2020-12-22

Ein Schlusspunkt wie gemalt

"Denn eins ist klar: So gemütlich wie heute wird es in dieser Saison wohl nicht nochmal." Das schrieb ich als letzten Satz in meinem Bericht über den lockeren Aufgalopp gegen den FC Oberneuland in Runde 1 des DFB-Pokals. Und ich bin heilfroh, dass ich mich da geirrt habe.

Endlich mal wieder ein klar gewonnenes Spiel, das man entspannt anschauen konnte. Bei dem es spätestens zur Halbzeit darum gehen konnte, ein paar Vielspieler zu schonen und jenen Spielpraxis zu geben, die bisher zu kurz kamen. Ein Spiel, das - zumindest auf den ersten Blick - ohne weitere Verletzungen vorbei ging. 

Das war nicht selbstverständlich, denn der tapfere Regionalligist SV Elversberg verkaufte sich gerade in der ersten Viertelstunde teuer, war bissig und zielstrebig im Spiel nach vorn. Was wäre gewesen, wenn Schnellbacher in der 17. Minute den Aufgleich erzielt hätte, als er schon an Sippel vorbei war, aber ins Straucheln geriet?
Was, wenn sich der Gegner nicht früh und innerhalb von fünf Minuten völlig unnötig um alle Chancen gebracht hätte, als Tekerci sich innerhalb von fünf Minuten zwei Gelbe Karten einhandelte und sein Team in Unterzahl brachte? Ich will es nicht wissen, und ich muss mir zum Glück keine Gedanken mehr darum machen. Doch das Spielglück und die Meckerempfindlichkeit von Schiedsrichter Markus Schmidt kamen dem VfL heute zumindest ein bisschen zugute. Darf ja auch mal sein.

Die Spieler um Matthias Ginter machten aber auch ihrerseits ihre Sache gut, blieben aufmerksam, spielten kräfteschonend und zugleich immer wieder gefährlich nach vorn, sodass der Gegner stets in der Defensive so beschäftigt war, dass sich ihm kaum Gelegenheit für Entlastung bot. Alles wie gemalt also, mit dem Platzverweis natürlich erst recht.

Aber ganz ehrlich: Heute hätte ich mir echt auch bei so einem Gegner mal wieder ein volles Stadion gewünscht, das diese klinische Atmosphäre und das viele Geschrei der Aktiven einfach wegwischt und auch einer unterlegenen Mannschaft nochmal ein paar Extra-Prozent mitgeben kann. Es fehlt einfach. Aber das muss ich ja bei Euch nicht betonen.

Über den feinen und glatten Sieg hinaus gab es noch ein paar Randaspekte, die mich heute besonders gefreut haben:

- Dass Tobias Sippel sich sein Zu-Null mit zwei, drei sehr guten Paraden selbst auch verdient hat und verdienen konnte.

 - Dass Laszlo Benes endlich mal über 90 Minuten Selbstvertrauen tanken und dabei auch sein außerordentliches Ballgefühl und seine gute Übersicht vorführen durfte (natürlich gegen einen Gegner, der ihm vor allem in Unterzahl mehr Platz lassen musste als jede Bundesligamannschaft es tun würde).

- Dass sich Pechvogel Julio Villalba endlich, endlich mal wieder in einem Pflichtspiel für die Profis beweisen konnte. Und natürlich, dass ihm die Mannschaft den Elfmeter zum 5:0 überließ. Das zeigt einmal mehr, dass da ein sehr empathischer Haufen zusammengewachsen ist, in dem jeder bereit ist, dem anderen zu helfen.

- Dass der Verein alle bis hierhin gesteckten Ziele erreicht beziehungsweise in Reichweite hat. DFB-Pokal: Check!, Champions League: Check!!!, Bundesliga: alles drin (mit ein paar leichten Dellen im Blech). Borussia tanzt also auch zu Beginn des neuen Jahres noch auf drei Hochzeiten. Dass das außergewöhnlich ist, muss ich nicht betonen.

Ansonsten will ich natürlich nicht dauernd solche einseitigen Spiele sehen. Aber für den Zeitpunkt heute war es einfach sehr gut, wie es war - auch so langweilig, wie es war. Es tat uns allen mal gut nach diesen Turbo-Power-Wochen - den Spielern, den Trainern, den Fans, dem Rest des Vereins.
Es erlaubte uns, auch im Wettkampf einmal tief durchzuatmen und zumindest beruhigt Weihnachten zu feiern. 

Ich wünsche Euch, dass Ihr das so unbeschwert tun könnt, wie es eben in diesen Zeiten geht und schicke Euch liebe Rautengrüße dahin, wo immer sie Euch gerade erreichen. Haltet die Ohren steif, bleibt gesund  und bis bald schon wieder! Euer Michael

DFB-Pokal 2020/21, 2. Runde: SV Elversberg - Borussia Mönchengladbach 0:5. Tore für Borussia: 0:1 Wolf, 0:2 Benes, 0:3 Stindl, 0:4 Herrmann, 0:5 Villalba (FEM, Herrmann)

Saisonspende: Mit fünf Toren und dem Zu-Null von Tobi Sippel kommen im letzten Spiel des Jahres 3,50 Euro in den Topf, der jetzt mit 66,50 Euro gefüllt ist.

Zur Erinnerung, darum geht's: Ich spende am Ende der Saison einen Betrag X für einen (oder mehrere) gute(n) Zweck(e), auf den/die ich mich später festlege. Die Spendensumme setzt sich wie folgt zusammen: Jedes erzielte Tor von Borussia in den drei Wettbewerben: 50 Cent. Jedes Tor von Tony Jantschke: 10 Euro. Platzverweis von Max Eberl oder Marco Rose: 2,50 Euro. Gehaltener Elfmeter von Yann Sommer (oder einem Ersatzmann): 2,50 Euro; Zu-Null-Spiel: 1 Euro. Derbysieg gegen K***: 5 Euro. Siege gegen Bayern, Dortmund oder Leipzig: 10 Euro. Ein Sieg in Freiburg oder Wolfsburg: 10 Euro. Tore oder Vorlagen von Gladbacher Spielern in der deutschen Nationalelf: 1 Euro. Erreichen der K.o-Phase und für jede weitere erreichte CL-Runde: 10 Euro. Internationaler Startplatz am Saisonende: 20 Euro. Meisterschaft oder Finalsieg in CL oder EL: 50 Euro. DFB-Pokalsieg: 30 Euro. Gladbacher Torschützenkönig: 30 Euro.

 

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