Sauber erarbeitet

Das war wichtig! Borussia hat die unbequeme Hürde Düsseldorf genommen, wenn auch nicht mit Bravour, sondern eher durch viel, viel Arbeit. Dass wir trotzdem wieder bis zur letzten Sekunde zittern mussten und die Mannschaft vor allem beim Elfmeter der Fortunen einen gehörigen Schluck aus der Glücks-Pulle gebraucht hat, das ist mir jetzt mal gerade egal. Hauptsache in der nächsten Runde!

Heute hat sich die personell erstmals deutlich veränderte Elf von Dieter Hecking gut durchgebissen, hat das Spiel gegen einen erstligatauglichen Zweitligisten weitgehend im Griff gehabt, ohne jedoch die Souveränität oder die Durchschlagskraft zu entwickeln wie in der ersten Halbzeit gegen Leverkusen. Das lag sicher auch daran, dass Spieler wie Traoré, Raffael und Wendt weiterhin noch von ihrer Bestform entfernt sind. Auch heute war wieder Thorgan Hazard die herausragende kreative Kraft im Offensivspiel, während Stindl und Raffael eher als Verbindungsspieler glänzten, die sich teilweise sehr tief fallen lassen. Das macht viele Kombinationen von hinten heraus geschmeidig anzusehen. Doch in der gefährlichen Zone am und im Strafraum des Gegners fehlt dann dafür oft die richtige Anspielstation oder der Stürmer, der auch gefährlich zum Abschluss kommt und nicht geblockt wird. Das goldene Tor heute fiel denn auch wieder nach einer schönen Einzelaktion - und mit der freundlichen Mithilfe des Gegners.

Doch wie zerbrechlich das über viel Ballbesitz und gute Angriffe aufgeladene Selbstvertrauen der Borussen noch ist, zeigt sich eigentlich in jedem Spiel - dann, wenn der Gegner das Tempo erhöht oder in den offenen Schlagabtausch-Modus schaltet. Wenn dann auch noch - wie heute - ein Schiedsrichter Foulspiele ständig als zulässige Härte durchwinkt, ist die Gefahr für Gegentore nach Ballverlusten natürlich groß. Die Angst davor merkte man den VfL-Akteuren nach dem Desaster am Samstag bisweilen auch heute an. Selbst der freche Mickael Cuisance war merklich beeindruckt. Heute spielte er äußerst schwach und hätte auch schon zur Halbzeit ausgewechselt werden können. Doch da sein Handeln keine negativen Auswirkungen hatte, kann man ihm diese Lerneinheit auch als gute Erfahrung für seine weitere Entwicklung gönnen. Dieter Hecking muss nur aufpassen, dass er den Jungen nicht überfordert. Im Vergleich mit Denis Zakaria merkte man heute schon den Unterschied an spielerischer Reife und der größeren Erfahrung im Profibereich bei den beiden Youngstern. Und das, was Jonas Hofmann auf der Position zeigt, ist kaum weniger wertvoll.

Gut gefallen hat mir heute, dass die umgestellte Abwehrkette mit Elvedi und Ginter innen sicher gestanden hat. Gut, die Offensive der Düsseldorfer war jetzt auch kein Orkan, aber Elvedi als Alternative für innen zu wissen, ist beruhigend; genauso wie der abgeklärte Auftritt von Tony Jantschke der Mannschaft heute gutgetan hat. Dass Jannik Vestergaard mal eine Pause bekommen hat, fand ich auch logisch. Nicht, weil er zuletzt ein paar Schwächen offenbart hatte, sondern weil er in den vergangenen Monaten mit am meisten auf dem Feld stand. Ein solche Auszeit bräuchte nun aus meiner Sicht aber auch der gute Oscar Wendt mal. Auch heute war er in der Rückwärtsbewegung mehrmals die leicht überspielbare Achillesferse der Borussia.

Aber egal. Mit dem Sieg im Gepäck lässt sich nun mal kurz durchschnaufen. Und vielleicht lässt sich ja mit diesem Rückenwind auch bei der TSG Hoppelheim was machen. 

DFB-Pokal 2017/18, 2. Runde: Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach 0:1 (Tor für Borussia: 0:1 Hazard)

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