2015-03-07

Verschenkt

Manchmal muss man sich mit einem Punkt zufrieden geben und ist doch glücklich darüber. Manchmal ärgert man sich maßlos, auch wenn eine Punkteteilung objektiv gesehen verdient ist. Auf das Gastspiel in Mainz trifft letzteres zu, und ich könnte immer noch vor Wut in die Tischkante beißen.

Nicht, weil Yann Sommer mal einen Fehler gemacht hat, wie beim ersten Gegentor (das zweite geht vor allem auf Xhaka mit dem schwachen Klärungsversuch).
Nicht, weil mit dem angeschlagenen Martin Stranzl offenbar auch die Ordnung in der Defensive vom Platz ging.
Nicht, weil Max Kruse den schönen Konter zum sicheren 3:1 am Pfosten zerdepperte.
Und auch nicht, weil der Schiedsrichter vor beiden Toren falsche Entscheidungen traf (Freistoß und Einwurf für Mainz) und auf der anderen Seite einen fälligen Elfmeter für Kramer verweigerte.

Nein. Wir haben in dieser Saison auch schon glückliche Siege und Unentschieden gehabt und von fragwürdigen Entscheidungen profitiert wie auch darunter gelitten. Das ist im Fußball so.
Und schließlich kann und muss man Freistöße und Einwürfe besser verteidigen. Dafür ist nicht der Schiedsrichter zuständig.

Ich ärgere mich einfach über die verpasste Chance, die drei wichtigen Punkte zu sichern, die eigentlich schon in den Mannschaftsbus eingeladen worden waren. Denn es war - bis zum 1:2 - ein nahezu perfektes Spiel der Borussia. Kalt bis ans Herz setzten Stranzl und Co. das eigene Spiel durch, trotz weniger hochkarätiger Torchancen spielten sie attraktiv und gut nach vorn und beherrschten den Gegner ganz sicher. So sicher, dass die Gastgeber bis auf den eher zufälligen Lattentreffer in der ersten Halbzeit das Tor von Yann Sommer nie in Bedrängnis brachten.


Auch wenn in der zweiten Hälfte zu spüren war, dass Mainz stärker wurde und bissiger in den Zweikämpfen: Gladbach bestimmte das Spiel und machte, anders als in den Wochen zuvor, auch endlich das zweite Tor, das zwingend die Entscheidung hätte sein müssen. Zumindest, wenn man den Anspruch hat, bald Champions League spielen zu wollen.
Und dann kommt eine blöde Situation, die die Mainzer wieder wachküsst, bei Borussia werden die Beine schwer und die Köpfe leer, Zweikämpfe gehen verloren und man befreit sich nicht mehr aus der Umklammerung und lässt Kontermöglichkeiten verstreichen. Sogar über eine Niederlage hätte man sich am Ende nicht beschweren dürfen, wenngleich das unverdient gewesen wäre.

Daran zeigt sich, dass Favres viel belächelte Worte von den schweren Spielen und den guten Gegnern zwar Standardsätze sind, aber eben doch auch an jedem Spieltag wieder gelten. Borussia ist zwar nah dran an dem Spitzenteam, als das sie schon so viele sehen wollen. Aber eben noch nicht nah genug, um solch ein Spiel (über 90 Minuten) erfolgreich nach Hause zu schaukeln.

Bundesliga, 24. Spieltag 2014/15: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 2:2 (7.3.15)

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