Verluste (III): Brouwers, Roooooooel

Die Saison ist vorbei, erneut verlassen einige Spieler die Borussia. Einen Verlust stellen sie alle dar, auch wenn man persönlich an dem einen mehr hängen mag als an dem anderen. In einer losen Folge zeichne ich nach, was dem Team mit den Abgängen verloren geht und wie man Xhaka, Stranzl, Brouwers, Hrgota und Hinteregger ersetzen sollte. Heute: Roel Brouwers.

Gefühlt ist er schon ein paar Mal verabschiedet worden, unser Roel mit sieben o im Namen. Und dann kam doch noch mal ein Ein-Jahres-Vertrag um die Ecke, wenn man es schon nicht mehr geglaubt hatte. Wie oft habe ich mich auch selbst dabei ertappt, dass ich gedacht habe - so langsam hält der brave Abräumer nicht mehr Schritt mit Borussias Entwicklung. Und immer wieder war Brouwers da, wenn er gebraucht wurde, er bekam seine Einsätze und spielte ansonsten auch hinter den Kulissen offenbar eine sehr wichtige Rolle für das innere Gleichgewicht im Kader. In der vergangenen Saison aber wurde deutlich, dass Roel Brouwers sportlich nicht mehr Ersatzmann, sondern Notnagel und dann nur noch Not-Notnagel war. Insofern war es leicht auszurechnen, dass die Zeit bei Borussia für ihn nun endet. Hoffentlich kann er bei seinem Heimatverein Roda Kerkrade nochmal richtig Spielzeit sammeln - er hat es verdient.

Nicht von ungefähr hat der Niederländer Kultstatus bei uns Fans und als einer der ganz wenigen ein Fan-T-Shirt gewidmet bekommen. Denn Roel Brouwers, das ist der personifizierte Aufstieg von Borussia in den vergangenen Jahren. Er kam 2007 aus Paderborn, um den gerade abgestiegenen VfL wieder in die erste Liga zu führen. Das gelang mit ihm und dank ihm. Schon damals fragte man sich als Fan zunächst, ob der bis zum Wechsel nach Mönchengladbach weitgehend unbekannte Zweitligaspieler auch den Sprung in die Bundesliga schaffen würde. Und Jahr für Jahr bewies Brouwers mit schnörkellosem Einsatz aufs Neue, dass er sich auch auf höherem Niveau glänzend behaupten konnte. Die beste Saison war für ihn dabei sicher 2009/10, als er mit 8 Toren torgefährlichster Abwehrspieler der Bundesliga wurde und es sogar fast noch in die Nationalmannschaft seines Landes geschafft hätte. Doch so wie er mit dem VfL den Weg aus der Zweitklasssigkeit fand, führte ihn der gemeinsame Weg in die Euro-League und schließlich sogar zum ersten Einsatz in der Champions League - auch wenn das Debüt für Verein und Brouwers in der Königsklasse mit dem 0:3 in Sevilla sicherlich sportlich zum Vergessen war.

Welche Bedeutung die Verabschiedung des sympathischen und bescheidenen Niederländers für die Bewertung der Entwicklung des Vereins hat, lässt sich auch an einem anderen Detail ablesen. Aus dem aktuellen Kader ist nur Christopher Heimeroth noch länger im Verein (bzw. im Bundesliga-Kader) als Roel Brouwers. Und viele, die nach ihm kamen, sind schon lange wieder Geschichte - die nächsten im "Treue-Ranking" sind Tony Jantschke (2009) und Patrick Herrmann (2010). Auch aus dieser Sicht darf man Roooooooel also noch ein paar Tränen nachweinen.

Kommentare

  1. Rooooooel hätte man auch nachts um 3 wecken können, "Steh auf, du musst spielen!" - und auch dann hätte er einen gutes Spiel gemacht. Er hat sich immer auf das konzentriert, was er kann: Solide verteidigen, gutes Stellungsspiel, gefährliche Situationen bereinigen. Punkt.Und dabei auch als Person immer freundlich, immer willig, ein Autogramm zu geben, für ein Photo zu posieren. Ein netter Kerl "von nebenan", überhaupt nicht abgehoben oder affektiert. So habe ich ihn immer wahrgenommen. In ihm verlieren wir einen echten Profi, eine echte Persönlichkeit. Wenn er schon bei Borussia gehen musste - umso schöner, dass er nun gleich einen Vertrag bei seinem neuen, alten Verein bekommen hat. Danke, Roel, für schöne Jahre mit dir. Einmal Borusse, immer Borusse...Vielleicht kommst du ja wieder zurück zur Borussia in anderer Funktion.

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