Die Eroberung des Paradieses

Es gibt Spiele, da gibt es nichts zu kritisieren. Einzelne Szenen vielleicht, wo man es dem Gegner mal zu leicht gemacht hat oder eine vertane Chance, wenn ein Angriff zu hektisch zu Ende gespielt wurde. Gestern Abend im "Paradies", wie die Celtic-Fans ihren Fußballtempel nicht zu Unrecht nennen, war so ein Spiel.

Es war so, dass kein Zweifel am Sieger dieser Champions League-Partie bestand. Zu abgeklärt und kühl ging die dezimierte VfL-Elf das Unternehmen "Siegzwang" an.
Keine Nervosität, kompromisslose und erfolgreiche Zweikampfführung und hervorragendes Umschalten im Angriff, das die Schotten ein ums andere Mal in Schwierigkeiten brachte. 
Besonders wertvoll ist dieser Sieg nicht nur, weil er die Chance auf ein Überwintern in einem europäischen Wettbewerb erheblich gesteigert hat. Er war auch der Beweis, dass der "zweite Anzug" Borussia ebenfalls passt, wenn man den Kampf annimmt und läuft, bis es nicht mehr geht. Natürlich ragten in dieser Beziehung gestern Lars Stindl und André Hahn besonders heraus. Doch es wäre unfair, die Leistung der anderen damit zu schmälern. Jonas Hofmann etwa, der fast ohne Spielpraxis in diese Fußballschlacht geworfen wurde,  ein Elvedi, der diesmal nicht von anlaufenden Stürmern zu beeindrucken war. Ein Traoré,  der sich läuferisch und kämpferisch völlig in den Dienst der Mannschaft stellte. Und nicht zuletzt Chris Kramer und Tobias Strobl,  die sämtliche Spielaufbaubemühungen von Celtics Mittelfeldakteuren brutal abliefen und im Keim erstickten. 

Eine bilderbuchhafte "Eroberung des Paradieses" also, inklusive der erstaunlichen Tatsache, die frenetischen Fans der Gastgeber recht schnell recht stumm bekommen zu haben. Das ist dort noch nicht vielen Mannschaften gelungen.
Mitnichten ist es aber ein Grund, nun gleich den Auswärtssieg bei den Überbayern herbeizureden. Denn das taktische Konzept gestern passte perfekt auf eine spielerisch limitierte Mannschaft wie Celtic, die kämpferisch alles in Grund und Boden rennt, wenn man sie lässt.
Es taugt aber nicht genauso gegen eine spielstarke Mannschaft.

Doch das ist erstmal auch zweitrangig. Denn das gestern war eine Sternstunde für Borussia und uns alle,  die wir europäische Auftritte unseres Teams noch nicht für selbstverständlich halten. Ein sportliches Ausrufezeichen und auch erneut eins unserer Fans, die Europa zeigen, wie wahrer Support aussieht. Was die Gladbacher in Glasgow stimmungsmäßig und vom Verhalten abgezogen haben, hallt nach und bringt unserem Verein die Sympathie und Anerkennung, die er verdient. Da bin ich wirklich stolz drauf.

Champions League, Gruppenphase, 3. Spieltag: Celtic Glasgow - Borussia Mönchengladbach 0:2 (Tore für Borussia: 0:1 Stindl, 0:2 Hahn)

Kommentare

  1. aber gezündelt wurde wohl auch...zumindest nach Aussage des Reporters. Im Bild war es zumindest nicht zu sehen.

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  2. Ich war dabei , bin 53 und bestimmt kein Freund von Pyro .. wenn es so gemacht wird wie von unseren Ultras ist das völlig ok .. kontrolliert ohne die Gefahr jemanden zu verletzten .. die Ordner und die Polizei hat zugeschaut und ich glaube das die es auch geil fanden ..

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  3. Da ich das Spiel nur im Fernsehen gesehen habe und folglich die Zündelei nicht, halte ich mich da mal zurück. Pro oder contra Pyro gibt es viel zu diskutieren, aber am Ende reibt sich vor allem die Uefa die Hände, weil sie die Vereine zur Kasse bittet. Und das ist ja eigentlich das, was die Fans in der Kurve am wenigsten wollen.

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