Eine Lanze für den Fanprotest

Nun steht also das zweite Derby in dieser Saison an, und wie das Hinspiel wird es wohl stimmungsmäßig eine leider sehr ruhige Veranstaltung werden. Zwar regen sich nach der Ankündigung zum Fansupport-Verzicht durch Sottocultura einige, die glauben, sie könnten das Stadion auch ohne den Kern der Stimmungsmacher zum Beben bringen. Und dies auch wollen. Aber es wird nicht das Gleiche sein. Und es soll auch nicht das Gleiche sein. Deshalb unterstütze ich den Stimmungsboykott, für den sich die Ultras entschieden haben.

Man kann über die K***er sagen was man will, aber sie haben im Hinspiel durch eine gleichwertige Aktion den Boykott der Gladbacher Fanszene unterstützt. Das war blöd für das Spiel, aber es war richtig in der Sache. Und es war nicht selbstverständlich. Deshalb es gehört sich jetzt, das Gleiche auch im Rückspiel zu machen. Denn die Strafmaßnahmen des DFB nach dem Platzsturm der unsäglichen Karnevals-Malerfiguren aus der verbotenen Stadt treffen nicht die Idioten, die den Mist angezettelt haben, sondern alle Auswärtsfans - aus allen Clubs. Vielen Länderministern wäre es nur zu recht, wenn sich die verkleinerten Gästekontingente in den Stadien komplett durchsetzen, weil es der zusammengesparten Polizei vieles leichter machte. Doch was wäre der Fußball noch wert, wenn man die Gästefans im Stadion nicht mehr hört, weil sie zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen sind? In Hoffenheim oder Wolfsburg mag das niemanden stören, bei Borussia schon. Ich will das jedenfalls nicht.
Es trifft mich zwar nicht persönlich, weil ich auswärts eigentlich nie dabeisein kann, aber es trifft die treuesten der Treuen unserer Borussia. Die, die immer mitfahren und für lautstarke Unterstützung sorgen. Die, die sich mit den aufwändigen Choreos unser Herz und unseren Respekt verdient haben. Diese Fans gibt es in jedem Verein, durch sie lebt das Stadion und jeder von ihnen hat es verdient, dass auch wir "Normalo"-Fans und Gelegenheits-Stadionbesucher uns für sie einsetzen - zum Beispiel am Samstag. Wenn ich selbst im Stadion bin, singe ich lauthals mit, ich bekomme Gänsehaut bei der "Elf vom Niederrhein" und "Die Seele brennt". Ich genieße die Atmosphäre im Borussia Park, die tollen Choreos und ich freue mich, dass es die gibt, die die Stimmung in Gang bringen, machen und hoch halten. Die - neben der Mannschaft - dafür sorgen, dass Gladbach ein so geiler Verein und in Deutschland wie international so anerkannt und beliebt ist.
Und weil diese Fans auch dann da sind und ihren Einsatz bringen, wenn ich nur vor dem Fernseher sitzen kann, bin ich auf ihrer Seite - auch wenn es am Samstag weh tut. Punkt.

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