2026-01-18

Neues Jahr, alte Befürchtungen

Und wieder grüßt das Murmeltier.

Das Jahr 2026 beginnt mit einem - wieder einmal - äußerst rätselhaften Saisonabschnitt. Einem in allen Belangen klar und deutlichen 4:0 gegen den schwachen FC Augsburg folgt drei Tage später ein kläglicher Auftritt in Sinsheim, der folgerichtig auch in der Höhe verdient mit 1:5 verloren geht. Der Besuch in der Hansestadt Hamburg mit einem torlosen Punktgewinn könnte man unter "okay" einordnen, wenn nicht der fatale Eindruck wäre, den die Mannschaft auch da über mehr als eine Stunde vermittelte.

Borussia kann sich offenbar nicht dreimal innerhalb einer Woche so konzentrieren, wie es fürs Überleben in der Bundesliga notwendig wäre. Oder wie muss man das sonst verstehen?

Wieder hat jeder Spieler vorher "gewusst, was auf uns zukommt", wie es nach dem Spiel heißt. Und doch steht wieder die gesamte Mannschaft komplett neben sich, kommt in der ersten Hälfte in keinen vernünftigen Zweikampf und ist letztlich Spielball für die gut eingespielte Hoffenheimer Mannschaft, die sich in dieser Saison offenbar deutlich weiter oben in der Tabelle einreihen kann als Borussia.

Das hat auch damit zu tun, dass es auch Eugen Polanski nach der ersten Siegesserie im Herbst nicht mehr gelungen ist, wirklich Konstanz in die Leistungen seiner Mannschaft zu bringen. Zum Glück geht die defensive Stabilität nur alle paar Spiele dermaßen flöten wie am Mittwoch. 

Zum Glück nutzt nicht jede Mannschaft die Einladungen so aus wie Hoffenheim. Der HSV hätte in der ersten Halbzeit locker ebensoviele Tore schießen können, ließ aber jegliche Präzision beim Torschuss vermissen oder scheiterte am sicheren Moritz Nicolas. 

Zum Glück trifft die Mannschaft selbst (meist) noch verlässlich das Tor. Doch ausruhen lässt sich auf den hart erkämpften Punkten nicht. Von den letzten fünf Spielen gingen drei klar und überwiegend verdient verloren, wobei man ausgerechnet gegen Dortmund noch als einziges die Chance hatte, das Spiel bis in die Schlussphase erfreulicher zu gestalten.   

Und wenn man ehrlich ist, war auch der Sieg gegen Augsburg nicht ohne Wackler. Borussia ließ viel zu viel Unsicherheit im Aufbau erkennen, am Ende übertünchen die vier Tore eine insgesamt sehr dürftige Darbietung beider Teams.

Fahrlässig wäre, wenn man das jetzt mit "Es ist nur eine Phase, Hase!" abtun würde. Die Abstiegszone ist in den letzten drei Spielen dank der Schwäche der Konkurrenz nicht erheblich nähergerückt, aber immer noch nah genug, dass man sich viele Aussetzer nicht erlauben darf. Und die nächsten Spiele werden härtere Prüfsteine als der HSV.

Zum Glück machen die Verantwortlichen absolut nicht den Eindruck, irgendetwas schönreden zu wollen. Sie legen den Finger in die Wunde. Auch die Mannschaft betont, dass sie weiß, was zu tun ist. Doch da sich die Spiele mit Komplettaussetzern in den vergangenen Jahren konsequent durch alle Traineretappen gezogen haben, ist es langsam schwer, hier nicht an einen wie auch immer gearteten Vodoo zu glauben.

Dass in dieser Saison mit Frankfurt (4:6), Bremen (0:4), Hoffenheim (1:5) und auch den schwachen Auftritten gegen Union und Wolfsburg diese Spiele wieder häufiger aufzutreten scheinen, zeigt nur, dass es für Borussia immer noch und an erster und einziger Stelle zählt, möglichst schnell den Klassenerhalt zu erreichen. Das wird noch schwer genug. 

Und wenn es hoffentlich geschafft ist, reden wir darüber, wie man als fast Ertrunkener wieder vor die Welle kommen kann und sein Schicksal besser selbst bestimmen kann, als es in den letzten Jahren der Fall war.

Bis dahin heißt es wieder nur hoffen, hoffen, hoffen: dass sich das Team am Riemen reißt und der Trainer mit den Spielern den Weg zurück zur alten Stabilität findet. Dass die hoffentlich bald zurückkehrenden Tim Kleindienst und Robin Hack den notwendigen neuen Impact haben, vielleicht noch ein, zwei Transfers die Unwucht im Kader mildern helfen. Dass die Spieler gemeinsam wieder in die Spur finden.

In drei oder vier Wochen wissen wir vielleicht etwas mehr.  

Bundesliga, 16. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 4:0. Tore für Borussia: 1:0 Scally, 2:0 Diks (HEM), 3:0 Tabakovic, 4:0 Tabakovic.

Bundesliga, 17. Spieltag: TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 5:1. Tor für Borussia: 4:1 Machino.

Bundesliga, 18. Spieltag: Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 0:0.

Saisonspende: 5 Euro für 5 Tore und 4 weitere für das Zu-Null gegen Augsburg und den HSV. Damit stehen wir bei 56 Euro. Das gilt in der Saison 25/26: Für jedes erzielte Tor von Borussia in Bundesliga oder DFB-Pokal zahle ich 1 Euro. Für Derbysiege gegen K*** gibt es 10 Euro. Gehaltener Elfmeter: 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 2 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg: 20 Euro. Einstelliger Tabellenplatz am Saisonende: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 30 Euro. Deutsche Meisterschaft: 125 Euro. DFB-Pokalsieg: 50 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

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