2015-02-15

Who let the dogs out?

Eigentlich sollte man gar nichts über die Vollhonks aus dem Gästeblock schreiben, um sie nicht noch mit zusätzlicher Aufmerksamkeit zu bedenken. Aber was am Samstagnachmittag während und nach dem Spiel abging, wirft Fragen auf. Und die betreffen nicht nur die Verantwortlichen der Gäste.

Wie kommt die ganze Pyrotechnik in den Block? Bei jedem Heimspiel wird selbst beim Eingang zum Familienblock zumindest jeder Erwachsene abgetastet. Warum passiert das offensichtlich nicht auch da in ausreichendem Maß, wo in aller Regel die Pyrotechnik gezündet wird?

Wie werden die Eintrittskarten für den Gästeblock vergeben? Die Verantwortlichen beim FC müssten ihre Pappenheimer ja eigentlich kennen. Wenn man solche Leute mit Karten ausstattet, sind auch die ganzen Appelle für ein friedliches Miteinander im Vorfeld und die Beteuerungen danach für die Mülltonne. Womit ich nicht sage, dass für diesen Mist, der da seit Jahren bei den Derbys passiert, nur Kölner verantwortlich sind. Da kochen Idioten aus beiden Lagern untereinander ihr eigenes Süppchen, zu Lasten der Vereine und der Fans, die wegen Fußball ins Stadion kommen. 

Und was war mit der Polizei? Wieso steht das ganze Spiel über nur ein Häufchen Platzordner vor dem Block, wenn dort von Spielbeginn an wiederholt Feuerwerk auf den Platz und auf andere Tribünen geschossen wird und sich nach und nach der halbe Block vermummt? Warum marschieren da nicht nach der zweiten Pyrosalve und allerspätestens nach dem Tor mal ein paar Polizisten auf?

Wieso ist das Tor zum Gästeblock nach Spielschluss plötzlich offen? Und warum können Polizei und Ordnungdienst von gut 30 aufs Feld gelaufenen Gästekarteninhabern nur zwei festnehmen?

Es gibt noch mehr Fragen, und vielleicht kann mir jemand ja auch Antworten geben. Zunächst aber werden jetzt die gegenseitigen Schuldzuweisungen losgehen und am Ende hat dann keiner einen Fehler gemacht - nicht mal die DFL, die das Spiel wider besseren Wissens auf das Karnevalswochenende gelegt hat. ;-) Und beim nächsten Derby knallt's dann wieder irgendwo anders.

Ein Ruhmesblatt ist das für keinen der Beteiligten, weder für Borussia und den Ordnungsdienst, noch für den 1. FC Köln und auch nicht für die Polizei. Im Hinspiel wurde sie von einer Weichbirnen-Schlägerei neben dem Stadion überrumpelt, diesmal kam sie im Stadion zu spät, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte. Aber eins ist auch sicher: Die Polizei allein kann das Problem nicht lösen. Es wird Zeit, dass die Vereine durchgreifen.

Bundesliga, 21. Spieltag 2014/15: Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:0 (14.2.15)

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