2018-08-23

Für den Ernstfall gerüstet

Zwei Tage noch, dann geht es wieder um Punkte in der Bundesliga. Und so langsam steigt auch mein Puls wieder an, die Vorfreude auf die Saison steigt. 
Wie jedes Jahr hoffe ich natürlich darauf, dass die in der Sommerpause sinnvoll ergänzte Mannschaft am Ende auch etwas reißen kann. Und das ist nach allen Eindrücken, die man bisher in der Vorbereitung sammeln konnte, auch nicht unbegründet. Mit der Einschränkung, dass man die Stärke der anderen Teams auch erst mit der Zeit einschätzen kann.

In der Vorbereitung war einiges Gutes zu beobachten, manches war nicht so gut. Doch das Pokalspiel hat mich nochmal positiver gestimmt. Nicht, weil es ein ansehnlicher Sieg gegen einen überforderten Gegner war und ich das überbewerten wollte. 
Nein, weil die Einstellung eine andere war als zu weiten Teilen der Vorjahre. Da ging Borussia oft in Führung, auch gegen unterklassige Teams im Pokal. Aber die Mannschaft schien sich gern darauf auszuruhen, in ihren "Sicherheitspass-Modus" umzuschalten und geriet dadurch häufig noch in Gefahr, weil sie so den Gegner ohne Not wieder aufbaute, indem sie ihm zunehmend die Initiative überließ. 
Das war gegen Hastedt anders, da blieben Raffael und Co auch nach dem schnellen 3:0 noch hungrig und spielten die Partie gnadenlos und unnachgiebig zu Ende. Das war schade für den Gegner, aber gut für meine Vorfreude auf den VfL 2018/19.

Zwar ist die Skepsis gegenüber Trainer Dieter Hecking bei vielen Fans noch immer zu spüren. Doch die Art, wie der Kader aufgestellt ist, zerstreut den einen oder anderen Zweifel. Die Breite ist da, die Klasse ist da und hoffentlich bekommt Borussia nun auch die mit einem erneuerten Team angegangene Baustelle "Verletzungsmisere" in den Griff. Und die Abgänge Vestergaard, Grifo, Bobadilla, Oxford und Simakala scheinen bei aller Wertschätzung doch verschmerzbar und kompensiert zu sein.

Der Kader und die Neuzugänge gefallen mir: Alassane Plea ist die Art Stürmer, die im Kader gefehlt hat. Raffael, Hazard und die anderen Offensivkräfte profitieren davon, zum einen, weil sie sich strecken müssen, um im Team zu bleiben. Denn neben dem Franzosen stehen endlich Josip Drmic, Fabian Johnson und Patrick Herrmann wieder in einer konkurrenzfähigen Verfassung zur Verfügung. Dazu kommen Florian Neuhaus und der auf der neuen Position deutlich effektivere Jonas Hofmann, von Juwel Cuisance ganz zu schweigen. Später auch noch Ibo Traoré und mit etwas Anpassungszeit sicher auch Keanan Bennetts, der viel Geschwindigkeit über links verspricht. Die Mannschaft stellt sich also nicht mehr von selbst auf und man muss nicht einmal dem neuen Rekordstürmer den schweren Rucksack aufsetzen, dass er gleich alles in Grund und Boden schießen muss.

Da in der Mittelfeldzentrale ebenfalls genug Qualität zur Verfügung steht und auch Yann Sommer als sicherer Rückhalt gilt, bleibt das einzige Fragezeichen in der Abwehr. Stabilisiert sich die Viererkette, zumal nur mit einem Sechser davor als Absicherung? Hält Borussia den Laden hinten dicht? Das haben die bisherigen Spiele nicht sicher bewiesen. 
Es wird Leverkusen vorbehalten sein, das als erste Mannschaft auf Herz und Nieren zu testen. Bailey, Volland, Alario, Bellarabi, Havertz, Brandt, dazu die beiden offensivstarken Außenverteidiger Weiser und Wendell - da kommt etwas anderes auf die VfL-Defensive zu als in den Testspielen und beim DFB-Pokal-Spaziergang. Daher wissen wir auch dann erst etwas sicherer, was das alles bis hierhin wert war.

Und darin liegt auch das Risiko: Ein schlechter Start in die Saison und es könnte schnell wieder ungemütlich werden rund um den Borussia Park. Die gute Laune bei den Fans könnte schnell vergehen und dann wird es auch eng für den Trainer. Ich hoffe das ausdrücklich nicht, denn Kontinuität in der Arbeit mit der Mannschaft ist etwas, was sich in der Regel auszahlt. Und so, wie sich Borussia im Moment präsentiert, ergibt das alles Sinn, was seit dem enttäuschenden Saisonende passiert ist. 

Und wie sieht die Startelf am Samstag aus? Ich glaube, ganz ähnlich wie in Bremen. Vor Sommer ist die Sache ziemlich klar: Wendt hat Poulsen noch einiges voraus, innen sind Ginter und Jantschke gesetzt, rechts spricht alles für Jordan Beyer. Knapp wird die Entscheidung zwischen Strobl und Kramer auf der Sechs, wobei ich persönlich denke, dass der Weltmeister gegen den Ex-Club den Vorzug erhalten wird. Andererseits ist Strobl der bessere Kopfballspieler, was defensiv bei Standardsituationen eine zusätzliche Sicherheit sein könnte - da war Borussia teilweise schon sehr anfällig. 
Auf den Achterpositionen sehe ich Neuhaus und Hofmann vor Zakaria und Cuisance. Im Dreiersturm denke ich, dass Hazard und Raffael gesetzt sind. Vielleicht schickt Hecking den "Bayer-Schreck" Patrick Herrmann über rechts für mehr Geschwindigkeit. Denn Leverkusen ist eine der wenigen Mannschaften in der Liga, die Gladbach das Spiel nicht allein überlassen wird. Das bedeutet, dass man so auch selbst mehr in Umschaltsituationen und Konter kommen kann. Aber es spricht genausoviel dafür, mit dem Neun-Tore-Sturm Hazard, Raffael und Plea zu beginnen.

Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, ob und wie die Pläne von Dieter Hecking und Max Eberl in dieser Saison aufgehen. In diesem Sinne: Auf eine tolle Saison 18/19! Lassen wir uns durch nichts auseinanderdividieren und stehen wir zusammen - für unseren Verein. Für den Namen, den die Welt so glorreich kennt.

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