Lehren aus einer unvollendeten Saison II: Kaderplanung

Ein paar Spiele sind es noch, dann wissen wir, ob der VfL seinen Kader für die kommende Saison auf europäische Herausforderungen aufrüsten kann oder ob personell ein erneutes Aufbau- oder gar Umbruchjahr bevorsteht.

Auch wenn manches in der Kaderzusammenstellung des vergangenen Sommers im Nachhinein im Verlauf der Saison als schwierig herausgestellt hat, insbesondere durch die kurzfristige Abgabe von Nico Schulz und "Kolo", bin ich weit davon entfernt, die Vereinsführung und das Management um Max Eberl für Dinge zu kritisieren, die man so nicht vorhersehen kann.
Im ersten Teil meiner kleinen Serie bin ich ja schon auf die Verletzungsmisere eingegangen. Warum auch immer so viele Spieler immer wieder ausfielen: Niemand konnte wissen, dass auch immer wieder überdurchschnittlich viele Akteure für die gleichen Positionen ausfallen würden. So war es in der Hinrunde mit den Flügelspielern, zeitweise mit den Sechsern und zuletzt mit den Außenverteidigern. Das das Team die Ausfälle mit äußerst variablen Spielern wie Nico Elvedi oder Ginter immer wieder kompensieren konnte, ist ein großes Qualitätsplus bei Gladbach. Aber es ist eben auch zu sehen, dass bei der Leistungsfähigkeit eines Elvedi über links doch einige Prozentpunkte fehlen im Vergleich zu seiner Schokoladenseite rechts.
Borussia kann Ausfälle kompensieren, auch extreme, aber eben nicht ohne Qualitätsverluste. Gerne hätte man sicher einem Zakaria in seiner ersten Saison mal eine Verschnaufpause gegönnt oder einen Cuisance langsamer herangeführt. Aber es ging eben oft nicht anders. Gleiches gilt für einen Spieler wie Raffael, dessen Wadenprobleme sicher auch damit zu tun haben, dass er nach Verletzungen zu schnell wieder in den Kampf geschmissen werden musste.

Mit Blick auf die neue Saison muss man daraus natürlich lernen. Was ist zu tun?

- Setzt man auf einen größeren Kader, mit der Gefahr, dass man bei wenig Verletzten lauter unzufriedene Spieler auf der Tribüne sitzen hat? Bei Eintracht Frankfurt scheint das in diesem Jahr gut zu funktionieren. Aber dass Branimir Hrgota mit seiner Rolle dort so richtig zufrieden ist, kann ich mir auch nicht vorstellen.

- Setzt man auf weniger verletzungsanfällige Spieler, zumal der Kader in den vergangenen Jahren ja auch - für uns Fans fast unmerklich - gealtert ist? Für mich sind die Eigengewächse Herrmann, Jantschke oder Spieler wie Traoré, Johnson und Sommer immer noch gefühlte Anfang-Zwanziger. Doch schaut man genau hin, gibt es vier Ü30-Spieler (Raffael, Wendt, Johnson, Bobadilla) und vier, die dieses Jahr die 30 knacken (Traoré, Stindl, Sommer, Sippel). Jantschke, Kramer, Strobl und Herrmann sind immerhin schon 27. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das ist für Fußballer alles andere als ein Greisenalter. Die stehen voll im Saft. Doch die Gefahr, häufiger mal verletzt auszufallen, steigt mit dem Alter natürlich schon - siehe Raffael. Der Blick muss sich also schon langsam darauf richten, wer die älteren Spieler nach und nach ersetzen kann.

- Setzt man auf noch vielseitiger verwendbare Spieler, um allen Eventualitäten begegnen zu können? Das geht ja kaum noch. Sicher wird dies bei künftigen Spielerverpflichtungen weiter ein  wichtiges Kriterium sein. Aber man kann den Anspruch des Allrounders ja auch nicht immer weiter steigern.

- Und: Wie soll der VfL künftig spielen? Es ist in dieser Spielzeit überdeutlich geworden, dass Borussias Spiel der vergangenen Jahre längst entschlüsselt, kopiert und mit wirksamen Gegenmitteln bekämpft wurde. Da nicht davon auszugehen ist, dass all die Laufmaschinen-und-Klopper-Truppen, mit denen Stindl und Co. merklich Probleme hatten, plötzlich die gepflegte Spielkultur entdecken, muss Dieter Hecking mit seinem Team eine neue Spielidee entwickeln - oder zumindest Pläne B und C, mit denen man reagieren kann, wenn es über Plan A nicht geht. Ich weiß, es gibt viele, die Hecking dies nicht zutrauen. Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht, aber ich erwarte einfach spielerischen Fortschritt, vor allem nach den Erfahrungen dieser Saison.

Dass die Chancen eines Systemwechsels im Sommer so gut stehen wie seit 2011 nicht mehr, liegt auch an den zu erwartenden Änderungen beim Personal. Max Eberl hat ja gerade angekündigt, dass langsam die Zeit nach Raffael eingeläutet werden soll. Je nach Ausgang der Saison sind aber die Mittel begrenzt, die man einsetzen kann, um einen potenziellen Nachfolger für den Brasilianer und noch etwas mehr Durchschlagskraft im Sturm zu verpflichten.

Dass Max Eberl jetzt sagt, man könne vor allem dann entsprechend handeln, wenn man Transfereinnahmen über 30 Millionen Euro hätte, ist aus meiner Sicht ein deutlicher Hinweis. Ich habe es ja schon mehrfach hier geschrieben: Ich gehe davon aus, dass uns Thorgan Hazard im Sommer verlässt. Er würde in diesem Jahr noch in etwa diese Summe einspielen. Außerdem ist das Interesse verschiedener Topclubs verbrieft, und bei Borussia gibt es auch in den nächsten Jahren keine Garantie auf Champions-League-Fußball. Und wir sollten auch ehrlich zu uns selbst sein: Ein Spieler seiner Qualität muss einfach irgendwann den nächsten Schritt in seiner Karriere wagen, wie es auch Xhaka, ter Stegen oder Reus zuvor getan haben. Nicht immer erfüllen sich diese Träume, aber das ist kein Grund, den richtigen Zeitpunkt am Ende zu verpassen.

Für uns ist allerdings wichtiger, wie sich der VfL unter diesen Voraussetzungen insgesamt für die Saison 18/19 aufstellen könnte. Was die Spielidee angeht, verschiebe ich diesen Punkt auf den nächsten Teil der Serie. Beginnen will ich mit ein paar Personalspekulationen. Denn natürlich weiß ich auch dieser Tage nicht, an wem Gladbach dran ist, wen man möglicherweise abgeben will und wie es mit den Chancen und der Bereitschaft steht, Spieler zu verpflichten, die ich hier (beispielhaft) anspreche.

Bei den Torleuten sehe ich keinen Wechselbedarf. Yann Sommer ist ein sicherer Rückhalt, auch wenn seine Saison bisher nicht herausragend war. Tobi Sippel ist ohne Fehl und Tadel, ich habe mir in keinem Spiel Sorgen um diese Position gemacht, als Yann ausfiel. Moritz Nicolas ist immer noch in der Lauerposition, müsste aber Stück für Stück auch mal auf höherem Niveau zum Einsatz kommen.

In der Abwehr hängt einiges von der Personalie Reece Oxford ab. Dass er genau der Typ Spieler ist, der bei uns zum Topspieler heranreifen könnte, hat er bereits gezeigt. Aber schon im Winter war offensichtlich, dass West Ham mit ihm vor allem Geld machen möchte. Bei den irrsinnigen Summen, die da aufgerufen wurden, wird Max Eberl vor einer sehr schwierigen Entscheidung stehen.
7 bis 10 Millionen muss man heute offensichtlich für so einen Spieler schon ausgeben. Das ist auch noch ein überschaubares Risiko für Borussia. Aber da die Forderungen eher Richtung 15 bis 20 Millionen gehen werden und andere Vereine keine Skrupel haben, dies auch zu zahlen, sehe ich eher schwarz für eine Weiterverpflichtung.
Wenn man zum Beispiel stattdessen einen Marc-Oliver Kempf aus Freiburg ablösefrei bekommen könnte, wäre es auch fahrlässig, nicht lieber dort zuzuschlagen. Ich denke, dass Spieler wie Kempf weiterhin eher Borussias Kragenweite sind als überteuerte England-Transfer. Deshalb taucht Oxford hier in meinen Überlegungen auch vorsichtshalber nicht mehr auf.
Daneben kämen zum Beispiel der fast schon im Winter verpflichtete Pole Robert Gumny oder Kristian Pedersen von Union Berlin (der auch schon mal in Gladbach vorgespielt hatte) als Backup auf der Wendt-Position in Frage, um die Abwehr zu komplettieren. Denn so sehr ich es ihm wünsche, ob Mamadou Doucouré eine feste Größe wird, muss sich nach zwei Jahren als Dauerpatient erst erweisen (was sich durch die neuerliche Verletzung auf bittere Weise zu bestätigen scheint).
Oscar Wendt wird seinen Vertrag erfüllen und noch ein Jahr bleiben, dahinter braucht es aber einen jungen Konkurrenten, der ihm Dampf macht.
Innen stehen mit Vestergaard, Ginter, Elvedi und zur Not wohl auch Jantschke und Strobl genug Alternativen zur Verfügung, bei denen sich aber ein Spieler wie Kempf gut einfügen könnte. Rechts gibt es neben Elvedi noch Bedarf für einen offensivstarken Mann. Das könnte durchaus Gumny sein, der ja beide Seiten bespielen kann und eigentlich eher rechts zuhause ist.

Im zentralen Mittelfeld ist der Umbruch längst eingeleitet. Zakaria und Kramer, Cuisance und der wieder fitte Laszlo Benes sollten Borussia gut antreiben können. Dazu käme Strobl als Abräumer und Ginter als weitere Option. Und vielleicht schafft es ja auch endlich mal wieder ein Jugendspieler, sich in die Mannschaft zu spielen. Dieser Wunsch gilt natürlich für die anderen Mannschaftsteile genauso.

Die Flügelspieler sind mehr oder weniger auch durch Verletzungen bedingt in dieser Saison hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Hazard nehme ich aus. Seine Chancenverwertung hielt mit seiner sonstigen Wertigkeit für die Mannschaft nicht stand, dennoch ist er unzweifelhaft ein herausragender Spieler auf dieser Position. Zentral eingesetzt konnte er mich dagegen bislang nicht überzeugen.  

Stimmt meine These und Thorgan verlässt uns, dann muss man seine Dynamik, sein Eins-gegen-Eins-Spiel, sein Kombinationsspiel auch auf engstem Raum (und die Elfmeter-Kaltschnäuzigkeit) irgendwie adäquat ersetzen - sofort! Das wird teuer, ohne dass man sich sicher sein kann, dass ein Ersatz sofort genauso gut einschlägt wie der Belgier heute bereits spielt.
Einer, der in Frage käme und bezahlbar wäre, könnte Nadiem Amiri von Hoffenheim sein. Der Österreicher Michael Gregoritsch wäre auch eine Option. Er hat noch einen langfristigen Vertrag in Augsburg, aber sicher nicht ohne Ausstiegsklausel. Der Ex-Gladbacher Amin Younes (Ajax) könnte Tempo und Spielwitz über links ebenfalls mitbringen, aber durch sein Transfertheater mit Neapel wird er keine Option sein. Justin Kluivert (ebenfalls Ajax Amsterdam) ist mit 18 noch kein vollwertiger Hazard-Ersatz, aber schon sehr begehrt und bietet natürlich großes Potenzial. Denkbar wäre aus meiner Sicht auch ein trickreicher Linksaußen wie der schwedische Nationalspieler Sam Larsson (24) von Feyenoord.

Wenden wir uns den anderen Flügelspielern zu. Traoré und Grifo, Herrmann und Hofmann bilden vier sehr verschiedene Spielertypen ab. Das ist eigentlich perfekt, doch keiner von ihnen konnte seine Qualitäten über die ganze Saison zeigen. Herrmann und Hofmann kommen aus mehreren Verletzungsphasen und kommen erst jetzt besser auf Touren - Killer vor dem Tor sind beide nicht. Grifo ist hochveranlagt, kann sich im Training aber offenbar nicht so aufdrängen, dass er sich in der ersten Elf festspielt. Außerdem spielt er in Borussias Ensemble längst nicht so eine Sonderrolle mit spielerischen Freiheiten, wie er sie in Freiburg hatte.
Bei Traoré ist nach langer Verletzungszeit auch nicht klar, wie und wann er zurückkommt. Auf jeden Fall ist er ein Spieler, der durch seine Unberechenbarkeit den Unterschied machen kann. Und einer der wenigen, dessen Schüsse eigentlich immer gefährlich sind.   
Dennoch sehe ich hier die größten Unwägbarkeiten.

Zu den genannten vier Spielern sollte (unabhängig von der Personalie Hazard) auf jeden Fall noch ein Fünfter dazu kommen, das hat diese Saison gezeigt. Der könnte durchaus wieder ein Perspektivspieler vom Kaliber eines Cuisance sein. Genausogut kann es aber auch sein, dass Herrmann und/oder Hofmann am Ende der Saison eine neue Herausforderung suchen und einen Platz im Kader frei machen. Aus Verbundenheit täte mir das sehr leid, aber auch das kommt natürlich darauf an, wie sie in diesem Fall ersetzt würden. Eine Qualitätssteigerung würde ich auch auf diesen Positionen natürlich nicht ablehnen. Und wenn man ehrlich ist, stagnierte es bei beiden - sicher auch verletzungsbedingt - seit einer Weile doch etwas.

So, kommen wir zur brennendsten Frage, dem Dauerbrennerthema: Wer könnte der neue Torgarant werden? Der so lange und vehement geforderte Mittelstürmer, der in diesem Jahrtausend bei Borussia entweder nicht vorhanden war oder nicht zur Zufriedenheit funktionierte? Eins ist klar: Einen Lewandowski gibt es nicht fertig von der Stange, schon gar nicht für Max Eberls Geldbeutel.
Setzt man also auf einen, der schon unter Beweis gestellt hat, dass er knipsen kann? Gibt viel, viel Geld aus, mit dem Risiko, dass es trotzdem nicht funktioniert? Mark Uth ist vom Markt. Frankfurts Haller hat einen langfristigen Vertrag und beim derzeitigen Tabellenstand der Eintracht müsste er auch nicht zwingend wechseln. Dass Hoffenheim auch noch Andrej Kramarić ziehen lassen würde, nachdem ihnen schon Wagner und Uth abhanden kommen, wie es der Express spekuliert hat, ist auch eher unwahrscheinlich. Spieler aus Leipzig (Poulsen) oder vom Gazprom-Spielzeug aus Gelsenkirchen (Embolo, di Santo) wären eine Option, aber auch ein teures Risiko ohne Garantie. Bei Schalke herrscht aber auf jeden Fall in der neuen Saison Stürmerüberschuss, also könnte sich der eine oder andere dort umorientieren wollen.

Bas Dost wäre einer, dem man es zutrauen könnte, sofort den Unterschied zu machen. Ein großer Stürmer, der mitspielen und vollstrecken kann. Aber hat er Grund, aus Lissabon wegzugehen, wo er diese Saison 20 Tore geschossen hat und sicher international spielt - ganz abgesehen vom Wetter dort? Und falls Raffael und Stindl fit sind, jede Woche als Joker auf der Bank zu sitzen? Ich glaube kaum.

Eine ganz große Lösung wäre Barcelonas Eigengewächs Munir El Haddadi (22). Ein glänzender Techniker, schnell und mit einem guten Torabschluss, der derzeit an Alaves ausgeliehen ist. Dort überzeugt ebenso wie bei der vorherigen Leihe in Sevilla. Im Sommer hätte er noch eine Vertragsrestlaufzeit von einem Jahr. Bei Barca plant man nicht mit ihm, würde aber den Vertrag gern verlängern, um mehr Geld herauszuschlagen. Eigentlich eine gute Ausgangsposition für Gladbach. Schließlich konnte man einst auch Dominguez und Kolo von großen spanischen Clubs nach Deutschland locken. Sicher vom Gehalt her eine Nummer, aber auch einer, der Hazard sofort und Raffael auf Sicht 1:1 ersetzen könnte. Falls ihr ihn nicht kennt, schaut euch mal Videos von ihm an und urteilt selbst.

Wünschen könnte man sich auch einen wie Kasper Dolberg (Ajax), der nach einem sensationellen letzten Jahr mit der gesamten Mannschaft etwas durchhängt. Er wäre auf jeden Fall in Sachen Talent und Wiederverkaufswert eine hervorragende Option. Aber auch da ist die Konkurrenz erheblich.

Ein Beispiel für einen machbaren Transfer aus Frankreich wäre der Kameruner Nationalspieler Karl Toko Ekambi (25), der beim abstiegsbedrohten SCO Angers in der Ligue1 spielt. Wuchtig, wendig, guter Torabschluss und bezahlbar. Und gerade die findigen Freiburger haben ja aus Frankreich immer wieder Spieler geholt, die in der Bundesliga in kurzer Zeit überzeugt haben und denen der SCF dann schnell zu klein wurde.

Die möglichen Abstiegskandidaten in der Bundesliga bieten dagegen aus meiner Sicht in diesem Jahr nicht viel Lohnendes aus der "Konkursmasse". Terodde würde wohl mit den Ziegen mit nach unten gehen. Beim HSV hätte Gladbach bei Jungstar Jann-Fiete Arp wohl keine Chance. Der einzige, der bei diesem Verein im Moment ohnehin so etwas wie Überlebenswillen zeigt, ist André Hahn. Eine Rückkehr würde ich aber ausschließen, weil auch er kein richtiger Mittelstürmer ist und auf den Außen die Konkurrenz nicht kleiner geworden ist.

Bei Bremen wäre natürlich Kruse grundsätzlich ein Thema. Doch passt er ins Konzept? Der klassische Stürmer ist er nicht. Und ginge er zu dem Trainer zurück, unter dem er in Wolfsburg nicht vom Fleck kam? Eher unwahrscheinlich. Daneben käme noch Aron Johannsson in Frage, doch auch der muss seine Bundesligatauglichkeit erst noch über einen längeren Zeitraum beweisen. Das gleiche gilt für den Mainzer Emil Berggreen. Als Rechtsaußen könnte man hier im Fall des Abstiegs noch an den Seeler-Enkel Levin Öztunali denken, der Potenzial hat.

Eine Nummer kleiner wäre jemand wie Niclas Füllkrug von Hannover. Bisher nicht so in Erscheinung getreten, aber bei den 96ern in dieser Saison mit bereits 10 Toren erheblich erfolgreicher als unser bester Schütze. Vom Typ her könnte er passen, bezahlbar wäre er wohl auch. Und sein Lob am Samstag über Gladbachs Spiel bei seinem Interview bei Sky war schon fast so etwas wie ein Bewerbungsschreiben.
Noch eine Nummer kleiner wären Zweitliga-Torjäger wie Marvin Duksch (Kiel, 23) und Sebastian Polter (Union Berlin, 26). Entwicklungspotential sehe ich vor allem bei Duksch. Nach allen, was ich gesehen habe, eine ziemlich coole Socke vor dem Tor. Aber das Risiko, dass er im Oberhaus nicht gleich einschlägt, besteht natürlich. Ähnlich sieht es mit Tim Kleindienst (Freiburg, 22) aus, der mir bei dem Gladbacher Grottenkick im Breisgau in der Hinrunde zumindest positiv aufgefallen ist.

Spekulation betrieb der "Express" heute mit Isaac Thelin (25/Waasland-Beveren) und die Young Boys Roger Assale und Jean-Pierre Nsame. Auch hier gilt: Kann funktionieren, jemanden aus einer schwächeren Liga wie Belgien oder der Schweiz zu holen, kann aber auch scheitern.

 Man darf natürlich auch nicht vergessen, dass in Julio Villalba auch noch ein eigener junger Mittelstürmer darauf wartet, endlich mal zu zeigen, was die Gladbacher Scoutingabteilung in ihm gesehen hat, als man ihn verpflichtete. Genauso wie für die U19 in der A-Jugend-Bundesliga der Münsteraner Torjäger Justin Steinkötter geholt wurde. Der wird sich natürlich auch eine Chance ausrechnen, sich dort irgendwann für die Profis zu empfehlen. Darauf allein verlassen wird sich aber keiner. Genausowenig wie auf Bobadilla und Drmic als Sturmalternative. Josip braucht noch viel, viel Spielpraxis. Ob er wieder der Alte wird, ist kaum abzusehen. Und Boba ist sicher ein wertvolles Kampfelement, aber kein wirklicher Raffael-Ersatz, weder von der Torquote noch vom Kombinationsspiel. Dass man ihn jetzt schon wieder abgibt, glaube ich allerdings auch nicht.

Es ist natürlich noch vieles offen, was die Planung für die neue Saison und die Schlüsse aus der alten angeht. Und wenn es ums Personal geht, muss natürlich auch vorher klar sein, mit welcher Spielidee Borussia in die neue Saison geht. Darum geht es ausführlicher im nächsten Teil von "Lehren aus einer unvollendeten Saison". Bis dann.

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