2020-10-22

Steile Lernkurve und ein Tor zum Einrahmen

Whoo-hoo! Was für ein packendes Spiel! Welch schöner Erfolg! Das 2:2 von Borussia Mönchengladbach im San Siro ist bemerkenswert. Man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Doch der Reihe nach. 

Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt. Was er für Borussia in der Champions League in der Endabrechnung wert sein wird, muss man am ersten Gruppenspieltag sicher noch nicht diskutieren. Aber er kann sehr wichtig sein. Dass dies gegen eine ungleich höher einzuschätzenden Gegner und in dessen Stadion ein gewonnener und verdienter Punkt war, steht außer Frage. Und deshalb gehe ich heute sehr gelöst und sehr zufrieden an meinen Text zum Spiel - nachdem ich gefühlt zwei Stunden gebraucht habe, um wieder zu meinem Ruhepuls zurückzukehren.

Auch während des Spiels war es mit Gelassenheit natürlich nicht weit her. Es war eine aufreibende Partie, und nichts anderes war ja auch zu erwarten gewesen. Der VfL mit seiner in den bisherigen Spielen gezeigten seltsamen Mischung aus Genialität, Schludrigkeit und Phlegma gegen den übermächtig scheinenden Brocken aus Mailand - den Euro-League-Finalisten und italienischen Vizemeister, einen Verein mit ganz anderen finanziellen Möglichkeiten, als es der Herausforderer vom Niederrhein je sein wird.

Nun kann man lange darüber diskutieren, ob es denn verzeihlich ist, dass die Rose-Elf auch diesmal eine späte Führung nicht noch die paar wenigen Minuten über die Zeit bringen konnte. Natürlich war das ärgerlich, ganz klar. So kurz vor dem Ziel dann doch wieder diese eine Unaufmerksamkeit, die eine erfahrene und abgezockte Mannschaft wie Inter in Person des eiskalten Torjägers Romelu Lukaku sich einfach nicht entgehen lässt.

Andererseits wäre es ungerecht, die Leistung der Mannschaft damit "am langen Ende" und "ein Stück weit" zu entwerten. Denn erstens war der VfL heute, was das Ausnutzen von Torchancen anging, noch deutlich effektiver als der Gegner. Und zweitens war dieses Spiel über die gesamten 97 Minuten weit mehr als nur der kleine Nackenschlag zum Schluss. Es gab heute eine erstaunliche Entwicklung zu sehen, an der sich das Team zurecht hochziehen kann und aus dem es sehr viel für die nächsten Aufgaben mitnehmen kann. Und wir Fans auch.

Denn nach einem forschen Beginn, der Inter in den ersten Minuten erfolgreich weit weg vom Tor von Yann Sommer hielt, mussten Chris Kramer und seine Nebenleute in der Folge immer mehr Raum abgeben. Die Gastgeber kamen besser ins Spiel, erstickten das Gladbacher Aufbauspiel mehr und mehr und zwangen den Gegner zum häufigen Quer- und Zurückspielen. Zwar waren immer wieder Räume auch für etwas riskantere Steilpässe nach vorn dagewesen. Doch da der Respekt gegenüber den robusten Inter-Akteuren von Minute zu Minute zu wachsen schien, wurde ein ums andere Mal der sicherere Rückwärtsgang eingelegt. Das sah nach einer Weile dann schon wieder phasenweise aus wie gegen Union oder gegen Wolfsburg - nur gegen einen wirklich starken Gegner.

So schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Mailand in Führung gehen würde. Perisic konnte zu oft über links frei flanken, und in der Mitte näherte sich Inters Superstürmer Lukaku diesen Flankenbällen immer mehr an. Hätte Nico Elvedi nicht so einen absoluten Sahnetag erwischt, dann hätte es wohl schon in der ersten Halbzeit in Sommers Tor geklingelt. 

Dass selbst eine defensive Klasseleistung des Schweizers nicht ausreichen würde, den äußerst geschickten Zweikämpfer im Inter-Trikot ganz aus dem Spiel zu nehmen, war zwar absehbar. Umso bitterer, dass es dem belgischen Stürmer ausreichte, Elvedi im ganzen Spiel dreimal zu entwischen, um zweimal ins und einmal haarscharf neben das Tor zu zielen.

Dennoch schafften es die Schützlinge von Marco Rose, sich in Richtung Halbzeitpause wieder besser zu befreien und ein paar Nadelstiche nach vorne zu setzen. Irgendwann setzte zwar stets ein unpräzises Zuspiel dem Entstehen einer echten Torchance ein Ende. Doch es war deutlich zu sehen, wie sich das Team als Team Stück für Stück freikämpfte und freispielte - und sich so buchstäblich auf dem höheren Niveau der Champions League zu akklimatisieren begann.
Somit war das torlose Ergebnis zur Halbzeit dem Spiel auch durchaus angemessen - auch wenn einige Unsicherheiten zu sehen waren, die auch schon in den Spielen vorher zu beobachten gewesen waren.

Mit dem Anpfiff der zweiten 45 Minuten war von der mutigeren Borussia allerdings kaum noch etwas zu sehen. Inter drückte nun stärker nach vorn und kam durch die Einwechslung von Lautaro Martinez zu mehr Bewegung im Angriffsdrittel und damit auch leider viel zu schnell zum Führungstreffer. Ab da war klar, dass es sehr schwer werden würde, hier wieder zurückzukommen.

Doch der VfL war nicht bereit, schon die Segel zu streichen. Das hatte auch etwas mit dem vielleicht größten Lerneffekt aus der ersten Hälfte zu tun. Da hatte die Rose-Elf schmerzhaft erfahren müssen, was ein niederländischer Fifa-Spitzenschiedsrichter alles so nicht pfeift. Und die Spieler begriffen schnell und nahmen das an. Zum Glück blieb Björn Kuipers seiner großzügigen Linie treu, sodass auch der VfL nun öfter mit der nötigen Zweikampfhärte zu Werke ging und gehen konnte. In der Folge bekam die Mannschaft mehr Zugriff und lief bis auf Ausnahmen, die dann auch gleich wieder zu gefährlichen Szenen führten, auch die Räume wieder besser zu.

Dass die Mannschaft sich auch bei einem Rückstand nicht frühzeitig aufgibt, wissen wir schon aus der letzten Saison. Was wie schon beim Wolfsburg-Spiel dazukam: Es gelingt den Spielern derzeit auch mal etwas, wenn man es gerade nicht unbedingt erwartet. So fielen beide Tore nicht aus heiterem Himmel, aber doch auch nicht so, dass man sie sekündlich erwarten konnte.
Klasse, wie sich Marcus Thuram in der Elfmeterszene im Strafraum durchsetzte, sodass Vidal nur der Fußangler blieb. Es war übrigens schon der dritte Elfmeter, den der Franzose in dieser Saison rausgeholt hat. Bei dem heutigen regte mich aber richtig auf, wieso man für dieses klare Foul erst einen Videoreferee brauchte. Selbst wenn Kuipers es nicht genau gesehen hatte - es war an Thurams Fallen klar abzulesen, dass er da nicht absichtlich so hatte hinfallen können. Aber egal, nach einer Minute Rumbrüllen meinerseits hatte es ja dann auch der Schiri eingesehen.
Gut, wenn man in einer so wichtigen Phase des Spiels einen guten Elfmeterschützen zur Hand hat. Wie Bensebaini da wiederholt aus elf Metern den Ball links wie rechts hart und präzise neben den Pfosten platzieren kann, ist schon beeindruckend. Ein wirklich eiskalter Hund! Allerdings war er ja auch auf der Filip-Daems-Gedächtnisposition unterwegs, das färbt ja vielleicht ab ;-)

Höhepunkt des Spiels war für mich dann aber der unverhoffte und auch gar nicht so ganz hochverdiente Führungstreffer durch einen bemerkenswert abgebrühten Beinschuss von Jonas Hofmann gegen Routinier Handanovic im Inter-Tor. Dieser feine Ball durch die Beine war die gerechte Strafe dafür, dass der Keeper kurz zuvor bei einer Harakiri-Aktion weit außerhalb des Strafraums Plea rüpelhaft angesprungen hatte und heilfroh sein musste, dass er dafür nur mit Gelb davonkam.

Aber klar, dieses Tor ist nicht nur deshalb so sehenswert. Ohne den Sensationspass von Flo Neuhaus,der scharf durch alle Mailänder Abwehrketten schnitt, wäre das nicht zustande gekommen. Und natürlich wäre dieser Spielzug nicht so hinreißend schön geworden, dass man ihn sich ausschneiden und an die Wand hängen möchte. Das. War. Ein. Weltklassetor! Und ganz ehrlich: Wenn uns das nach fünf Minuten Hin- und Herspulen in der Videokabine wegen eines Hauchs von Abseits wieder aberkannt worden wäre, dann hätte das schon fast Büchsenwurf-Dimensionen gehabt.
Zum Glück triumphierte in dieser Szene nicht die schnöde Technik über die Genialität des fußballerischen Moments. Das lässt mein Fanherz dann im humorlosen Fußballbusiness auch einmal wieder ganz besonders frohlocken.

Gut, es fiel dann doch noch auf der falschen Seite einer rein. Zwar nach einer für die Verteidiger eklig hereingespielten Ecke, doch diese wiederum resultierte aus einer weiteren leichten Flanke von der linken Abwehrseite. Das sind Dinge, die vermeidbar wären. Andererseits konnte sich so auch Yann Sommer beim Kopfball von Darmian noch mit einer Klasseparade auszeichnen. Vielleicht war das diese eine weit überdurchschnittliche Szene, die er braucht, um wieder zurück auf sein absolutes Top-Niveau zu kommen. So wie sich die Spieler heute vom Torwart bis zum letzten Einwechselspieler in die Königsklasse reingebissen, sich gegenseitig in jeder Szene gepusht und damit auch viel Selbstbewusstsein getankt haben dürften. 

Sie haben gezeigt: Wir sind ein Team. Wir sind Borussia! Und wir lassen uns auch von großen Namen und Ausnahmespielern nicht bange machen. Auf diese Jungs und ihren heutigen Auftritt bin ich wirklich stolz, auch wenn er natürlich nicht frei von Fehlern war. Aber mit dem Ergebnis und der Art und Weise, wie er zustande kam, lässt es sich heute gut einschlafen.
Es scheint, als finde der VfL so langsam seinen Flow und wird warm mit der Corona-Saison. Hoffen wir, dass sich dieser Eindruck verfestigt und nicht gegen Mainz wieder alte Unsicherheiten aufbrechen.  

Champions League 2020/21, Gruppenphase, 1. Spieltag: Inter Mailand - Borussia  Mönchengladbach 2:2. Tore für Borussia: 1:1 Bensebaini (Foulelfmeter, Thuram), 1:2 Hofmann.

Saisonspende: Zwei Tore alias 1 Euro kommen durch Ramy und Jonas heute dazu, damit steht das Spendenkonto aktuell bei 14,50 Euro.

Zur Erinnerung, darum geht's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

2020-10-18

Zunehmend aufgerieben

Tja, das war kein besonders guter Start in die erste harte Saisonphase mit sechs Spielen innerhalb von 17 Tagen. Das Unentschieden gegen Wolfsburg ist am Ende verdient für beide Teams, aber es lässt in keiner Weise zufrieden in die nähere Zukunft blicken.

Wieder war Borussia eine Halbzeit lang dem Gegner klar überlegen, stand defensiv sicher und erspielte sich vorne einige sehr gute Chancen. Doch wieder reichte es in den ersten 45 Minuten nicht zu einer Führung, die einer Mannschaft das Spielen dann auch mal etwas leichter machen kann. Nach der Pause war von der Entschlossenheit der ersten 45 Minuten nur noch wenig zu sehen. Torchancen gab es gar keine mehr, die Fehlpässe und Ballverluste im Spiel nach vorn häuften sich, die engen Zweikämpfe mit ständiger Verletzungsgefahr gegen die gewohnt rücksichtslosen Wolfsburger ebenfalls. 

Die Gäste kamen mit dem wilder werdenden Hin und Her besser zurecht, konnten sich zunehmend befreien und kamen ihrerseits zu häufig gefährlich vor das Tor von Yann Sommer. Gut, wie sich die Mannschaft von Marco Rose wehrte, auch wenn sie den Zugriff in den Zweikämpfen mehr und mehr verlor. Sie warfen sich vor dem eigenen Tor mehrfach erfolgreich ins Getümmel und verhinderten damit - wie auch Sommer selbst - einige Male den Führungstreffer der Wölfe.

Und dafür schien Gladbach belohnt zu werden, als Marcus Thuram aus einem eigentlich aussichtslosen Laufduell in Klassemanier noch einen Foulelfmeter erzwang, den Jonas Hofmann zur Führung verwandelte. So weit, so gut. An manchen Tagen muss man eben nehmen, was gerade drin ist. Doch es war fast absehbar, dass Kramer und Co. diesen knappen Vorsprung nicht über die Schlussviertelstunde ins Ziel retten würden. Sie rieben sich auf und arbeiteten sich am Gegner ab, ohne aber selbst noch den wichtigen Lucky Punch setzen zu können.

Genau das unterscheidet Borussia derzeit von einem Team mit Spitzenambitionen. Trotz aller Bemühungen, sich nicht zu sehr zurückdrängen zu lassen, gelangen der Borussia kaum noch Entlastungsangriffe. Das Tor der Gäste war in der Entstehung vielleicht etwas glücklich, aber blitzsauber herausgespielt - begünstigt durch eine misslungene Befreiungsaktion und der schnellen Reaktion von Baku und Weghorst, die eine für den Moment unsortierte Abwehr dadurch sehr schlecht aussehen ließen. 

Ab diesem Zeitpunkt - sämtliche durchsetzungsfähigen Stürmer waren zu diesem Zeitpunkt bereits vom Feld gegangen, blieb fast nur noch die Hoffnung darauf, wenigstens diesen einen Punkt festzuhalten. Das gelang, aber es ist dennoch zu wenig, wenn man sich in den kommenden Wochen mit einigen der größten Mannschaften messen will. 

Was heute deutlich wurde: Es steht zwar ein sehr ausgeglichener Kader auf dem Papier, aber Marco Rose hat ihn derzeit noch nicht zur Verfügung. Das liegt einfach daran, dass zu viele Spieler nicht oder noch nicht in Höchstform sind. Heute mussten Stevie Lainer und Marcus Thuram mit Blessuren vom Platz, wir können nur hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist.
Das, was Stindl, Neuhaus und Kramer heute zeigten, war solide. Sehr viel Einsatz und einige gute Szenen, aber dabei auch viel Stückwerk. Eine Leistung, an der sich andere Spieler in schwierigen Phasen hochziehen können, war es nicht. Oscar Wendt und nach ihrer Einwechslung Patrick Herrmann, Ramy Bensebaini und Tony Jantschke blieben eher blass. Hannes Wolf fand auch diesmal keine Bindung ins Spiel. 

Das bedeutete, dass trotz fünf Wechselmöglichkeiten heute von der Bank keine wirksamen Impulse gesetzt werden konnten. Für die kommenden Wochen, wo es ohne personelle Rotationen nicht gehen wird, ist das keine gute Nachricht. Denn auch wenn Plea heute aus anderen Gründen fehlte und er im nächsten Spiel wieder zur Verfügung steht: Allein kann er es auch nicht rausreißen. Denn auch seine Sturmkollegen Thuram und Embolo sind noch nicht so lange wieder aus ihren Verletzungspausen zurück, dass sie schon wieder die Sterne vom Himmel schießen könnten. Wobei man sagen muss, dass sie heute ihre Stärken druchaus zu zeigen wussten.

Die Euphoriebremse ist jedenfalls spätestens nach diesem Spiel eingelegt. Tabellarisch sind fünf Punkte in der Liga nicht toll, aber immer noch annehmbar. Doch wenn es ganz schlecht läuft, kommen bis Anfang November auch nicht mehr allzuviele Punkte dazu. In der Champions League warten schließlich mit Inter, Real und dem mit Sicherheit sehr unangenehm zu spielenden Schachtjor Donezk absolut harte Nüsse. In der Bundesliga sind die Punkte gegen Mainz schon fast Pflicht, da Borussia es anschließend gegen Leipzig und Leverkusen sicher ungleich schwerer haben wird, zwei Siege einzufahren.

Ihr seht, ich habe meine Erwartungen schon um einiges zurückgeschraubt. Denn es geht in dieser Saison nicht darum, die Champions League zu gewinnen, sondern darum, auf der Ultra-Langstrecke am Ende noch möglichst gut durchs Ziel zu gehen. Deshalb ist es völlig in Ordnung, im Herbst noch im Niemandsland der Tabelle herumzukrebsen - zumindest, solange der Kontakt zu den wichtigen Plätzen nicht abreißt. Aber wer weiß, vielleicht überrascht mich die Mannschaft ja auch positiv. Ich hätte nichts dagegen, aber überzeugt bin ich davon noch nicht.

Damit kurz zum Unparteiischen. Ich habe selten einen Schiedsrichter gesehen, der in einem Spiel eine so schlechte Zweikampf- und Foulbewertung an den Tag gelegt hat und dennoch das Spiel dabei nicht merklich beeinflusste. Die viel zu großzügige Linie, die Daniel Schlager auf beiden Seiten fuhr, führte logischerweise zu besonders vielen unnötigen (und ungeahndeten) Zusammenstößen mit Verletzungspotential - leider ein wiederkehrendes Ärgernis gerade in Partien gegen Wolfsburg.
Mehrmals schaute Schlager bei Luftzweikämpfen sogar zu früh weg und sah dadurch Fouls überhaupt nicht. Er wurde aber auch von seinen Assistenten nicht darauf aufmerksam gemacht. Ob er dem Spiel mit dieser laxen Linie einen Dienst erwies, darf man doch stark in Frage stellen.
Dazu muss ich natürlich die Witz-Verwarnung gegen Flo Neuhaus monieren, der von drei Wolfsburgern geschubst wurde, selbst aber aktiv überhaupt nichts gemacht hatte. Wenn da doch Videobilder aus Köln bei der Sortierung der Vergehen helfen könnten, weiß ich nicht, warum man den Schiedsrichter, der davon nichts gesehen hat, damit allein lässt, sodass der dann zur Standardreaktion "Gelb für je einen Spieler beider Teams" greift, ungeachtet des Verlaufs der Provokation. 

Egal, nun gilt es, das Spiel schnell abzuhaken und das Gute daraus mitzunehmen - etwa die Zähigkeit, mit der Borussia sich heute in diesem Abnutzungskampf gewehrt hat. Und wer weiß, vielleicht verleiht die Freude daran, endlich auf höchstem Niveau in der Champions League antreten zu können, ja manchem im Team auch unverhofft Flügel. Eins ist klar: Wir brauchen dazu jedenfalls keine Koffeinzuckerlösung.  

Bundesliga 2020/21, 4. Spieltag: Borussia  Mönchengladbach - VfL Wolfsburg 1:1. Tor für Borussia: 1:0 Hofmann (Foulelfmeter, Thuram).

Saisonspende: So mau wie das Ergebnis heute fällt auch die Spieltagsbilanz bei meiner Saisonspende aus. Nur 50 Cent kommen durch Jonas Hofmanns Elfmetertor dazu, damit stehen wir nun bei 13,50 Euro.