2015-11-26

Überfällig, auffällig und gefällig

Es ist geschafft. Nach fünf Anläufen in der ersten Champions-League-Gruppenphase in der Vereinsgeschichte hat der VfL den ersten Sieg eingefahren - und was für einen! Dreimal war man in diesem Jahr schon an den abgezockten, eklig bis unfairen Spaniern vom FC Sevilla gescheitert, im vierten Anlauf gelang nun endlich die Revanche, und die war hochverdient. Es war eine Fußball-Gala, wie man früher zu sagen pflegte. Auf jeden Fall ein richtig tolles Spiel mit Chancen auf beiden Seiten und endlich mal dem besseren Ende für Borussia.

Noch besser ist, dass die Schubert-Schützlinge es damit am letzten Spieltag auch noch immer selbst in der Hand haben, sich für die Euro League zu qualifizieren. Genau das war es doch, was wir uns als Fans nach der Auslosung dieser Hammergruppe gewünscht beziehungsweise als realistisches Ziel gesetzt hatten. Und nun ist es nur noch einen Schritt entfernt, trotz der Verletzungsseuche, die sich durch die Saison zieht, trotz des Fehlstarts und trotz aller anderen Widrigkeiten - etwa einem Schiedsrichter, der am Mittwoch in der zweiten Halbzeit plötzlich eine seltsame Einseitigkeit pro Sevilla an den Tag legte.
Natürlich muss man zugestehen, dass auch dieses Spiel wohl verloren gegangen wäre, hätte Sevilla seine vielen großen Chancen so genutzt wie in den anderen drei Duellen mit Borussia. Umgekehrt wäre mit dem gleichen Argument zumindest in den Euro-League-Partien zu Jahresbeginn auch ein Gladbacher Sieg drin gewesen.
Egal, diesmal hat es geklappt, und neben Lars Stindl, einem sehr fokussierten Granit Xhaka, den für ihr Alter unheimlich abgezockten Mo Dahoud und Andreas Christensen und dem stets sicheren Rückhalt Yann Sommer hatte in diesem Spiel auch endlich Josip Drmic mal was zu lachen. Gegen Hannover schon mit ein paar sehr gelungenen Aktionen, lief es nach seiner frühen Einwechslung auf der für uns ungewohnten Position auf dem Flügel erstaunlich gut für ihn. Zwar kam er selbst nicht zum Abschluss, aber vor dem 1:0 war er wichtiger Flankengeber beziehungsweise Balleroberer, auch vor Johnsons Tor war er an dem Angriff beteiligt. Über die gesamte Zeit zeigte er eine engagierte, konzentrierte und gute Partie. Das Gladbacher Publikum hatte ein feines Gespür dafür und unterstützte ihn vorbildlich - das war schon bemerkenswert und sollte ihm weiter Auftrieb geben. Da Traoré gegen Hoffenheim wohl ausfällt, spricht nichts dagegen, dass er in "Hoppenheim" in der Startelf steht. Und die Chance hat er sich verdient.

Was Borussia angeht, fällt die Champions-League-Bilanz aus meiner Sicht sehr positiv aus. Zwei Niederlagen zu Beginn, davon eine sehr unglücklich und die andere angesichts der seltsamen Spielverlaufs "außer Konkurrenz. Dann zwei mehr als verdiente Unentschieden gegen eine der besten Mannschaften Europas, nun der grandios herausgespielte Sieg gegen Sevilla. Mehr kann man von einem Debütanten kaum erwarten. Und das nimmt uns auch keiner mehr.


Champions League, Gruppenphase, 5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Sevilla 4:2 (25.11.2015)
(Tore für Borussia: 1:0 Stindl, 2:0 Johnson, 3:0 Raffael, 4:1 Stindl)
 


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