Schnell vergessen

Borussia, das war eine gruselige Leistung. Vielen Dank an die Eintracht und an Yann Sommer für einen geretteten, aber unverdienten Punkt, der in der Endabrechnung viel wert sein könnte - egal um was es am Saisonende noch geht. Das Spiel heute deutete eher auf Abstiegskampf hin als auf einen Angriff auf die ebenso greifbar nahen Europapokalplätze. Aber das kann in ein paar Tagen auch schon wieder anders aussehen. 
Heute war der VfL zu keiner Zeit Herr der Lage (ok, vielleicht in den ersten 10 Minuten nach der Pause). Entlastung für die ordentlich geforderte Abwehr gelang kaum. Die meisten eigenen Angriffe blieben schon kurz hinter der Mittellinie stecken, lange Bälle kamen schnell zurück, Gladbach war letztlich in allen Statistikkategorien unterlegen. Und normalerweise wäre dies auch bestraft worden - wenn es nicht Yann Sommer gegeben hätte und den Moment in der 79. Minute, an dem er sein Elfmetertrauma überwand.

Zum Spiel muss nicht viel mehr gesagt werden, die Offensivabteilung, oft Prunkstück, war heute einfach eine Enttäuschung. Das kann passieren, darf aber nicht allzuoft vorkommen. 
 Ärgerlicher aber war die gelb-rote Karte gegen den heute ziemlich starken Tobi Strobl. Aus meiner Sicht war sie zu hart, weil die erste Gelbe nicht zwingend war und der Frankfurter Haris "Sehrfairovic" beim zweiten "Foul" sehr viel mehr daraus machte als da war. Strobl berührte ihn wohl leicht, und diese Einladung nahm der Stürmer dankend an. Aber natürlich war der Einsatz ungeschickt, vor allem wenn man schon eine Karte hat, das muss man zugeben. Andererseits klappte es wieder einmal die Gleichbehandlung nicht, weil Frankfurter Spieler für gleichwertige Fouls wie die von Strobl dann eben nicht mit Gelb bestraft wurden; und sich der Frankfurter Jesus Vallejo nach seinem Einsteigen gegen Dahoud - mit beiden Beinen voran in der ersten Halbzeit - locker für glatt Rot qualifiziert hatte, aber nur Gelb bekam. 

In diesem Spiel hatte Strobls Platzverweis zum Glück keine entscheidenden Folgen. Für das Berlin-Spiel am Mittwoch bedeutet es aber einen erneuten Engpass auf der Sechserposition. Aus meiner Sicht ist es am wahrscheinlichsten, dass Tony Jantschke dann neben Mo Dahoud beginnen wird und Nico Elvedi rechts hinten in die Mannschaft rückt. Alles andere wäre doch ein großes Wagnis, zumal die Hertha gerade durch schnelle Konter durch die Mitte sehr gefährlich ist.

Also: Den Ausflug nach Frankfurt sollte man besser schnell vergessen, mit Ausnahme von Yann Sommer, den Lehren aus diesem Spiel für das anstehende Pokal-Halbfinale und der besten Nachricht seit langem - dass Max Eberl seinen Vertrag verlängert und in Gladbach bleibt. Spieler wie Mo Dahoud oder Andreas Christensen hinterlassen natürlich große Lücken, wenn sie gehen. Aber unser Manager ist in der Lage, sie immer wieder adäquat zu füllen. Und deshalb ist er ganz sicher Borussias Königstransfer in diesem Jahr.

Bundesliga 2016/17, 26. Spieltag (1.4.17): Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:0

Kommentare