenen Hälfte nicht mehr ausreichend gepresst wurden und oft genug auch noch gegen aufgerückte und naiv verteidigende Gladbacher zu Kontern eingeladen wurden. Die Mannschaft war es, die die Balance aus Angriff und Rückwärtsbewegung zu oft nicht gut hinbekam. Wie oft fielen die Gegentore aus schnellen Angriffen nach Gladbacher Ballverlusten am gegnerischen Strafraum?

Das alles gab es – so viel muss man konstatieren – nicht erst seit Marco Rose. Es zieht sich durch die vergangenen fünf Jahre, selbst durch die Spätphase von Lucien Favre.

Niemand wird bestreiten, dass Marco Rose in seinem ersten Jahr in Gladbach sehr schnell eine gute Pressingmannschaft gebaut hat, die mit Laufbereitschaft, harten, engen Zweikämpfen den Gegner überraschen und zu Fehlern zwingen konnte.

Im zweiten Jahr, speziell im Jahr 2021, blieb davon fast nichts mehr übrig. Die Entwicklung ging - das ist nachvollziehbar - zu mehr Ballkontrolle und weniger Gegnerhatz - auch weil dies mit der Dreifachbelastung bis in den März - zumal nach der unzureichenden Erholung für viele Spieler im Sommer - kaum hätte durchgehalten werden können. Dieses Pressingspiel braucht aber zwingend frische Beine und wache Köpfe, denn wenn nicht alle konzentriert mitmachen, gerät es sonst schnell zum Fiasko. Zu beobachten war das in der Anfangsphase der Rose-Engagements ja etwa beim 0:4 gegen Wolfsberg.

Dass und wie es besser geht, hat die Mannschaft bis zuletzt immer wieder gezeigt. Leider aber nicht kontinuierlich - was sicher auch am Selbstbewusstsein aller gekratzt hat. Dass im zweiten Jahr gefühlt alles schlechter wurde (was so pauschal nicht stimmt) lag aber nicht daran, dass Rose plötzlich (oder schon immer) ein Blender, ein schlechterer Trainer gewesen oder geworden wäre. Es hatte viele Gründe. 

Einer davon ist, dass Gladbach im ersten Rose-Jahr relativ früh nur noch in der Bundesliga vertreten war. In der aktuellen Saison war das anders. Und es soll nicht als Entschuldigung gelten, aber der verdichtete Spielplan mit sehr viel mehr Spielen als Wolfsburg, Frankfurt und Leverkusen ist ein Indiz dafür, dass Borussia eben nicht auf Augenhöhe mit einem Kader wie dem BVB ist.
Deshalb sollte man auch als Gladbachfan nicht damit rechnen, dass Rose in Dortmund schnell scheitert. Er hat dort zum einen die Breite und Klasse im Kader, um das aufwändige Spiel die gesamte Saison durchzuziehen. Er ist auch nicht darauf angewiesen, von dem Dauerpressing abzusehen, wie er das in diesem Jahr vielleicht gerade wegen der Belastung der Spieler getan hat. Aber ehrlich gesagt interessiert mich der Blick in die schwarz-gelbe Zukunft auch gar nicht.

Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben, sezieren, was gut war und was nicht. Am Ende steht Borussia auf einem Tabellenplatz, der insgesamt angemessen erscheint, auch wenn es bitter ist, das europäische Geschäft knapp verpasst zu haben. Doch für mehr waren die Leistungen zu schwankend - auch in den Extremen: Mit ganz herausragenden Spielen und unterirdischen Auftritten - und natürlich mit vielen Partien, in denen sich beide Gesichter unmittelbar nebeneinander zeigten. Das zeigt sich auch in ausgewähltne Statistiken.

Kurz zusammengefasst: Worauf lässt sich also aufbauen, was muss sich ändern?

Gladbach ist torhungrig: 95 mal schlug es im Tor des Gegners ein. 15 Tore gab es dabei im DFB-Pokal (auch wenn die meisten gegen unterklassige Gegner waren), 16 Tore in der Champions League. Und 64 Tore in der Bundesliga sind der viertbeste Wert der Liga. 56 Gegentore sind dort allerdings (mit Mainz) auch der viertschlechteste Wert. Dazu muss man aber auch sagen, dass der einzige wirkliche Ausreißer der Saison - das 0:6 von München - diese Bilanz erheblich verhagelt. Mit fünf Gegentoren aus diesem Spiel weniger stünde die Rose-Elf nicht auf Platz 15, sondern auf Platz 8 der Gegentor-Tabelle. Das ist Spielerei, klar, aber eben auch ein Teil der Wahrheit.

Die Standardausbeute war über die Saison gesehen sehr gut, sie rettete die Borussia in manchem Spiel aber auch, weil spielerisch eben nicht viel ging. 

Auch die Effizienz ist auch diese Saison in Ordnung gewesen. Marcus Thuram und Co. schossen nur zwei Tore weniger als im ersten Rose-Jahr (10,4 Prozent Chancenverwertung, Tore pro Torschüsse). Damals lag die Effizienz allerdings deutlich höher, bei 17,6 Prozent. Das lag jedoch daran, dass der VfL viel weniger Torschüsse verzeichnete (374 zu 613 in dieser Saison). Damals war Gladbach in dieser Wertung Dritter, nun Vierter.
Aber es gibt noch einen erheblichen Unterschied: In der Saison 19/20 lag Dortmund mit estaunlichen 27,5 Prozent weit vor den Bayern (17,8) und dem VfL. In der abgelaufenen Saison war das Rennen viel enger und die Effizienz durchweg niedriger: Der FC Bayern lag mit gerade einmal 12,9 Prozent Chancenverwertung vorn, in Schlagweite von BVB (11,4), Frankfurt (11,1) und der Rose-Elf.

Aber auch wenn nur jeder zehnte Torschuss ins Tor ging: Die Tatsache, dass es so viel mehr Torchancen herausgeabeitet wurden, zeigt, dass nicht alles schlechter war im zweiten Rose-Jahr.

Viel beklagt sind ja bereits die Punktverluste nach eigenen Führungen, die letztlich eine deutlich bessere Platzierung gekostet haben. In 25 Spielen lag Borussia vorn, doch nur 13 wurden gewonnen, 7 immerhin mit einem Remis beendet. In der Saison zuvor war eine Gladbacher Führung immer gleichbedeutend mit Punkten. 20 Führungen brachten je drei Punkte ein, zwei ein Unentschieden, verloren wurde kein einziges Mal. Die Bilanz ist also deutlich: in der abgelaufenen Saison gab man von 75 möglichen Punkten so 29 noch ab. Im Jahr davor holte man 62 von 66 Punkten nach Führung.

Umgekehrt lagen Yann Sommer und Co. 20mal hinten und holten daraus noch vier Siege und 5 Unentschieden (17 Punkte). Im Jahr davor war der VfL stabiler. Nur 13mal lag er zurück, holte aber auch nur in vier Spielen noch einen Sieg, aber darüber hinaus kein Remis (12 Punkte).

Die Anfälligkeit für späte Tore fiel vor allem in den bravourösen Partien gegen Inter Mailand und Real Madrid auf, sie zog sich aber durch die gesamte Saison. Von den 57 Gegentoren bekam Gladbach nur 9 in der ersten Halbzeit. Allein in der letzten Viertelstunde der Spiele waren es mit 15 ein gutes Viertel, plus zwei weitere Tore in der Nachspielzeit. Das stützt den gefühlten Eindruck gerade aus der Endphase der Saison, dass die Spieler nach 70 Minuten körperlich und von der Frische her nicht mehr viel zusetzen konnten und so auch viele Spiele nicht mehr umgebogen werden konnten, wie dies noch in der Hinrunde beim 3:3 gegen Frankfurt so klasse gelungen war. 

Man könnte das fortsetzen, doch Statistiken sind auch nicht alles und sie suggerieren oft auch mehr als sie wirklich ausdrücken.
Klar ist: Es gibt viel zu tun für die neuen Übungsleiter, um Borussia wieder in die Spur zu bringen. Dazu gehört natürlich auch, die einzelnen Spieler weiterzuentwickeln. Auch hier, so scheint es, gab es in den vergangenen Monaten nur noch wenig Fortschritt.

Auch die Hoffnung, dass es Marco Rose vielleicht gelingt, endlich mal wieder einen Nachwuchsspieler an die Startelf heranzuführen, blieb unerfüllt. Gut, vielleicht ist das in einem Jahr mit Champions-League (und zugleich ohne Herausforderung für die Jungen durch die abgesagte Youth League) auch zu viel verlangt. Was bleibt, ist, dass Rose am Ende in den 46 Pflichtspielen doch in allererster Linie wieder nur auf ein Stammpersonal von 16 Spielern setzte, von denen nur 11 überhaupt auf mindestens die Hälfte der Gesamtspielzeit in der Saison kamen.

Mit diesen Beispielen will ich es bewenden lassen. Ich habe die Saison emotional von Beginn an distanziert betrachtet, vor allem wegen der Corona-Bedingungen, später eben auch aus Enttäuschung über Marco Roses Schritt. Aber natürlich habe ich mitgefiebert, gehofft und mit gefreut, über jede richtig gute Leistung. Und davon gab es auch eine Menge, auch wenn das unter dem Berg voller Ärger und Fan-Enttäuschung in diesem Jahr fast vollständig verschüttet worden ist.

Deshalb mache ich jetzt endgültig meinen Frieden mit der Saison. Mit dem Blick nach vorn sehe ich, dass viel zu tun ist, also: Haken wir's ab und vertrauen wir auf Max Eberl, den Verein und den neuen Trainerstab.

2021-05-23

Leichte und schwere Abschiede

Auf Wiedersehen Werder Bremen, auf Wiedersehen internationales Geschäft: Das 4:2 im Weserstadion war noch einmal ein Spiel, das alles veranschaulichte, wofür diese Saison bei Gladbach stand. Eiskalt und wunderschön herausgespielte Tore, schlampig hergeschenkter Kantersieg durch vergebene beste Chancen und naiv verteidigte Gegentore, dominantes Spiel und zugleich teilweise hilfloses Agieren in den kurzen Drangphasen der Bremer. Spielglück bei der Selke-Szene, die das Spiel grundlegend hätte verändern können. Klare Führungen, derer man sich plötzlich dann doch nicht mehr sicher sein konnte. Und am Ende dann doch auch überall enttäuschte Gesichter, weil der Sieg, der Bremen in die zweite Liga stürzt, für die eigenen Ambitionen nichts wert war.

Über das Spiel will ich an dieser Stelle nichts mehr schreiben. Es war ein vernünftiger Auftritt, der alle Zweifel daran schnell zerstreute, dass Borussia vielleicht mit einem weiteren uninspirierten Auftritt auch noch negativ im Abstiegskampf auffallen würde. Das war schon mal positiv. Für mich war die Saison ansonsten schon lange abgehakt, insofern hätte ich mich zwar gefreut, wenn es zum Schluss noch für die Conference League gereicht hätte. Aber es fällt mir auch leicht, anzuerkennen, dass andere in dieser Saison eben den entscheidenden Schritt besser und schneller waren. 

Sicher, die Saison war nicht so schlecht, wie sie in den vergangenen Monaten erschien und gemacht wurde. Sie war aber eben auch nicht gut genug, um ausreichend andere Mannschaften hinter sich zu lassen. 

Deshalb galt auch gestern mein Fokus mehr denen, die es im Rahmen des letzten Saisonspiels verdient haben, erwähnt und herausgehoben zu werden. Dazu gehört vor allem der Kapitän. 

Lars Stindl kann zwar keine Gerd-Müller-Rekorde knacken, aber er ist für eine Mannschaft wie Borussia dennoch wichtiger als ein Lewandowski für Bayern München. Auch in dieser Saison ist Lars vorangegangen, trotz nicht einfacher Ausgangsposition hat er abgeliefert, als denkbar unangenehmer Gegenspieler, als Score und Vorbereiter. 

Es freut mich so für ihn, dass er bester deutscher Torjäger in der Bundesliga geworden ist. Und es tut mir sehr leid für ihn, dass der Bundestrainer seinen Wert bis heute nicht erkannt hat. Nach den unglücklich verpassten Turnieren zuvor hätte er es verdient gehabt, diesmal dabei zu sein. Aber er ist auch alt genug, sich davon nicht mehr herunterziehen zu lassen. Und er wird auch in der neuen Saison eine wichtige Rolle für Borussia spielen.

Ein Lichtblick war für mich im Spiel in Bremen gestern ausgerechnet einer, der nun wirklich über die Saison viel hatte einstecken müssen: Hannes Wolf machte ein starkes Spiel, durchsetzungsfähig, mit Überblick und guten Lösungen. Und auch mal mit dem Foul zur richtigen Zeit. Ich hoffe, dass der Abschied von Rose für ihn auch eine Befreiung werden kann und er in der kommenden Saison endlich besser ins Laufen kommt.

Und damit komme ich schon zu denen, die wir im Sommer nicht mehr im Borussia-Trikot sehen werden. Die - wie vergangenes Jahr Raffael, Johnson und Strobl - vielleicht nicht mehr sportlich die allerwichtigsten waren, die aber für das Innenleben einer Mannschaft so wohltuend sind.

Gemeint sind hier natürlich in erster Linie Ibrahim Traoré und Oscar Wendt. Über Oscar ist im Prinzip alles geschrieben, er ist zurecht abgefeiert worden, weil er sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und ein positiver, guter Typ ist, den man so erst mal wieder finden muss. 

Gut, er hat auch mich mit seinen Kerzenabschlägen aus dem Strafraum, mit seinen Ausfallschritten, die keine Flanke verhindern konnten oder mit Flankenversuchen, mit denen er zielsicher den nächstgelegenen Abwehrspieler anschoss, viele Nerven gekostet.

Aber er steht auch für so viele gute Aktionen, für Duelle mit Weltklassespielern, die er konzentriert und gut in Schach hielt (im Verbund der gesamten Defensive natürlich), für tolle und wichtige Tore, für das Feiern mit den Fans in solchen Momenten. Für seine positive Ausstrahlung und Nahbarkeit. Und natürlich für die Standhaftigkeit, sich das Gemurre der Ost nicht einfach gefallen zu lassen. Deshalb kann man nur sagen: Tack för allt, Oscar!

Im Schatten dessen ging der Abschied von Spaßvogel, Dichter und Denker Ivo Traoré sträflicherweise ziemlich unter. Kurz nach Spielschluss teilte Ivo selbst über die sozialen Medien seinen Abschied mit, der Verein hatte dies noch nicht so kommuniziert. Der Dank, der ihm daraufhin unter seinen Posts zuteil wurde, ist sicher ein Trostpflaster, aber das Wie passt so ein bisschen zu dieser verkorksten Saison.

Sportlich hatte Ivo nie eine Chance unter Marco Rose, und vorher haben seine häufigen Verletzungen viele verhindert. Doch er war auf dem Platz jemand für die besonderen Momente. Und abseits des Rasens war er unzweifelhaft einer der wichtigsten Integrationsfiguren der Mannschaft für alle Neuen, vor allem aus dem französischsprachigen Bereich, inklusive Familienanschluss in der Familie Traoré. Ich finde es auch der besonders schade, dass jemand so still und ohne Fans gehen muss. Aber ich wünsche ihm, dass er nochmal einen Verein findet, bei dem er auf dem Rasen zeigen kann, was ihn auszeichnet. Dass das klappt, ist leider in der Corona-Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, wie man an Raffael und Fabian Johnson sieht, die weiter vereinslos sind. Deshalb auch hier: Ich ziehe den Hut vor dir, lieber Ibo!

Alles Gute, ihr Beiden. Das gilt gleichermaßen für Julio Villalba, Max Grün und wohl auch für Michael Lang, die leider alle nicht beweisen konnten, ob sie einen Mehrwert für Borussia hätten darstellen können.

Und ja, ich gebe auch Marco Rose und seinem Trainerteam gute Wünsche mit auf den Weg. Ich bewerte das sportliche Abschneiden, aber ich bewerte auch die Menschen dahinter. Und bei aller Enttäuschung und Wut über das vorzeitig abgebrochene Aufbauprojekt, über schlechte Kommunikation und ungeschicktes Verhalten in der Öffentlichkeit, über das nicht zufriedenstellende Gesamtergebnis und auch die sportlich-taktischen Fehler, die ein besseres Saisonabschneiden gekostet haben: Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Rose, Maric, Zickler und Eibenberger hier bis zum Schluss anständig und mit vollem Einsatz gearbeitet haben. 

Erfolg im Fußball hängt von zu vielen Komponenten ab, als dass man die Schuld immer nur auf einen abwälzen kann und sollte. Es ist bequem, keine Frage, aber es führt nicht weiter, vor allem, wenn dieses Alibi in der nächsten Saison nicht mehr da ist.

Also, auch wenn das bei vielen nicht populär sein wird: Ich finde es wichtig, dass man sich auch anständig von Rose und Co. verabschiedet. Das gilt besonders dann, wenn man sich sonst zu den besten Fans oder zu einem besonderen Verein zählt. Das lebt Max Ebert mit jeder Faser seines Körpers vor, trotz all der Enttäuschungen, die auch er einstecken musste (sicher auch mit Marco Rose). Und dafür steht auch der Vorstand von Borussia.

Ich hoffe, dass die Sommerpause und die hoffentlich weiter fortschreitende Normalisierung des Lebens, unter anderem mit der Rückkehr von Fans in den Stadien, dabei hilft, sich auch von dem ständigen Einschlagen auf Rose zu lösen, wie es sich in vielen Beiträgen in den sozialen Medien besonders noch mal in dieser letzten Saisonwoche Bahn brach. 

Ich habe mich auch maßlos über seine Entscheidung geärgert, über das Drumherum und natürlich darüber, dass danach irgendwie die Luft raus war aus der Saison. Aber relativ schnell habe ich für mich entschieden, dass ich das Thema jetzt nicht monatelang immer wieder wälzen will - weil es ja vor allem mich selbst immer wieder runterziehen würde. Und im Gegensatz zu Oscar und Ibo fällt mir der Abschied vom Team Rose selbstredend inzwischen sehr leicht. Das hätte ich - und wohl kein Gladbachfan - ziemlich genau vor zwei Jahren gedacht. Aber man lernt nie aus.

Also: Ich wünsche Marco Rose und seinem Team, dass sie woanders finden, was sie sich von diesem Schritt erwarten. Ich wünsche mir aber auch, dass unsere Borussia immer in der Lage sein wird, deren Teams die Grenzen aufzuzeigen. 

Dazu braucht es allerdings gute Entscheidungen im Verein, einen klaren Kopf mit Blick nach vorne - und die Einheit aller, die hinter dem VfL stehen. Lasst uns nach dieser Saison auf Neustart drücken, aus der Zeit mit Rose für die Zeit ohne Rose lernen - und damit das Beste aus diesem Spieljahr machen, mit allen seinen Höhen und Tiefen!


Bundesliga, 34. Spieltag: SV Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 2:4. Tore für Borussia: 0:1 Stindl, 0:2 Thuram, 0:3 Bensebaini, 0:4 Neuhaus.

Saisonspende: Vier Tore zum Saisonabschluss bringen nochmal 2 Euro ein. Leider gibt es sonst keine Saisonabschlussprämien einzulösen. Eigentlich. Denn dass Lars Stindl bester deutscher Torschütze in der Liga geworden ist, ist mir die Torschützenkönigprämie von 30 Euro wert. Damit kommen wir auf 142,50 Euro. Auf die EM, die mich nicht sonderlich interessiert, will ich mit der Spende nicht warten. Da ich dort aber auch entsprechende Prämien für Tore und Vorlagen ausgelobt habe, runde ich präventiv auf 150 Euro auf. Über die Verwendung informiere ich in Kürze an dieser Stelle.

Zur Erinnerung, darum geht's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Erreichen der K.o-Phase und für jede weitere erreichte CL-Runde: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.